Premio Nonino 2025: Tanz mit dem Nobel
Stellen Sie sich vor: Sie tanzen und plötzlich tanzt der Nobelpreisträger für Physik ganz verzückt neben ihnen! Der Tänzer war Giorgio Parisi, Nobelpreisträger für Physik 2021 und Kommissionspräsident des Premio Nonino. Anlass war der 50. Premio Nonino, der am vergangenen Wochenende in Percoto im Friaul präsentiert wurde.
Die Brennkolben in der der riesigen Destillierhallte waren eigens angeheizt und mit Dampf befüllt worden. Nun zischte und dampfte alles, wie die über 500 Gäste der Familie Nonino, hauptsächlich aus Italien aber auch einige Gäste aus dem Ausland, an die Tische strömten. Dem Ambiente entsprechend, hatte es vorher schon Aperitifs auf der Basis von Grappa und Amaro von Nonino gegeben. Oben auf der Bühne hießen Giannola Nonino, ihre Töchter Cristina, Antonella und Elisabetta und die zahlreichen Enkelkinder die Gäste willkommen.
Diese Auflage des Premio Nonino war Giannolas Gatte und langjährigen Begleiter Benito Nonino gewidmet, der im vergangenen Jahr verstorben ist. Vor 50 Jahren hatten Giannola und Benito die Idee zum Premio Nonino. Zweifler gab es damals genug: was solle das, einen Premio hier in der tiefsten Provinz? Doch der Premio wuchs und wuchs und zog immer mehr Leute hierher. Intellektuelle, Literaten, Künstler, Männer und Frauen, die aus der Allgemeinheit hervorstachen, die der Welt etwas zu sagen hatten. Die Kommission war immer hochkarätig besetzt. Gut sechs Mal war es dem Premio Nonino gelungen, einen Nobelpreisträger vorwegzunehmen: Rigoberta Menchù, V.S. Naipaul, Tomas Tranströmer, Mo Yan, Peter Higgs und Giorgio Parisi wurden zuerst mit dem Premio Nonino geehrt, ein-zwei Jahre danach konnten sie in Stockholm den Nobelpreis entgegennehmen.
Die Preisträger 2025
Der Preis »Risit d’Aur« für den Erhalt alten friaulischen Kulturgutes ging an Ben Little und die Rebsorte Pignolo. Ben Little ist Ire, lebt aber schon lange Jahre im Friaul. 2021 veröffentlichte er das Werk »Pignolo – Cultivating the invisible« in dem er dem Schicksal der Rebsorte Pignolo nachspürt. Heute ist er Ehrenpräsident der Vereinigung »Pignolo del Friuli Venezia Giulia« der heute über 34 Weinerzeuger angehören. Giannola und Benito Nonino waren in den 1970er Jahre die ersten, die sich für den Erhalt der alten Rebsorten wie eben Pignolo aber auch Tazzelenghe, Schioppettino und Ribolla einsetzten, die damals zu verschwinden drohten.
Der Premio Internazionale Nonino 2025 ging an Michael Krüger. Krüger lebt in München, ist Lyriker und Schriftsteller und war viele Jahre beim renommierten Hanser Verlag als Geschäftsführer tätig. Das hat ihm die Bekanntschaft mit vielen berühmten Literaten und Künstlern aus aller Welt verschafft, darunter auch viele italienischer Schriftsteller, die im Katalog des Hanser Verlages aufscheinen.
Der Premio Nonino 2025 wurde dem französischen Intellektuellen und Diplomaten Dominique de Villepin verliehen und der Premio Nonino 2025 »eine Meisterin unserer Zeit« ging an die senegalesisch-französische Tänzerin und Künstlerin Germaine Acogny. Bereits in den 1970er Jahren gründete sie die ersten Tanzschulen in Dakar und gilt heute als die Mutter des zeitgenössischen afrikanischen Tanzes. Ergreifend war, wie Germaine Acogny nach der Prämierung ihre Schuhe auszog und ein Solo zu Ehren von Giannola und Benito Nonino tanzte. Zum Abschluss der überaus gelungenen Veranstaltung präsentierte Nonino noch ein neues Produkt, den Grappa Nonino Monovitigno Pignolo.
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