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Tee: 11 Fakten und Tipps

Wer produziert am meisten und wie viel Tee wird weltweit getrunken? Was hat es mit Cold Brew Tee auf sich und was bedeutet »MIF«? Die Antworten gibt's hier.

Wie viel?

Jede Sekunde werden rund um den Globus rund 25.000 Tassen Tee getrunken. Umgerechnet werden demnach jährlich 3,9 Millionen Tonnen Tee aufgebrüht (Quelle: Market Research World). In Österreich werden über 780 Millionen Teebeutel pro Jahr verkauft, am beliebtesten sind Früchte- und Kräutertee.

Wer produziert am meisten?

Die Top 5 Teenationen im Überblick:

  1. China ist der weltweit größte Teeerzeuger, der Fokus liegt auf Grünem Tee.
  2. Indien (hauptsächlich Schwarztee)
  3. Kenia
  4. Sri Lanka
  5. Indonesien

Das für seine Teekultur bekannte Japan liegt bei der Teeherstellung nur auf Platz 10.

»Echter« Tee – was ist das?

Strenggenommen zählen nur jene Getränke als »echter Tee«, die aus dem Aufguss von getrockneten Bestandteilen der Teepflanze (Camellia sinensis) mit heißem Wasser entstehen. Dazu gehören Grüner (auch Matcha), Schwarzer, Weißer, Oolong und Pu Erh Tee. Im deutschsprachigen Raum spricht man aber auch bei Aufgussgetränken aus anderen Pflanzen (Kräutern und Früchten) von Tee, in der Fachsprache heißen sie teeähnliche Aufgussgetränke (international »infusions«).

Welcher Tee enthält am meisten Koffein?

Prinzipiell enthält Matcha das meiste Koffein, da hier nicht nur ein Aufguss, sondern die Teeblätter als Ganzes zermahlen und mitgetrunken werden. Unter den Kräutertees ist es Mate.

Was unterscheidet Koffein im Tee von Koffein im Kaffee?

Nur »echter Tee« und Mate enthalten Koffein. Dieses wirkt bei Tee anders als bei Kaffee. Im Tee ist das Koffein an Polyphenole gebunden, weshalb das Koffein auf das zentrale Nervensystem (und nicht wie beim Kaffee über den Blutkreislauf) wirkt. Koffein aus Tee wird langsamer abgebaut und seine Wirkung hält daher länger an. Der Koffeingehalt im Tee variiert je nach Sorte und Ziehdauer.

Loser Tee oder Teebeutel – was ist besser?

Die Qualität von Tee hängt von Herkunft, Ernte und Herstellung ab, nicht aber ob er im Beutel oder lose gekauft wird. Die Besonderheit liegt im verwendeten Blattgrad: der ist beim Beuteltee deutlich feiner, was aber auf die Qualität keine Auswirkung hat. Eine Zubereitung im Beutel oder von losem Tee bleibt also der individuellen Vorliebe überlassen.

Worauf muss man bei der Zubereitung achten?

Wie die Wassertemperatur ist auch die Ziehdauer für die Teequalität in der Tasse ganz entscheidend. Kräuter- und Früchtetees sollten mit kochend heißem Wasser aufgegossen werden, um Aroma und Wirkstoffe freizusetzen. Ein wenig anders verhält es sich mit echtem Tee aus der Teepflanze Camellia sinensis. Schwarztee braucht mindestens 95 Grad, sensiblere Sorten wie Grüner Tee, Weißer Tee  oder Oolong werden oft mit geringeren Temperaturen aufgegossen, um – je nach Ziehzeit – unterschiedliche Geschmackstufen zu erreichen.

Was bedeuten »MIF« und »TIF«?

Hierbei handelt es sich um Abkürzungen für »Milk in first« bzw. »Tea in first«, ein insbesondere in Enghland stets heiß diskutiertes Thema. Um zerbrechliches Porzellan zu schützen, wurde früher die Milch zuerst in die Tasse gegeben. Auf den Geschmack soll die Reihenfolge aber keinen Einfluss haben.

Wie lange ist Tee haltbar?

Prinzipiell ist Tee ein Produkt mit langer Haltbarkeit, wenn man ihn richtig lagert und vor äußeren Einflüssen schützt. Je nachdem ob lose oder als Beutel, sollte der Tee in einer aromadichten Dose oder Kiste aus hochwertigem Material, trocken und dunkel gelagert werden. Wärme und Feuchtigkeit können die Teequalität stark mindern.

Schmeckt Grüner Tee immer bitter?

Nein. Je nach Sorte kann Grüner Tee in unterschiedlicher Ausprägung feinherbe, würzige und zugleich milde und sanfte Noten haben. Schmeckt der Grüntee sehr herb und bitter, so kann das an der falschen Zubereitung liegen. Zu heißes Wasser oder zu lange Ziehdauer bewirken, dass sich zu viele Gerbstoffe lösen.

Cold Brew auch beim Tee?

Den Trend des kalten Aufgießens gibt es – ähnlich wie beim Kaffee – auch beim Tee. Wer nicht auf Convenience Produkte aus dem Supermarkt setzen möchte, kann sich an eine einfache Regel halten: Die Zubereitung erfolgt gleich wie bei heiß aufgebrühtem Tee, allerdings muss die Ziehdauer verlängert werden. Es gibt aber auch spezielle Tees die sich besser für die Cold-Brew-Methode eignen, zum Beispiel Matcha-covered Teas. Meist werden Sencha, Kukicha und Genmaicha dafür hergenommen. Diese nennt man dann Matcha-iri Sencha, Matcha-iri Kukicha, Matcha-iri Genmaicha. Mit diesen Sorten ist der kalt gezogene Tee bereits nach wenigen Minuten trinkfertig.

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Marion Topitschnig
Autor
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