Weinkultur ohne Grenzen: Erstes Mediterranean Wine Symposium in Katalonien
Beim ersten Mediterranean Wine Symposium in Perelada kamen Winzer aus dem gesamten Mittelmeerraum zusammen, um über die Zukunft ihrer Weine zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen nicht nur Verkostungen seltener Tropfen, sondern auch drängende Fragen zu Klimawandel, Identität und Innovation im Mittelmeerraum.
Vor wenigen Tagen wurde das Weingut Perelada im Norden Kataloniens zur Hauptstadt des mediterranen Weins: Das erste Mediterranean Wine Symposium brachte zwanzig Weingüter aus dem gesamten Mittelmeerraum zusammen, um die einzigartige Weintradition der transkontinentalen Region zu feiern. Das Symposium entstand aus der Initiative eines hochkarätigen Beratungsausschusses unter der Leitung von Juancho Asenjo, einem Mitglied der International Wine Academy. Weitere renommierte Mitglieder waren unter anderem Josep Roca (Sommelier des weltbekannten Restaurants («El Celler de Can Roca»), Yiannis Karakasis (Master of Wine aus Griechenland) und Gaston Hochar (Geschäftsführer von Château Musar im Libanon).
Ihr Ziel: einen Ort für den Austausch von Wissen zu schaffen und Herausforderungen sowie Chancen der Branche zu diskutieren. Borja Suqué, Vertreter der fünften Generation der Perelada-Familie, bedankte sich persönlich und ausdrücklich bei den Weingütern für ihre Teilnahme an diesem Kongress, den er als «einen Ort, um gemeinsam zu arbeiten» bezeichnete. Er hob das «transkontinentale» Gebiet hervor, das von vielfältigen kulturellen und historischen Schichten geprägt ist. Zudem lud er die Anwesenden ein, den romantischen Gedanken zuzulassen, sich wie Odysseus zu fühlen und sich in das Mittelmeer zu verlieben.
Weine aus dem gesamten Mittelmeerraum
Während der Veranstaltung hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, Weingüter aus Spanien, Griechenland, Italien, Frankreich, Slowenien, dem Libanon, Marokko, der Türkei und Zypern zu erkunden – darunter so namhafte Häuser wie Château Musar, 4Kilos, Victoria Ordóñez, Mas Amiel und natürlich Perelada selbst. Daneben wurde ein exklusives Programm mit Verkostungen und Präsentationen geboten, die den Mittelmeerraum in den Fokus stellten und seiner Identität auf den Grund gingen.
Herausforderungen und Zukunft des mediterranen Weins
Ein zentrales Thema des Symposiums war die Rolle des Weins in der mediterranen Kultur. In einer Masterclass betonte Josep Roca die Bedeutung der Gastronomie: «Wein sollte sich über den Boden und die mediterrane Identität ausdrücken – mit Geschichte, Essenz und minimaler Intervention.» Er sprach sich klar gegen alkoholfreie Alternativen aus: «Authentizität zählt mehr als technologische Eingriffe.»
Ein weiteres wichtiges Thema war der Klimawandel. Maria Snoussi, Professorin an der Universität Mohamed V in Marokko und Nathalie Ollat vom französischen Institut für Agrarforschung betonten, dass die Zukunft des mediterranen Weins im tiefen Verständnis des Terroirs und der richtigen Auswahl hitzeresistenter Rebsorten liegt. «Wir müssen Anpassungsstrategien auf lokaler Ebene entwickeln», so Snoussi. Auch die Geschichte des Weins wurde beleuchtet: Romina Ribera, CEO von Glops d’Història, sprach über die Weinkultur in der Region Empordà, wo die Veranstaltung stattfand, während Gaston Hochar die Entwicklung des Weins von der Antike bis in die Gegenwart darstellte.
Erfolgreiches Debüt
Das erste Mediterranean Wine Symposium markierte den Beginn einer langfristigen Kooperation zwischen den verschiedenen Produzenten aus dem Mittelmeerraum. Bereits im nächsten Jahr soll das Symposium wieder stattfinden – dieses Mal in der Toskana. Dies bestätigte Borja Suqué während der Abschlusszeremonie, als er symbolisch das Zepter an Andrea Lonardi MW vom Weingut Petra, den Gastgeber der nächsten Ausgabe, übergab.