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Wie Musik den Geschmack beeinflusst

Sake
Interview
Japan
Österreich

Wie schmeckt eigentlich ein Sake, der Walzer gehört hat? Ein Gespräch mit Asahi Shuzo Co. CEO Kazuhiro Sakurai über die feinen Parallelen zwischen Musik, Kunst und Genuss.

Falstaff: Das Pairing von Musik und Getränk zwischen Japan und Österreich ist neu. Was dachten Sie, als man die Idee erstmals an Sie herantrug?

Kazuhiro Sakurai: Wir legen großen Wert darauf, bei der Einführung unseres Sake in die Welt die lokale Kultur zu respektieren und gemeinsam mit den Menschen vor Ort neue Kulturen zu schaffen. Dieses Projekt und die Botschaft »Die Zukunft komponieren« spiegeln genau diesen Gedanken wider, was uns sehr freut.

Welche Parallelen und Verbindungen sehen Sie generell zwischen Musik, Kunst und Kultur auf der einen und Kulinarik auf der anderen Seite?

Musik, Kunst, Gastronomie – und natürlich auch Sake – sind keine Dinge, die zum bloßen Überleben unbedingt notwendig sind. Aber um glücklich zu leben, sind sie von großer Bedeutung. Gerade deshalb haben sie sich im Laufe der Zeit aus den jeweiligen Kulturen und ihrer Geschichte heraus mit einer ganz eigenen Identität entwickelt. Und genau darin sehe ich ihre gemeinsame Verbindung.

Der Sake wurde ein Monat lang mit dem »Lagunenwalzer« beschallt: Welche Auswirkungen auf das Getränk haben sich eingestellt?

Musik ist physikalisch gesehen nichts anderes als Schwingung – und selbst diese Schwingungen können bereits einen Einfluss auf den fermentierenden Sake haben, zum Beispiel indem sie die Gärung leicht beschleunigen. Doch Musik ist mehr als bloße Schwingung – sie kann uns Menschen je nach Komposition berühren und glücklich machen. In diesem Sinne hoffe und wünsche ich mir, dass sie auch einen positiven Einfluss auf die Hefen haben kann.

Wie hat sich das Getränk bei den ersten Verkostungen präsentiert? Wie würden Sie diesen speziellen Sake beschreiben?

Da wir uns noch nicht in der Phase der Verkostung des fertigen Produkts befinden, kann ich dazu keine Aussage machen.

Welche Bedeutung haben Walzer, Johann Strauss und österreichische Kunst und Kultur für Japan?

Kultur und Kunst sind entstanden, um Menschen Freude zu bereiten, und wurden über lange Zeit hinweg verfeinert. Auch Japan hat im Laufe seiner Geschichte seine eigene Kultur und Kunst weiterentwickelt. Sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede können wir genießen – und genau das hilft uns, einander besser kennenzulernen.

Welche Erinnerungen nehmen Sie aus der Zusammenarbeit mit den österreichischen Künstlern mit?

Zwei Kulturen zu vereinen und etwas Neues zu schaffen, bedeutet, sich auf das Unbekannte einzulassen. Genau diese intellektuelle Neugier daran habe ich genossen.

Sake erfreut sich auf der gesamten Welt immer größerer Beliebtheit: Worin rührt aus Ihrer Sicht diese Faszination?

Sake wurde in Japan in einem völlig anderen kulturellen und historischen Kontext als in der westlichen Welt geboren. Er entstand aus Japans einzigartigen Werten und Traditionen und wurde über die Zeit hinweg verfeinert – stets mit dem Ziel, das Leben der Menschen zu bereichern.

Ich denke, dass der wachsende internationale Zuspruch nicht nur mit seinem Geschmack zusammenhängt, sondern auch damit, dass immer mehr Menschen die dahinter liegende Kultur wahrnehmen und sich für neue Traditionen und Wertvorstellungen öffnen.


Erschienen in
Special ÖSTERREICH mit Osaka (D)

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Benjamin Herzog
Benjamin Herzog
Chefredaktion Schweiz
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