Wiener Weihnachtsdeko geht viral
Eine rote XXL-Schleife versetzt Wien in Aufregung: Zwischen Lichterglanz und Verkehrschaos wird das »Mascherl« auf der Kärntner Straße zum weltweit gefeierten Selfie-Hotspot.
Das »Mascherl«, so nennen es Wiener:innen, hat es allen angetan. Das Kaufhaus »Popp&Kretschmer« auf der Kärntner Straße in der österreichischen Hauptstadt ziert eine rote XXL-Schleife. Eigentlich wie immer in der Vorweihnachtszeit – doch in diesem Jahr ist sie berühmter denn je. Dank viralem Social-Media-Hype zieht sie momentan mehr Aufmerksamkeit auf sich als Oper, Stephansdom und Prunkbauten zusammen.
Highlight der festlichen Saison: ein »Mascherl«
Seit Mitte November hängt die übergroße, abends mit Lichtern funkelnde Schleife am Eck des Modehauses – zunächst als charmante Ergänzung zur Weihnachtsbeleuchtung gedacht. Doch was als festliche Idee begann, entpuppte sich als internationaler Pilgerort für alle, die das perfekte Selfie jagen. Täglich bildet sich momentan ein dichter Strom aus Fotowilligen bis hin zur Walfischgasse – oft sogar auf Zebrastreifen oder mitten auf der Fahrbahn stehend, selbst bei Rot. Der Verkehr kommt zeitweise kaum noch voran.
TikTok krönt Wien zum »Shibuya des Advents«
Während Wien mit hupenden Kolonnen und genervten Fahrer:innen kämpft, feiert das Netz die Schleife als visuelles Wintermärchen. Unter dem Hashtag #ViennaBow sammeln sich Videos aus aller Welt. Kommentare überschlagen sich mit Reiseversprechen, Herzchen-Emojis und spontanen Bucket-List-Erweiterungen.
Die Community scherzt bereits von »Shibuya Crossing 2.0«. Ein Verweis auf die legendäre Straßenkreuzung im Tokioter Stadtteil Shibuya, an der alle Fußgängerampeln gleichzeitig auf Grün schalten und innerhalb weniger Sekunden Tausende Menschen aus allen Richtungen im choreografierten Chaos die Straße überqueren. Ein Vergleich, der in Wien selbst eher Augenrollen als Begeisterung auslöst.
Zukunft der traditionsreichen Weihnachtsdeko
Die rote Schleife ist nicht zum ersten Mal im Zentrum des Trubels. Schon früher hatte sie sich zum Selfie-Liebling entwickelt, 2020 wurde sie sogar temporär verbannt – zu auffallend, zu ablenkend und für den Verkehr zu riskant.
Und nun steht Wien erneut vor der Frage: Wird es das rote Mascherl auch künftig geben?