Ein Besuch in der Brasserie im Hotel «Lausanne Palace» lohnt sich eigentlich immer, vor allem für Liebhaber der klassischen französischen Küche. Er ist auch fast immer möglich, denn das Restaurant ist 7 Tage die Woche durchgehend von mittags bis abends geöffnet. Beim Eintreten macht sich sofort eine nostalgische Stimmung breit, dank der Einrichtung mit viel dunklem Holz, Marmor und weisser Tischwäsche. Dazu passt auch das Speisenangebot mit seinen Klassikern wie Caesar Salad, Oeufs à la florentine und Malakoffs als Vorspeisen und Schnecken, Eglifilets und Blanquette de veau im Hauptgang. Beim Anschauen des Menus merkt man allerdings, dass nicht steif auf das Konzept der traditionellen Küche beharrt wird – es gibt auch leichtere Gerichte und vegetarische Optionen. Wir essen zur Vorspeise eine Auswahl an Meeresfrüchten, die geeist auf einer Platte serviert wird. Austern, Kaisergranat und Crevetten sind frisch und von höchster Qualität, da gibt es nichts zu tadeln. Auch die Königinpastete «Bouchée à la reine», die im nächsten Schritt aufgetischt wird, ist hervorragend: knusprig, luftig, gefüllt mit einem Ragout mit Sôt-l’y-laisse und Kalbsmilke. Den Reis dazu hätten wir nicht unbedingt gebraucht, man kann mit ihm aber wunderbar die feine Sauce aufputzen. Zum Dessert dann noch das Pièce de Resistance: ein grosses Baba à la Williamine mit Birne und Doppelrahm. Es schmeckt hervorragend, wir kämpfen uns durch, schaffen aber nur die Hälfte. Sehr zu loben sind auch der aufmerksame Service und die gute Weinkarte. Seit Anfang Oktober gibt es jeden Tag zudem 30 Chasselas aus der Schweiz im Offenausschank, darunter viele spezielle Tropfen.