Seit fünf Jahren wird in einem ehemaligen Werkhof in Liebefeld gekocht. Das gleichnamige Restaurant führen die Küchenchefs Fabienne Lüdi, Michael Früh und Dylan Sanden, der die Anteile vom ausgeschiedenen Rafael Hänni übernommen hat. Wir brechen zuerst Brot, genauer gesagt ein Sauerteigbrot aus drei Vollkornmehlen, und tunken es in Thymian-Butter. Wir bekommen einen Teller voller Köstlichkeiten: Salatspargel mit Rhabarber, geräucherten Karotten, Kohlrabi-Ravioli mit Fava-Bohnen und Frischkäse, Butter-Radieschen mit eigenem Grün, geröstete Randen mit Randen-Melonen-Vinaigrette. Ein röstaromatisches Feuerwerk, einzig der etwas bockige Geisskäse hätte eine Vorwarnung vertragen. Die vegetarische Vorspeise ist gerösteter und gehobelter Fenchel mit Waldmeister-Vinaigrette, Tannenschösslinge, geröstete Arvenkerne und Sauerklee. Die Fleischesserin bekommt Lamm aus Langnau, schwarze Linsen aus Worb und Kefen aus dem Garten von Kellner Tobi Kramer. Beim Hauptgang wird ein Duo vom Limousin-Rind serviert, mit Jus aus den Knochen, Bärlauchkapern, Spargeln aus Thörishaus, Schmelzkartoffeln und Estragon-Espuma. Der Vegi-Gang: Berner Bramata und angebratene Mairüben, eingemachte Herbsttrompeten, Peterli-Püree und Schnittlauchblüten. Die Gänge sind grosszügig und geschmacklich gelungen. Das Prädessert - eine Schwarzdornblüten-Glace mit Meringue und Bienen-pollen - steigert die Spannung auf den süssen Abschluss: Erdbeer-Sorbet mit Holunderöl, Streusel, Caramel, Joghurtschaum und eingelegtem Holunder. So einfach, so süss, so saisonal.