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© Shutterstock/JLco Julia Amaral

Günstiger als das Kaffeehaus: So funktioniert der Home-Café-Trend

Café
Social Media

Mit bedruckten Menüs, ausgefallenen Getränken und selbst gebackenem Gebäck erobern »Home Cafés« derzeit Social Media.

Ein handgeschriebenes Menü steht auf dem Tisch, auf der Kücheninsel warten Croissants und Zimtschnecken, im Hintergrund läuft eine sorgfältig zusammengestellte Playlist. Bestellt werden können Iced Matcha, Cold Brew oder Latte mit selbst gemachtem Sirup. Beim Social-Media-Trend »Home Café« verwandeln junge Menschen ihre Wohnung für einige Stunden in ein kleines Kaffeehaus und laden Freund:innen ein.

Freund:innen zum Kaffee trinken zu sich einzuladen, mag zwar keine bahnbrechende Neuheit sein. Aber: Das Home Café sollte nicht auf eine schlichte Einladung zum »Kaffee und Kuchen« reduziert werden. Denn die Gastgeber:innen werfen sich für die Inszenierung ordentlich ins Zeug und entwerfen Speisekarten, dekorieren die Tische, bereiten Gebäck vor und stehen sogar in Schürze hinter einer improvisierten Kaffeebar – ganz wie im Lieblingscafé. Auf TikTok reichen die Videos vom kleinen Kaffee-Eck in der Küche bis zum aufwendig vorbereiteten Brunch mit mehreren Getränken und selbst gebackenen Mehlspeisen.

Wie viel Arbeit dahinterstecken kann, zeigt Aulbright Nyih aus Dublin in der The Irish Times. Die 23-jährige Zahnärztin richtete in ihrer Wohnung schon mehrmals den »Aulbright’s Coffee Club« aus. Für 17 Gäste hat sie Croissants, Schokoladenmuffins, Cookies, Zitronenkuchen, Focaccia und Zimtschnecken gebacken. Sie bezeichnete das Projekt als »labour of love«, als Arbeit aus Liebe zur Sache. Sogenannte »dritte Orte« seien häufig mit Konsum verbunden, erklärt Nyih. Ihr Home Café versteht sie hingegen als Einladung und Geschenk an ihren Freundeskreis.

Hohe Kaffeepreise

Der Trend hat aber auch finanzielle Gründe. Steigende Preise in den Kaffeehäusern bewegen immer mehr Konsument:innen dazu, Cafébesuche einzuschränken und stattdessen in Kaffeezubehör für daheim zu investieren. Einer vom Marktforschungsunternehmen Mintel erhobenen US-Umfrage zufolge bereiten 35 Prozent der Befragten aufgrund gestiegener Preise häufiger Kaffee daheim zu. Besonders gefragt sind dabei Cold Brew und von TikTok inspirierte Spezialgetränke.

Café in den eigenen vier Wänden

Wer selbst zu einem Home Café bei sich daheim einalden möchte, kann auch klein starten und die Auswahl möglichst überschaubar halten. Zwei bis drei Getränke, etwa Kaffeevariationen, Tee und Matcha, dazu ein Kuchen, Croissants oder belegte Focaccia. Eine einfache Menükarte, hübsches Geschirr und eine vorbereitete Playlist sorgen für eine Atmosphäre wie im Café. Vieles lässt sich am Vortag erledigen, damit die Gastgeber:innen während des Treffens nicht ständig in der Küche stehen müssen. Wer die Kosten begrenzen möchte, kann außerdem Freund:innen bitten, Mehlspeisen mitzubringen.

Ganz so günstig ist der Spaß aber nicht: Siebträger, Milchschäumer, Sirupe, Gläser und Dekoration können ein ordentliches Loch in das Geldbörserl reißen. Für ein Home Café braucht es aber nicht zwingend eine professionelle Ausstattung. Eine Kanne Kaffee, etwas Selbstgebackenes und ein schön gedeckter Tisch reichen für den Anfang aus.


Miriam Al Kafur
Digital Redakteurin
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