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Tipps für den perfekten Gourmet-Skitag in Schladming

Die besten Adressen für den Einkehrschwung an wolkenlosen Spätwinter­tagen.

»Ich habe die Planai bekannt gemacht – und die Planai mich.« Also spricht Franz Klammer über sein fast symbiotisches Verhältnis zum Schladminger Hausberg. Hier gewann der später zum »Skikaiser« gekrönte Kärntner 1973 mit einem wilden Ritt über die eisglatte Piste seine erste Weltcupabfahrt. Dort, wo er damals dank Risikobereitschaft, Können und Glück das Rennen für sich entschied – im unteren Streckenabschnitt – haben mittlerweile die weltbesten Slalomfahrer die Rolle als Werbetrommler übernommen. Das alljährlich unter Flutlicht ausgetragene »Nightrace« avancierte längst in den Rang eines Klassikers im Weltcupkalender. Die Piste hat es damit auch bei vielen ambitionierten Hobbyskifahrern auf die persönliche To-do-Liste geschafft.

Auf den Spuren der Besten wagen sie sich auf den steilen Zielhang. So genuss- und aussichtsreich die Talabfahrt oben bei der Mittelstation mit Blick aufs Dachsteinmassiv gegenüber beginnt, so herausfordernd ist dieser Schlussteil. Die Konzentration klebt dabei am Vorhaben, jetzt lieber nicht zu stürzen – und fesselt die Augen an die eigenen Skispitzen und den nächsten Schwung statt aufs Panorama mit zu Füße liegender Stadt und dahinter aufragenden Bergen. Auch wenn unten keine jubelnde Zuschauermasse wartet, schwillt nach dem Abschwingen direkt an der Talstation aber die Brust. Geschafft! Also entweder abschnallen und den Muskeln das hoteleigene Entspannungsangebot im »Falkensteiner«, nur wenige Meter vom Zielstadion, gönnen oder wieder rein in die Gondel und hinauf.

Gleich neben der Bergstation kann man sich auf der weit­läufigen Sonnenterrasse der »Schafalm« mit einer Kostprobe aus der reichhaltigen Liste ­regionaler Spezialitäten belohnen. Und auch wieder entspannt die Aussicht genießen. Das Dachsteinmassiv gegenüber scheint sich gerade an wolkenlosen Spätwinter­tagen besonders herausgeputzt zu haben und Richtung Himmel zu strecken. Dann und wann schmücken Heißluftballons die Szenerie, die wie bunte Christbaumkugeln vor den grauen Felsen der Südwand in der Luft hängen. Dieses Schauspiel lässt sich aber auch von der benachbarten Hochwurzen genießen. Dafür muss man sich nach erfolgreicher Bergankunft nur einmal umdrehen. Die Plätze nach dem Ausstieg links gleich vorne am Geländer sind nicht umsonst heiß begehrte Selfie-Spots.

Nicht weniger sehenswert präsentieren sich die Niederen Tauern auf der anderen Seite der Bergstation. Umfassend bestaunen lassen sich deren weitläufige Gipfelketten bei einer »Inspektionsrunde« quer durch das Revier der »Vier-Berge-Skischaukel«. Man kann im Westen ganz oben auf der Reiter­alm beginnen. Auf fast jeder Geländekante wartet dort eine Hütte samt Terrasse, die wie eine riesige Sonnenstrahlenauffangstation wirkt. Zu viel Pause sollte man seinen Skiern aber beispielsweise vor der »Eiskarhütte« nicht gönnen – der Weg bis zum Hauser Kaibling im Osten ist noch weit.

Wer es vorbei an »Onkel Willy’s Hütte« und dem dort gebotenen Wildschweingulasch schafft beziehungsweise nach dem üppigen »Genussspechtteller« auf der »Mitterhausalm« eine kurze Erholung braucht, auf den warten am Fuße des unübersehbaren Senders am Kaibling bunte Liegestühle. Oder die Terrasse der »Krummholzhütte« wenige Meter weiter. Auch dort ist die Gefahr, durch gastronomische Verlockungen vom Skifahren abgehalten zu werden, allerdings relativ hoch. In der über einhundert Jahre alten und zuletzt modern erweiterten »Krummholzhütte« warten eigene Burger-Kreationen und fein ausgesuchte Weine.

Für den Kaibling gilt zudem ein Teil von Franz Klammers Symbiosethese: Nicht zuletzt die Weltcup- und Weltmeisterschaftserfolge des von hier stammenden und hier groß gewordenen Abfahrers Helmut Höflehner haben den Skiberg bekannt gemacht. Die nicht zufällig »Höfi-Express« getauften Sessellifte samt begleitender breiter Carvingpisten führen vorbei an der »Knapplhütte« (Försterpfandl probieren), der »Schmiedhütte« (Hirschgulasch vom eigenen Wild) und dem »Bergschlössl« mit einer loungeartigen Chill-out-Dachterrasse zur »Gumpenbar«, gleich gegenüber dem zum Wellness- und Kulinarik-Eldorado ausgebauten Hotel von Katrin und Gerhard Höflehner.

Im ­»H11siebzehn« – namensgebend ist die Seehöhe des hauseigenen Restaurants – warten raffinierte Kombinationen aus regionalen, saisonalen Produkten, den Kräutern aus dem eigenen Garten und dem Fleisch aus dem Wildgehege vor der Haustür.

Auf »homemade« – vom obligaten Kaiserschmarren bis zu Steinofenfladen – setzt man auch am Fuße des Skibergs, wo man die Skirunde in der »AlmArena« bei einer feinen Weinauswahl ausklingen lassen und die letzten Sonnenstrahlen eines Skitages einfangen kann. Oder noch einmal hinauf – und von der bunten Plastikkuh neben dem Gipfelkreuz am Kaibling am Horizont die Spitze des Großglockners suchen. Auch dort locken Sonne, Pisten und Gaumengenuss. In Kals kann man aus der »Adler Lounge« ein atemberaubendes Panorama von über 60 Gipfeln bestaunen, von denen viele über 3000 Meter hoch sind.

Verarbeiten und besprechen kann man diese barocken Alpineindrücke im Anschluss im Weinkeller des »Gradonna Mountain Resorts«. 300 verschiedene ­Weine sollten reichen …

Die naturnahe Markenlinie des Wellnesshotels »Höflehner« setzt sich auch auf dem Teller fort. Dabei stehen frische Zutaten aus dem eigenen Garten oder der Region im Fokus.
Foto beigestellt
Die naturnahe Markenlinie des Wellnesshotels »Höflehner« setzt sich auch auf dem Teller fort. Dabei stehen frische Zutaten aus dem eigenen Garten oder der Region im Fokus.

Adressen

Schladming

Die Tischlerei
Ob vor oder nach dem Berggenuss: Das Angebot reicht vom Degustationsfrühstücksbrunch bis zu einer feinen Abendkarte, kreiert von Daniel Handler.

Roseggerstraße 676, 8970 Schladming
+43 3687 22192, dietischlerei.co.at

Ennstalerhof
Das Beef Tatar gilt als Benchmark in der gesamten Region und sticht aus der guten -österreichischen Küche heraus.

Leiten 219, 8972 Ramsau am Dachstein
+43 3687 81080, ennstalerhof.at

ARX Restaurant
Slow Food aus regionalen Produkten und eine große Naturweinauswahl prägen das Angebot im Hotelrestaurant von Anna und Manuel Veith.

Rohrmoosstraße 91, 8971 Schladming
+43 3687 61493, das-arx.at

H11siebzehn
Dining im Hotel »Höflehner« mit Blick über das halbe Ennstal. Kreative Kombinationen von Dennis Katholnig aus regionalen Produkten, geschmacklich verfeinert durch hauseigene Kräutervielfalt.

Gumpenberg 2, 8967 Haus/Ennstal
+43 3686 2548, hoeflehner.com

Schafalm
Ob von der riesigen Terrasse das Dachsteinmassiv gegenüber oder im Lokal die Tiere im angrenzenden Stall: Zu sehen gibt es hier knapp unter der Planai-Bergstation immer etwas. Gutes Essen auch.

Planaistraße 104, 8971 Schladming/Fastenberg
+43 3687 24600, schafalm.at

Tauernalm
Direkt an der Talstation der Hochwurzen-Gondelbahn gelegen, pflegt man hier neben regionalen -Spezialitäten auch den Blick über den Tellerrand in Richtung internationaler Gerichte.

Rohrmoosstraße 208, 8970 Schladming
+43 3687 61672, tauernalm.com

Krummholzhütte
Am Gipfelplateau des Hauser Kaiblings verbinden sich hier Tradition und Innovation nicht nur architektonisch, sondern auch in der Speisekarte. Großzügige Auswahl österreichischer Weine.

Hauser Kaibling 76, 8967 Haus
+43 3686 2317, krummholzhuette.at

Mitterhausalm
Auf rund 1550 Meter Seehöhe, mitten im »Paradies« des Skigebiets Planai gelegen, verwöhnt man Ski-fahrer mit zünftiger regionaler Hüttenkulinarik und hausgemachten Mehlspeisen.

Oberhaus 49, 8967 Haus im Ennstal
+43 664 2812044, wirtshaus-groebming.at

Onkel Willy’s Hütte
Als Familienbetrieb die Tradition bewahren und dabei Gäste in gemütlicher Atmosphäre mit dem Besten aus Küche und Keller zu verwöhnen, ist Antrieb der drei »jungen wilden« Hausherren.

Planaistraße 45, 8971 Schladming
+43 676 3102998, owh.at

Kals

Gradonna
Überlieferte Osttiroler Rezepte werden von Chefkoch Michael Karl mit einer Portion mediterraner Genussfreude neu interpretiert und mit Blick auf die Piste serviert. Der Weinkeller birgt Raritäten.

Gradonna 1, 9981 Kals am Großglockner
+43 4876 82000, gradonna.at

Adler lounge
Der Einkehrschwung hier ist ein Erlebnis. Das liegt am Eins-a-Panorama, am Mix aus Osttiroler Tapas und mediterran inspirierten Speisen sowie am kleinen Serviceroboter.

Bergstation Gondel, 9981 Kals am Großglockner
+43 4876 8233250, adlerlounge.at

Taurerwirt
Am Talschluss über Kals wird Regionales mit Hingabe zubereitet, beispielsweise Gebirgssaibling aus dem benachbarten Defereggental oder Osttiroler Weiderind.

Burg 12, 9981 Kals am Großglockner
+43 4876 8226, taurerwirt.at


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Erschienen in
Falstaff Nr. 01/2024

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Klaus Höfler
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