»Verteilerkreis« auf 1800 Meter Seehöhe: Das Gipfelplateau des Penken über Tux-Finkenberg ist Startpunkt für einen abwechslungsreichen Skitag im Zillertal.

»Verteilerkreis« auf 1800 Meter Seehöhe: Das Gipfelplateau des Penken über Tux-Finkenberg ist Startpunkt für einen abwechslungsreichen Skitag im Zillertal.
© Archiv Tourismusverband Tux-Finkenberg / Johannes Sautner / shootandstyle.com

Genussvoll Skifahren: Tipps für den Sonnenskilauf im Zillertal und Kitzbühel

Die enorme Bandbreite an sonnengefluteten Pisten und hell strahlende Kulinarik machen Skitage zwischen Kitzbühel und dem Zillertal besonders attraktiv.

Es sind Skitage, zu denen man eine besondere Verbindung aufbaut, weil man sie seit »ihrer Geburt« kennt. Ab dem Moment, in dem die Sonne wie ein Kücken aus dem Ei aus dem Wolkenband an der Horizontkante schlüpft, ist man dabei. Denn was im Weltcup nicht besonders beliebt ist, ist im normalen Pistenalltag hoch begehrt: die Startnummer 1. Die ersten Spuren in den von den Pistenraupen gezogenen Rillenteppich zu ziehen, ist ein selten enttäuschtes Genussversprechen. Diese exklusive Möglichkeit, bereits um halb acht ins Pistenvergnügen zu starten, nennt sich im Skigebiet Hochzillertal »Early-Bird-Skifahren«, am Ahorn in Mayrhofen »MorgenSport«. In der benachbarten »Zillertal Arena« geht es ab März beim »Good Morning Skiing« noch eine halbe Stunde früher los.

Die Belohnung für das frühe Aufstehen sind aber nicht nur frische, leere Pisten und die pastellfärbigen Lichtspiele, die der Sonnenaufgang in die Bergkulisse malt, sondern auch der anschließende Brunch auf einer der Sonnenterrassen der Hütten wie der »Platzlalm«. In Kaltenbach lässt sich der Skitag aber auch stilsicher mittels eigener »Limousinen-Gondel« starten – mit BMW-erprobten Ledersitzen samt Sitzheizung und Massagefunktion, lederbezogener Konsole, Soundsystem, Champagner und einem anschließenden Frühstücksbrunch auf der Kristallhütte. Oder man verlegt das Frühstück gleich direkt in die Gondel. In Tux-Finkenberg kann man das Panorama in der Gefrorene Wand Bahn am Hintertuxer Gletscher nämlich bei Sekt, frischem Gebäck und Müsli oder bayrisch-zünftig bei Weißbier, Brezel und Weißwurst in einer eigens dafür reservierten Gondelkabine genießen. Zeit ist ausreichend vorhanden: Man fährt einfach so lange bergauf und bergab, bis man sich satt gegessen hat. Satt gesehen an der beeindruckenden Bergkulisse hat man sich ohnehin nie, denn die Höhenlage bis 3250 Meter garantiert Schneesicherheit, die man ausgiebig auskosten kann – beispielsweise bei der Gletscherrunde vom Penkenjoch über das Skigebiet Rastkogel zur Eggalm und weiter zum Hintertuxer Gletscher. Ergibt am Ende 60 Abfahrtskilometer und 15.000 absolvierte Höhenmeter.

Die exponierte Lage der »Kristallhütte« im Skigebiet Hochzillertal garantiert beste Talsicht.
© Kristallhütte
Die exponierte Lage der »Kristallhütte« im Skigebiet Hochzillertal garantiert beste Talsicht.

Oder man legt es gemütlicher an. An Hütten mangelt es dafür nicht, kann man in der Zillertaler Bergwelt doch unter 150 Einkehrmöglichkeiten wählen. Für Abwechslung ist damit gesorgt – die Palette reicht von Steaks in der »Firnhütte«, die auf 300 Grad heißen Steinplatten serviert werden über exklusive vier- bis fünfgängige Menüs in der Premium Lounge der »Wedelhütte«, Tirols höchstgelegene Fünf-Sterne-Küche, bis zum hausgemachten Apfelstrudel auf der »Kashütte« in der Nähe des Schneeexpress-Sessellifts oder einer Zillertaler Graukassuppe im »Almstüberl« am Penken über Finkenberg. Insgesamt spannt sich zwischen Fügen, Mayrhofen und Tux ein Netz aus insgesamt 544 Kilometern Pisten mit 180 Liftanlagen auf, wobei man im Spätwinter aufgrund der stärker werdenden Sonne vormittags vorrangig nach Osten und Süden exponierte Hänge wählen sollte und am Nachmittag eher die Westhänge, um den perfekten Firnschnee genießen zu können. Allerorts warten großzügige Sonnenterrassen mit spektakulären Aussichten.

Was der Hauptkamm der Zillertaler Alpen als natürliche Grenze zu Südtirol an Panorama bietet, versucht weiter im Norden das Wettersteingebirge Richtung Bayern. Zwar liegt der höchste Gipfel – die Zugspitze (2962 m) – knapp hinter der Grenze in Deutschland, entlang der Südseite auf Tiroler Seite breiten sich in Ehrwald, Lermoos, Berwang, Bichlbach, Biberwier, Heiterwang am See und Namlos aber gleich sieben kleine Skigebiete mit insgesamt 143 Kilometern Piste unter dem gemeinsamen Markennamen »Tiroler Zugspitz Arena« aus. Schon vor knapp einhundert Jahren wurde hier die erste Seilbahn eröffnet. Seitdem kommen Gäste und haben – egal von wo – immer die Zugspitze im Blick.

Auch in Kitzbühel bieten sich auf den Pisten rund um den legendären Hahnenkamm und das Horn zahlreiche Möglichkeiten, um Wintersonnenstrahlen in ihrem natürlichen Lebensraum einzufangen. 58 Liftanlagen stehen dafür zu Verfügung. Seit Anfang der Saison funktioniert das dank einer 23-Millionen-Euro-Investition noch besser: In nur sechs Monaten wurde der veraltete Dreier­sessellift Trattenbach und der Schlepplift Gauxjoch aus den 1980er-Jahren durch zwei hochmoderne Sesselbahnen ersetzt. Mitarbeiter der Kitzbüheler Bergbahnen haben für diese Bahnen eine neuartige Technik mit Wärmsensoren und Auslastungskontrolle entwickelt, die je nach Gästeaufkommen automatisch die Geschwindigkeit regelt und die Sitzoberflächen nur dann beheizt, wenn tatsächlich ein Passagier darauf sitzt. Zudem werden mit dieser Verbindung die Anschlüsse des Kernskigebietes Kitzbühel, Kirchberg und Pengelstein mit der Resterhöhe verbessert. So lässt sich nicht nur die tägliche Kilometerleistung auf der Piste in die Höhe schrauben, sondern auch die Fahrzeiten zwischen den knapp 60 Skihütten – vom noblen Bergrestaurant bis zur urigen Hütte – verkürzen. Die große Auswahl verlangt fast nach einer Einkehrschwung-Menüplanung. Auf eine Kaspressknödelsuppe auf der Terrasse der »Hornköpflhütte« oder Ripperl in der »Bärenbadalm« in Jochberg, später einen Kaiserschmarren im »Hahnenkammstüberl« und einen Espresso in der »Bichlalm Lounge«. Und den Skitag bei feinem Wein im »Tomschy« direkt bei der Hahnenkamm-Bergstation ausklingen lassen. Viel falsch machen kann man nicht, gehört doch überall neben Messer, Gabel und Löffel auch eine dramatisch schöne Aussicht auf die umliegende Bergwelt zum Standard-Gedeck.

Ob am Berg oder in der Stadt: Kulinarisch ist Kitzbühel ein Hotspot.
© Shutterstock
Ob am Berg oder in der Stadt: Kulinarisch ist Kitzbühel ein Hotspot.

In der Gamsstadt selbst ist die Dichte an erstklassigen Gastronomie-Adressen so hoch wie selten in Österreich. So gibt es neuerdings eine Zweigstelle von Katrin und Fabrice Kieffers Münchener »Les Deux«. Der gebürtige Elsässer und Inhaber des ältesten Weinhauses Münchens bietet in Kitzbühel in Brasserie-Atmosphäre vor allem moderne Interpretationen von klassisch französischen Gerichten. Erholung nach einem Skitag findet man auch gleich neben der Talstation der Hahnenkammbahn im »Kaiserhof«. Küchenchef Ernst Köstenbaumer übersetzt hier seit 19 Jahren regionale und saisonale Produkte in nuancenreiche Gaumenfreuden.

Sitzt man am nächsten Tag wieder in der Gondel der Hahnenkammbahn, drängt sich rechter Hand nach und nach der Wilde Kaiser ins Bild. Das markante Gebirgsmassiv baut sich wie ein Grenzwall Richtung Norden auf und dient als Namenspatron für die südlich gelegene Skiregion zwischen Söll und Brixen im Westen sowie Going im Osten. Die 93 Liftanlagen und die in alle Himmelsrichtungen abfallenden Pisten garantieren hier zu jeder Tageszeit beste Sonneneinstrahlung und nach Liftschluss mit dem »Stanglwirt« in Going eine Wellness­oase, die Fünf-Sterne-Qualität ins urig-gemütliche Kleid eines »Urlaub am Bauernhof« verpackt. Ein Gutteil der Lebensmittel kommt aus der eigenen, 100 Hektar großen Biolandwirtschaft, die Wärme aus dem eigenen Biomasse-Heizkraftwerk und das Wasser aus der hauseigenen Kaiser-Quelle. In dem 400 Jahre alten Gasthof werden heute kulinarische Highlights – orchestriert von Thomas Ritzer (der heuer in sein zwanzigstes Jahr als Küchenchef beim »Stanglwirt« geht) – serviert, begleitet von einer gut sortierten Weinkarte.

Geselligkeit auf höchstem Niveau: Auf der »Hornköpflhütte« am Kitzbüheler Horn zeigt sich die Region von einer geschmackvollen Seite.
© Tirol Werbung / Manfred Jarisch
Geselligkeit auf höchstem Niveau: Auf der »Hornköpflhütte« am Kitzbüheler Horn zeigt sich die Region von einer geschmackvollen Seite.

Adressen

Zillertal

Brugger’s Lanersbacher Hof
Geschmacksintensive Vitalküche aus regionalen Zutaten, die Tiroler Tradition mit internationaler Inspiration zusammenführt. Hier wird das Tuxer Steinschaf zur Delikatesse veredelt.

Lanersbach 388, 6293 Tux
T: +43 5287 87256, lanersbacherhof.at

Wedelhütte
Sonnenterrassen auf mehreren Etagen und eigene Gourmet-Lounge für Feinspitze, die von Tiroler und internationaler Kreativküche und hoher Geschmackspräzision verwöhnt werden.

Hochzillertal/Wedelexpress
T: +43 676 88632577, wedelhuette.at

Chefs Table im Bergfried
Genussmomente in neun Gängen: alpin und mediterran, immer überraschend und stets Augenschmaus wie Gaumenfreude zugleich.

Lanersbach 483, 6293 Tux
T: +43 528787239, bergfried.at

Guat’z Essen
Peter Fankhauser hebt vegetarische Gerichte auf ein neues Level. Es entstehen fleischlose Spezialitäten aus dem eigenen Permakulturgarten – geschmacklich wie optisch ein Erlebnis.

Obere März 36, 6275 Stumm
T: +43 664 1670350, guatzsessen.at

KLE
Küchenchef Klemens Huber setzt im Restaurant des Boutiquehotels auf eigenständige Interpretationen von Althergebrachtem – gemäß dem Motto »Kühn. Lecker. Elegant.« (KLE).

Dornaustraße 612, 6290 Mayrhofen
T: +43 5285 62569, kle-restaurant.at

Kristallhütte
Schillernder Lifestyle-Hotspot mit Faible für Kunst und Musik. Regionale Hüttenklassiker treffen auf Fünf-Gang-Abendmenüs mit bester Begleitung aus einem der höchstgelegenen Weinkeller Österreichs.

Hochzillertal/Panoramalift
T: +43 676 88632400, kristallhuette.at

Aar-Wirt
Gemütliche Stube und einladende Sonnenterrasse, wo heimische Köstlichkeiten vom Frühstück mit selbst gebackenem Brot bis zum fluffigen Kaiserschmarren als Mittagsdessert warten.

Hochfügen 46/Holzalm 6er-Sessellift
T: +43 680 2145697, aar-wirt.at

Albergo
Mediterrane Köstlichkeiten auf über 2400 Meter Seehöhe, Wein- und Käsespezialitäten inklusive, in stylischem Rahmen, bequem erreichbar über die »hauseigene« Gondel.

Hochzillertal/Bergstation Wimbachexpress
T: +43 676 88632588, albergo.com

Wiesenalm
Chilliges Lounge-Ambiente auf zwei Etagen mit dem wohl längsten Kachelofen der Welt und gut bestückter Weinkarte.

Zillertalarena/Mittelstation Rosenalmbahn
T: +43 664 9618368, wiesenalm.at

KITZBÜHEL

Berggericht
Inspiration für sein »Alpine Fine Dining« findet Marco Gatterer in heimischer und französischer Küche, serviert wird im ehemaligen Finanzamt der Stadt.

Hinterstadt 15, 6370 Kitzbühel
T: +43 670 6045450, berggericht.at

Bichlhof
Küchenchef Karl Aichholzer überlässt bei seiner regional verankerten Küche nichts dem Zufall. Gemüse und Kräuter kommen aus der eigenen Landwirtschaft, der Fisch fangfrisch aus dem Fischteich.

Bichlnweg 153, 6370 Kitzbühel
T: +43 5356 64022, bichlhof.at

Stanglwirt
Die Bioprodukte aus der Region oder vom eigenen Hof komponiert Küchenchef Thomas Ritzer verlässlich zu sehr guten, täglich wechselnden Menüs: typisch tirolerische und österreichische Spezialitäten.

Kaiserweg 1, 6353 Going
T: +43 5358 2000, stanglwirt.com

Hochkitzbühel bei Tomschy
1700 Meter Seehöhe – höher geht es gastronomisch in der Gamsstadt fast nicht. Die Terrasse der Bergstation bietet Naturdramatik, die Karte große Wein- und Champagnervielfalt.

Am Hahnenkamm 1, 6370 Kitzbühel
T: +43 5356 62094, beitomschy.at

Sonnbühel
Mediterranes Flair (Bistecca Fiorentina, Gamberi alla piastra) trifft auf heimisch-alpinen Genuss (Ripperl, Wiener Schnitzel, Stelze) und Internationales (Wagyu-Hamburger) – und das alles im Ambiente einer geschichtsträchtigen Bergresidenz.

Hahnenkamm 11, 6370 Kitzbühel
T: +43 664 4281975, sonnbuehel.at

Hornköpflhütte
Die Lage auf 1760 Metern am Kitzbüheler Horn liefert ein grandioses Panorma, serviert werden Tiroler Spezialitäten und Pfannengerichte.

Ried am Horn 8, 6370 Kitzbühel
T: +43 664 4281975, hornkoepfl.com

Rosi’s Sonnbergstuben
Bei Rosi und Küchenchef Fridel Schipflinger wird Genuss beim »Grill your own« zum Abenteuer. Der Herzlichkeit der Gastgeber kann man sich nicht entziehen.

Oberaigenweg 103, 6370 Kitzbühel
T: +43 5356 64652, sonnbergstuben.at

Seidlalm
Hier ist nicht nur Hansi Hinterseer aufgewachsen, hier wird noch immer auf authentische Produkte aus der Region größter Wert gelegt. Mit unverstelltem Blick auf den Wilden Kaiser.

Ried Ecking 27, 6370 Kitzbühel
T: +43 5356 64235, seidlalm-kitzbuehel.at


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Erschienen in
Falstaff Nr. 01/2024

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Klaus Höfler
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