Agavenbrand Trophy 2025: Mitten ins Herz!
Auch wenn sie Brüder im Geiste sind, unterscheidet Tequila und Mezcal fast mehr, als sie verbindet. Eines haben sie aber zweifelsfrei gemeinsam: Sie rücken immer stärker in den Fokus der Genießer. Aber wie trinkt man sie denn nun eigentlich am besten?
Früher war die Sache klar: Einen Tequila trinkt man mit Salz, Zitrone und als eisgekühlten Shot. Dieses Ritual brachte Generationen von Partygängern zuverlässig durch die Nacht und am nächsten Morgen ebenso verlässlich in die Nähe des Alka Seltzer-Vorrats. Nun hat das, wenig überraschend, mit echtem Genuss wenig zu tun und bei einem hochwertigen Agavenbrand, wie man ihn heute glücklicherweise zuhauf findet, sollte man von solcherlei Spielereien erst recht die Finger lassen. Wer sich dieser temperamentvollen Spirituose stattdessen ernsthaft annähern möchte, sollte sich deren Eigenheiten und zugleich deren Potenzial bewusst sein. Sowohl Tequila als auch Mezcal eignen sich formidabel zum Purgenuss und vor allem die Tequilas sind dank ihrer verschiedenen Reifestufen von Reposado über Añejo bis Extra Añejo auch für Fans gereifter Liquids bestens geeignet. Während man einen Blanco durchaus auf Eis trinken kann, da dieses ihm die manchmal vorhandene Schärfe nimmt, empfiehlt sich für gelagerte Qualitäten der Genuss bei Zimmertemperatur aus einem bauchigen Nosing-Glas oder Cognacschwenker. So können sich die komplexen Aromen am besten entfalten und je nachdem, wo man am Glas riecht, kommen unterschiedliche Aromen stärker hervor. Doch auch im Mixing spielt der Tequila seine Stärken aus und hier schlägt meist die Stunde der Blancos und Reposados, die sich durch ihre eher kräftigeren Aromen auch gegen andere Ingredienzien behaupten können.
Die Top 3: Tequila Blanco
Top 4: Tequila Aged
Mezcal, der Alleskönner
Dass ein Mezcal in einem Drink untergehen könnte, ist hingegen recht unwahrscheinlich, denn die oft druckvollen und bis ins markant Rauchige gehenden Agavenbrände sind aromatische Kraftprotze. Zwar finden sich am Markt vereinzelt auch gelagerte Qualitäten, aber das Gros der hierzulande erhältlichen Mezcals sind ungereifte »Blanco« oder »Joven«-Qualitäten, was sie jedoch mitnichten automatisch in die Ecke der reinen Mixspirituosen verbannt. Ganz im Gegenteil, man sollte sich auch hier nicht scheuen, die ersten Schritte im Pur-Bereich zu gehen, denn aufgrund ihrer Herstellungsart bieten sie im Vergleich zum Tequila eine breitere aromatische Basis. Anders als der große Bruder, der nur aus der Blauen Weber-Agave hergestellt werden darf, werden für Mezcal an die 30 unterschiedliche Sorten verwendet, die teils bis zu 15 Jahre bis zur Erntereife benötigen. Auch werden die Piñas (Agavenherzen) nicht in Autoklaven gedämpft, sondern in Erdöfen geröstet, was ihnen ihren oftmals typischen Rauchgeschmack verleiht.
Top 3: Mezcal
Diese aromatischen Feinheiten erkundet man am besten pur bei Raumtemperatur. Manchmal hilft es auch, zunächst einen Tropfen auf dem Handrücken zu zerreiben, um die Aromen aufzuschließen. Diese oft komplexen Geschmacksprofile zeigen später aber auch im Mixing ihr großartiges Potenzial. Viele Drink-Klassiker lassen sich mit einem Mezcal twisten und so auf ein ganz neues Niveau heben. Aber egal wofür man sich am Ende entscheidet – purer Genuss, gemixte Verführung, Tequila oder Mezcal… mit den Siegern unserer Agavenbrand Trophy liegt man immer richtig.