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Aufstände, Eierbecher, Magenschmerzen und das legendäre New Orleans: Ein Blick auf die wahre Geschichte des »Sazerac«

Aufstände, Eierbecher, Magenschmerzen und das legendäre New Orleans: Ein Blick auf die wahre Geschichte des »Sazerac«
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Aufstände und Eierbecher: die Geschichte des »Sazerac Cocktails«

Cocktail
Geschichte
Spirituose
Bar

Der Sazerac Cocktail ist ein Klassiker, der tief in der Geschichte der amerikanischen Barkultur verwurzelt ist und oft als der erste amerikanische Cocktail bezeichnet wird. Seine Legende handelt von Aufständen, Eierbechern und Magenschmerzen und spielt in New Orleans, einer Stadt, die für ihre lebendige Cocktailtradition bekannt ist. Doch was ist dran an dieser Story?

Die Geschichte des »Sazerac Cocktails« beginnt der Legende nach um das Jahr 1793, als Antoine Amédée Peychaud vor Aufständen in Santo Domingo nach New Orleans flieht. Mit im Gepäck soll er ein Rezept für einen Bitter gehabt haben, den er alsbald mit Cognac vermischt als Mittel gegen Magenschmerzen propagierte. Zudem soll er hierfür einen kleinen Eierbecher, einen sogenannten »Cocquetier«, verwendet haben. Aus diesem Wort soll sich später sogar der Begriff »Cocktail« entwickelt haben, so die Vermutung einiger Historiker.

Einige Jahre später, als ein Vertreter der Cognacmarke »Sazerac-de-Forge« Ende der 1850er Jahre in New Orleans dann das »Sazerac Coffee House« eröffnete, sollen dort auch Drinks mit Peychauds Bitter und Brandy serviert worden sein und sich großer Beliebtheit erfreut haben. In dieser Zeit habe sich dann der Name »Sazerac Cocktail« durchgesetzt. In den 1870er Jahren wechselte der Besitzer der Bar und damit änderte sich auch das Rezept, was auch mit der Reblaus-Plage in Europa und der damit verbundenen Brandy-Knappheit zu tun gehabt haben könnte. Jedenfalls ersetzte Rye Whiskey fortan den Cognac und ein wenig Absinth kam in der Rezeptur hinzu. Aber stimmt diese oft erzählte Geschichte?

Eine schöne Geschichte, mehr wohl nicht

Erste Zweifel kommen bei der Entstehung des Begriffes Cocktail, der gewiss nicht auf diese Eierbecherstory zurückzuführen ist. Auch wurde Antoine Peychaud erst 1803 geboren und belastbare Beweise, dass es den »Sazerac Cocktail« Mitte des 19. Jahrhunderts gab, lassen sich auch nicht finden. Belegbar ist aber Folgendes: In dieser Zeit fügte man in New Orleans Brandy Cocktails bereits einen Spritzer Absinth zu, was später »Improved Cocktail« genannt wurde. Ende des Jahrhunderts wurden sogar diverse Cocktails in Flaschen abgefüllt, so wohl auch vom »Sazerac Coffee House«, welches diese aber ganz allgemein als Sazerac-Cocktails vermarktete. Ein festes Rezept für den Drink, wie wir ihn heute kennen, scheint es nicht gegeben zu haben.

Erst nach dem Ende der Prohibition Mitte der 1930er begann die Sazerac Company, einen Whisky Cocktail als »Sazerac« zu vermarkten – was aber mitnichten dazu führte, dass wir heute ein wasserfest überliefertes Rezept besitzen. Heute besteht der Drink in der Regel aus (Rye)Whiskey, Bitters, Absinth, Zucker und den Ölen einer Zitrone. Doch auch Rum oder Wermut können sich dazu gesellen und Spirituosen nach Belieben ausgetauscht werden.

Trotz aller Wirren um seine Erfindung und sein eigentliches Rezept gilt der »Sazerac« heute als einer der bekanntesten und geschätztesten Cocktails der Welt. Er ist – offenkundig dank eines gelungenen Marketings - ein Symbol für die Kultur von New Orleans und ein Beispiel für die Handwerkskunst hinter klassischen Cocktails. Sein Ruf als einer der ältesten Cocktails Amerikas verleiht ihm zudem einen besonderen Platz in der Welt der Bars. Nur muss man dafür eben ein wenig an Märchen glauben. Aber machen die nicht immer alles schöner?

Die besten Sazerac-Rezepte


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Alexander Thürer
Alexander Thürer
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