Dank Unfall zum Drink: wie Churchill die Prohibition umging
Alkoholgenuss trotz allgemeinem Verbot? Sir Winston Churchill fand auch hierfür eine Lösung – dank eines Unfalls und dem Trick eines Arztes.
Winston Churchill wird eine ausgeprägte Vorliebe für alkoholische Getränke nachgesagt. Diese stellte den ehemaligen britischen Premier 1932 bei einem USA-Besuch jedoch vor ein Problem, denn damals herrschte dort noch die Prohibition. Die Herstellung, der Import, der Transport und der Verkauf alkoholischer Getränke war verboten – mit einer Ausnahme: Apotheken durften Alkohol – meist Whiskey oder Brandy – als Medizin verkaufen, sofern die Kunden ein ärztliches Rezept vorweisen konnten. Diese Gesetzeslücke entpuppte sich in jener Zeit für viele Ärzte als eine lukrative Einnahmequelle und zwischen 1923 und 1931 verdoppelte sich der Verkauf von »medizinischem« Whiskey durch Ärzte und Krankenhäuser.
Das musste man dem findigen Churchill offenbar nicht zweimal sagen, denn nach einem Autounfall in New York bat Churchill einen US-amerikanischen Arzt um ein ebensolches ärztliches Attest – zur Schmerzlinderung, wie es heißt. Der Mediziner erlaubte ihm daraufhin aus medizinischen Gründen Alkohol zu trinken, »insbesondere zu den Mahlzeiten«, und vermerkte handschriftlich, Churchill solle es griffbereit halten, falls er es vorzeigen müsse. Wie bei einem Rezept üblich, fehlte auch die Mengenangabe nicht. Der Arzt, Otto C. Pickhardt, beschrieb sie als »natürlich unbestimmt«, doch die Mindestmenge solle 250 ml betragen.
Churchill und der Alkohol
Churchill, der für seinen Hang zum Genuss von alkoholischen Getränken bekannt war, bevorzugte insbesondere Johnnie Walker Whisky und soll seinen Tag oft mit einem Glas Whisky-Soda begonnen und beendet haben. Legendär ist zudem seine Vorliebe für Pol Roger Champagner. Im Laufe seines Lebens soll er über 42.000 Flaschen davon getrunken haben, oft in kleinen Portionen. Dies führte zu einer engen Beziehung zwischen Churchill und der Familie Pol Roger und das Champagnerhaus benannte sogar eine spezielle Cuvée nach ihm, die bis heute erhältlich ist.