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© Eduardo Serda

Die liebsten Wiener Lokale von fünf Staatsopern-Künstlern

Kulinarik
Gastronomie
Opernball
Wien

Jenseits des Rampenlichts erkunden die Stars der Wiener Staatsoper die Stadt gastronomisch. Von versteckten Lokalen bis zu bekannten Gourmetadressen teilen sie ihre liebsten Orte – eine Einladung, Wien durch die Augen seiner Künstlerinnen und Künstler zu entdecken

Alma Neuhaus: »Treu am Platzl«

Als Alma Neuhaus 2022 von New York City nach Wien kam, um ihre Arbeit an der Wiener Staatsoper aufzunehmen, erkundete sie die Stadt mit der Neugier einer Entdeckerin. Zwischen Proben und Spaziergängen fand die in Minneapolis geborene Mezzosopranistin – ausgebildet u. a. an der Juilliard School – in der Josefstadt einen Ort, der weit mehr bot als bloße Gastronomie. Das »Treu am Platzl« vis-à-vis der Basilika Maria Treu vereint für sie Kunst, Kulinarik und Wiener Kaffeehauskultur. »Der köstliche Brunch und die entspannte Atmosphäre haben es zu einem meiner Lieblingsorte in Wien gemacht«, erzählt Neuhaus.

Schon beim Eintreten offenbart sich ein spannungsvolles Zusammenspiel: rote Sitznischen, klassische Kaffeehausstühle und liebevoll ausgestellte Kuchen treffen auf farbenprächtige Deckenmalerei und zeitgenössische Kunst. »Ich liebe es, wie hier Altes und Neues auf so charmante Weise verschmelzen«, sagt sie. An warmen Tagen zieht es Neuhaus auf die Terrasse, ein sonniger Treffpunkt mit Freunden. Kulinarisch greift die Künstlerin gern zu »Eggs Benedetto« oder der »Avocadolala«, begleitet von Cappuccino und Karotten-Ingwer-Saft: »Das weckt Erinnerungen an Brunches in New York«. Für Neuhaus ist das »Treu am Platzl« längst mehr als ein Café – es ist ein kleiner Einblick in die Seele der Stadt.

treu-wien.at


Alessandro Frola: »La Stella«

Als Alessandro Frola im Juli letzten Jahres von Hamburg nach Wien kam, um für das Neujahrskonzert zu proben, stolperte er beinahe zufällig in sein heutiges Stammlokal. Dass er zur Spielzeit 2025/26 als Erster Solotänzer an das Wiener Staatsballett wechseln würde, war da bereits klar – ein kulinarisches Zuhause fehlte noch. Im »La Stella« in der Inneren Stadt fand der gebürtige Italiener genau das: einen Ort, der ihn mit Herzlichkeit empfängt, die Qualität seiner Heimatküche hochhält und dabei Preise bietet, die an Italien erinnern.

»Ich finde, dass jeder eine schöne Zeit haben, freundlichen Service erfahren und sich qualitativ hochwertige Lebensmittel leisten können sollte«, so Frola. Die Lage direkt gegenüber der Staatsoper macht das Lokal zum täglichen Anlaufpunkt: mittags für eine schnelle Focaccia, abends für einen Aperitivo mit Freunden. Am liebsten wählt er die Variante mit Prosciutto Cotto, Tomaten, Rucola und Mozzarella – leicht genug für den Probenalltag. Ein weiteres Muss? Das Pistaziencroissant, so üppig gefüllt, »als reiche es für ganz Wien«. Besonders ist für Frola jedoch die Atmosphäre: offen, herzlich, verbindend. »La Stella« wurde für ihn zum Ort neuer Freundschaften – und zum ersten Zuhause in Wien.

instagram.com/lastella_wien


Sinthia Liz: »Asia Pavillon«

Nach intensiven Probentagen sucht Sinthia Liz Orte, an denen Leichtigkeit und Geschmack zusammenfinden. Im »Asia Pavillon« auf der Wieden hat die gebürtige Brasilianerin und Solotänzerin des Wiener Staatsballetts genau das gefunden. »Ich liebe das Lokal, weil das Essen immer köstlich ist und die Atmosphäre so entspannt und locker«, sagt sie, »außerdem ist das Personal überaus freundlich und zuvorkommend.«

Erst vor Kurzem durch Freunde entdeckt, wurde der »Asia Pavillon« rasch zur festen Adresse – und zum Tipp, den sie gerne weitergibt. Von außen zurückhaltend, überrascht der Innenraum mit klaren Linien, kräftigen Farben und moderner Offenheit. »Es ist immer voll, es herrscht ein reges Treiben«, erzählt Liz, ohne dass die Gelassenheit verloren ginge. Kulinarisch genießt die Tänzerin das gemeinsame Bestellen und Teilen. Zu ihren Favoriten zählen »Ji Si Sha La«, ein fein abgeschmeckter Hühnerfleischsalat, ebenso wie »Cong You Bing«, ein flach gebratenes Brot mit Frühlingszwiebeln. Besonders empfiehlt sie außerdem »Zha Dou Fu«, knusprigen Tofu in aromatischer Erdnusssauce, sowie »Yu Xiang Qie Zi«, Auberginen mit würzigem Rinderhackfleisch. Dazu trinkt sie am liebsten eine Soda Leche. Einfach gut – und genau deshalb besonders.

asia-pavillon.eatbu.com

Jörg Schneider: »Ristorante San Carlo«

Wenn der Vorhang an der Wiener Staatsoper gefallen ist, beginnt für Tenor Jörg Schneider oft der zweite Akt des Abends – wenige Schritte weiter, im »Ristorante San Carlo« in der Mahlerstraße. Der in Wels geborene Künstler, seit 2017 Ensemblemitglied der Staatsoper, schätzt hier vor allem Beständigkeit und Herzlichkeit. »Fantastisches Essen,
unmittelbare Nähe zur Oper und lange Öffnungszeiten – das ist nach einer Vorstellung Gold wert«, sagt Schneider. Entdeckt hat er das Lokal zufällig: Eine Kiste frischer Funghi vor der Tür gab den Ausschlag. »Ich bekam einen Salat mit frisch gebratenen Pilzen – ein Traum.« Seitdem kehrt er so oft wie möglich hier ein. Im Sommer sitzt man geschützt im Freien, drinnen herrscht entspanntes italienisches Lebensgefühl.

»Die Freundlichkeit ist außergewöhnlich, man fühlt sich jederzeit als geschätzter Gast«, so der Tenor, der hier nach Vorstellungen häufig Kolleg:innen und Opernbesucher:innen trifft. Kulinarisch begeistert ihn das neapolitanisch geprägte Dolce Vita der Küche: frische Salate mit Pilzen oder Scampi, Pizza »Frutti di Mare« oder »San Carlo«, dazu ein Klassiker wie »Tagliatelle al salmone«. Und ein Ritual steht fest: »Ohne Panna Cotta und Espresso verlasse ich das Lokal nie.«

san-carlo-ristorante.com


Ursula Wex: »Waldemar«

Die Cellistin der Wiener Philharmoniker sowie des Orchesters der Wiener Staatsoper hat ihren kulinarischen Fixpunkt in einer ruhigen Gasse von Alt-Hietzing gefunden. Auf Empfehlung von Freunden kam Ursula Wex erstmals zum Frühstück ins »Waldemar« – und kehrt seither regelmäßig zurück. »Bei einer Einkaufstour im Grätzel darf ein Besuch dort auf keinen Fall fehlen«, sagt sie. Was die »Waldemar Tagesbar« für Wex besonders macht, ist die stimmige Verbindung aus Atmosphäre und Qualität: ein gemütliches Café in perfekter Größe, mit freundlichem Ambiente und stets zugewandtem Personal.

Der große, stilvoll eingerichtete Raum mit offener Tischanordnung ermögliche ein geselliges Zusammenkommen in gepflegter Umgebung. Auch kulinarisch überzeugt das Lokal: »Die Speisekarte ist gut durchdacht, die Zutaten sind von bestmöglicher Qualität und klug zusammengestellt.« Dass dabei heimische Händler, Hersteller und Bauern unterstützt werden, schätzt sie besonders. Am liebsten kommt Wex zum Brunch – auch ganz ohne besonderen Anlass. Ihre Fixpunkte: ein Matcha Latte und »Tel Aviv« mit Shakshuka, Bio-Ei, Feta, Hummus sowie griechischem Joghurt mit Honig und Walnüssen. Ein Ort, an dem man sich jederzeit willkommen fühlt – unabhängig vom Andrang.

waldemar-tagesbar.at

 

Aline Mareiler
Aline Mareiler
Chefin vom Dienst
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