Falstaff Travel Goldlist: die besten Hotel-Gyms der Welt
Vom Retro-Flughafenterminal in New York bis zum Skyline-Pilates in Dubai – die Fitnessbereiche so mancher Hotels sind so chic designt, dass selbst die größten Sportmuffel motiviert ihre Turnschuhe einpacken.
Der junge Mann im verschwitzten Trainingsoutfit geht wiederholt in die Knie, verharrt eine Weile und kommt kontrolliert wieder hoch. Das alles geschieht unter dem wachsamen Blick von Sanjin Burazin, Head Coach im »SIRO Hotel Dubai«. Die leere Langhantel auf den Schultern des jungen Mannes irritiert, vergeblich sucht man darauf nach Gewichten. »Wer nur auf Muskeln trainiert, hat den Zug längst verpasst«, sagt Burazin knapp. Er trainierte schon Tennisstar Novak Djokovic und lässt sich nur schwer aus der Ruhe bringen.
»Bevor meine Klienten überhaupt Gewichtplatten auf die Langhantel bekommen, müssen ihre Bewegungen perfekt sitzen«, erklärt er. Nur so würden aus Bewegungen gesunde Muster – und aus Training kein Risiko, sondern eine Investition in den Körper fürs Leben. Apropos nachhaltige Investition in den Körper: Das Interesse an der eigenen Fitness – auch während des Urlaubs – entwickelt sich gerade zum großen Trend.
Vom Fitnessstudio zum Hotel
»SIRO« entstand aus der Idee, nicht bloß einen Fitnessraum, sondern ein ganzheitliches Konzept rund um körperliche Leistungsfähigkeit und Regeneration zu schaffen. Der Work-out-Space, in dem Burazin arbeitet, hat dementsprechend wenig mit dem klassischen Hotelgym gemein: Die bodentiefen Fenster geben einen Panoramablick auf Dubais Skyline frei, die Minimal-House-Musik aus den hochwertigen Lautsprechern sorgt schon beim Überschreiten der Türschwelle für den Wow-Faktor. Es gibt Zonen für funktionelles Training, Kardio und Gewichte und Studios für Boxen, Radfahren und Reformer-Pilates. Wer will, kann sogar eine Hotelsuite mit großem privatem Fitnesszimmer buchen und es je nach Bedarf einrichten. Das »SIRO« in Dubai ist das allererste, komplett auf Fitness und Wellness konzipierte Hotel der für One&Only-Luxusresorts bekannten Kerzner-Gruppe. Das zweite »SIRO«, »Boka Palace«, hat gerade eröffnet und empfängt Gäste in der Nähe des wunderschönen Hafens Porto Montenegro.
Einen ähnlichen Schritt wagte auch »Equinox«, die stylishe Luxus-Fitnessmarke mit Kultstatus und bereits über 110 Clubs weltweit. Bereits vor sechs Jahren setzte die Marke ihr durchdachtes, spezialisiertes Fitnessstudio-Erlebnis in die Infrastruktur eines Luxushotels um. Nach dem Erfolg dieses ersten Hauses in New York gab die Marke jetzt bekannt, weltweit 33 weitere Hotels eröffnen zu wollen. Und wer im »Equinox« reserviert, bucht nicht nur ein Zimmer, in dem die Minibar eine ganze Palette an Nahrungsergänzungsmitteln bereithält, sondern auch ein Gym, in dem die Handtücher nach Eukalyptus duften und die Vitamininfusionen zum Alltag gehören.
»SIRO« und »Equinox« sind natürlich nicht die einzigen. Tatsächlich ziehen viele in der Hotellerie-Branche längst mit – bei den Marktprognosen nicht verwunderlich. Laut den Branchenexperten des Global Wellness Institute wächst der Markt für Wellness-Reisen deutlich schneller als der Tourismus an sich – prognostiziert werden 1,4 Billionen US-Dollar bis 2027, umgerechnet etwa 1,3 Billionen Euro. Internationale Wellness-Gäste geben pro Trip im Schnitt 1.764 Dollar aus – also etwa 1.650 Euro –, rund 40 Prozent mehr als der Durchschnittstourist. Innerhalb der USA liegt der Aufpreis sogar bei satten 175 Prozent. Viele Gäste erwarten inzwischen automatisch einen Workout-Bereich. Er wird zum Entscheidungskriterium, beeinflusst die Hotel-Bewertungen und stärkt die Marke. Vor allem dann, wenn dieser ein positives Erlebnis kreiert.
Neue Standards in Europa
In Europa zeichnet sich ebenso bereits ab, dass die allerbeste Fitnessausrüstung zum neuen Hotelstandard wird. Im »The Chedi Andermatt« in der Zentralschweiz wartet mitten in alpiner Landschaft Spitzentechnologie auf die Gäste. Ein 2.400 Quadratmeter großer Spa- und Fitnessbereich mit Technogym-Geräten, Pool- und Hydrotherapie-Zone, Trailrunning-Strecken direkt vor der Tür, MTB-Verleih im Sommer und Ski-Butler im Winter sind nur einige der Annehmlichkeiten. Zum Regenerieren geht’s danach in die Saunen, Dampfbäder und Therapiebehandlungen mit Blick auf die Urner Alpen.
In Deutschland ist Training längst im Hotelleben angekommen. Im »Jagdhof Wellness & Sport« im Bayerischen Wald zum Beispiel wird Fitness groß gedacht – mit einem 1.100-Quadratmeter-Gym, einem 25-Meter-Pool mit Gegenstromanlage, Personal Training, Zirkeltraining und täglichem Yoga. Nach dem Work-out geht’s direkt ins Spa mit Naturbadeteich. Auch rund ums Hotel gibt’s viele Möglichkeiten, um fit zu bleiben: Naturliebhaber erwartet ein Angebot von Waldwegen und Mountainbiketrails, so weit das Auge reicht.
Einen dezenteren, aber ebenso hochwertigen Ansatz verfolgt die »Villa Stéphanie« in Baden-Baden. In der renommierten Spa-Stadt gelegen, bietet das Boutiquehotel alles, was Körper und Geist in Balance bringt – von hochmodernen Technogym-Geräten bis zu einem Private Gym für exklusive PT-Sessions.
Weiter im Norden, auf dem Gipfel des schwedischen Förberget, liegt die »Copperhill Mountain Lodge« – auf 730 Metern über dem Meeresspiegel wie ein Aussichtspunkt. Hier beginnt der Tag oft mit einem Sprung ins beheizte Becken oder einer Yogastunde am Fenster. Dann geht’s raus in den Schnee oder auf den Bike-Trail. Im Inneren: moderne Holzkonstruktionen, ein Mountainbike-Verleih und ein Spa mit Weitblick in die heilungsfördernde Natur.
Wer es spektakulär-retro mag, checkt im »TWA Hotel« am JFK Airport ein – ein echter Mid-Century-Hingucker. Im ehemaligen Flughafenterminal gelegen, hat es mit 930 Quadratmetern reinem Work-out-Space das größte Hotelgym der Welt – inklusive 14 Peloton-Bikes, einem Yogastudio und viel coolem Design. Das Highlight: der Rooftop-Pool mit Blick aufs Rollfeld.
Auch in England wird stilvoll trainiert. In St. Albans, nördlich von London, kombiniert das »Sopwell House« elegantes Landhausflair mit dem Gym der Zukunft: Die Cottonmill-Spa-Mitgliedschaft öffnet Zugang zu lichtdurchfluteten Zonen, Technogym-Artis-Geräten und bodentiefen Spiegelwänden.
In Dubai zeigt sich Burazin zufrieden. Das nächste Mal wird sein Klient schon Gewichtsplatten auf der Langhantel haben. Jetzt muss er aber seinen Flieger nach Montenegro erwischen, wo er dem Team beim Opening hilft – und auch Gästen in Montenegro den Reiz eines erstklassigen Hotelgyms ans Herz legen will. Eins ist klar: Die besten Hotelgyms können selbst sportabstinente Menschen aus ihrem Tief holen – und vielleicht sogar dafür sorgen, dass Gäste mit neuen gesunden Routinen aus dem Urlaub zurückkehren.
1. SIRO One Za’abeel
Dubai – Vereinigte Arabische Emirate
Im »SIRO One Za’abeel« in Dubai trainieren Gäste wie Athleten – mit erfahrenen Personal Coaches, modernstem Equipment und großer Kraftkammer. Das Fitnesshotel in Dubais Wolkenkratzer One Za’abeel bietet über 1.000 Quadratmeter Gymfläche, Kurse von HIIT bis Boxen, High-Tech-Regeneration und maßgeschneiderte Programme. Neben einer High-Perfomance-Umgebung für intensives Training gibt’s aber auch ein Yoga- und Pilates-Studio samt Panoramablick auf die Stadt. Dazu: Recovery Pods mit Schlafroutinen, Dampfbad und Hotelsuiten mit eigenem Fitnessbereich.
sirohotels.com
50 | 50 Falstaff-Punkten
2. Equinox Hotel New York
New York – USA
Equinox betreibt über 100 Fitnesscenter – kein Wunder also, dass der Einstieg in die Hotellerie mit dem »Equinox Hotel New York« eines der spektakulärsten Hotelgyms überhaupt hervorgebracht hat. Auf 5.500 lichtdurchfluteten Quadratmetern stellt das »Equinox Hudson Yards« modernste Geräte zur Verfügung, dazu Personal-Training-Sessions und ein Kursprogramm, das von HIIT bis hin zu Atemtechnik reicht.
Zu den schönsten Bereichen zählt das Außenareal mit Kalt- und Warmwasserbecken, einem großen beheizten Rooftop-Pool und skandinavischen Fasssaunen, aus denen man über den Hudson River blickt. In den Zimmern genießen Gäste ein neu entwickeltes Schlafkonzept: mit Licht, Tönen und einem Bett, das sich an die optimale Schlaftemperatur anpasst.
equinox-hotels.com
48 | 50 Falstaff-Punkten
3. Brenners Park-Hotel & Spa
Baden-Baden – Deutschland
Seit 150 Jahren empfängt das »Brenners« Gäste mit diskretem Luxus und heilklimatischer Luft. Gäste können joggen, wandern, entspannen – immer mit Blick auf die Oos. Das freundliche, lichtdurchflutete Fitnesscenter in der »Villa Stéphanie Spa und Wellbeing« bietet Training auf hochmodernen Geräten im Wohlfühlambiente und Personal Trainer stellen individuelle Programme zusammen. Wer eine Stufe hochschalten will, kann auf Anfrage auch den schicken Private Gym für ein intensives Personal Training in Anspruch nehmen. Wem das Wetter zu schön für drinnen ist, bringt den Körper zum Arbeiten in der Außenfitnessanlage – auf Geräten mit Wasserwiderstand.
brenners.com
47 | 50 Falstaff-Punkten
4. Jagdhof Wellness & Sport
Bayerischer Wald – Deutschland
Der »Jagdhof« bei Passau im Süden Deutschlands bietet ein ganz besonderes Fitnessangebot auf 2.500 Höhenmetern: Powerswim mit Zeitmessung oder Sparring am Boxturm – dabei handelt es sich um eine vertikale Boxstation mit verschiedenen Zielzonen für Technik und Reaktion –, dazu Höhenkammern und Kurse, die von Functional Training bis zur chinesischen Bewegungspraxis Qigong reichen. Das alles ist eingebettet in Bayerns größte Wellness- und Wasserwelt. Wer will, kann sich in Gruppenkursen bei Zirkeltraining oder Yoga auspowern. Unterstützt wird die Fitnessreise gern mit eigenen Toptrainern.
jagdhof-roehrnbach.de
45 | 50 Falstaff-Punkten
5. TWA Hotel
New York – USA
Das »TWA Hotel« direkt am New Yorker JFK-Flughafen verbindet Retro-Charme mit modernsten Fitnessmethoden – im größten Hotelgym der Welt. Gäste trainieren hier mit Blick auf startende Maschinen, schwitzen auf einem Outdoor-Track über einem ehemaligen Terminal oder springen zur Abkühlung in den Rooftop-Pool, auch – selbstverständlich beheizt – in den kalten Monaten. Das alles ist umgeben vom Design der 60er-Jahre. Wer nur tagsüber vorbeischauen oder ein paar Stunden trainieren möchte, kann das Mid-Century-Flair als Tagesticket buchen und bis zu acht Stunden verweilen.
twahotel.com
44 | 50 Falstaff-Punkten