Haptik des Weinetiketts beeinflusst Geschmackserwartung
Glatt, samtig oder rau: Eine neue Studie der Hochschule Burgenland belegt, dass bereits das Berühren eines Etiketts beeinflusst, was Konsument:innen von einem Wein erwarten und ob sie ihn als hochwertig empfinden.
Je komplexer das Etikett, desto komplexer der Wein?
Weine mit glattem Etikett wurde von den Teilnehmenden mit frischen, fruchtigen Weißweinen assoziiert. Das samtige Etikett rief häufig die Vorstellung von vollmundigem Rotwein hervor – unabhängig von Weininteresse oder Erfahrung. Das geprägte Etikett löste hingegen die Assoziationen mit Komplexität und hochwertiger Qualität eines Weines aus – mit einer signifikant höheren Zahlungsbereitschaft von bis zu plus 15 Prozent. Wer seine Weine sensorisch ganzheitlich positionieren will, sollte künftig also nicht nur auf Farbe und Schrift achten – sondern auch auf das Gefühl in der Hand.
Die Haptik beeinflusst alle, ob Weinkenner:in oder Gelegenheitstrinker:in. Diese Erkenntnis ist besonders spannend: Wir konnten zeigen, dass allein das haptische Erleben eines Etiketts die Vorstellung vom Geschmack eines Weins prägt – noch bevor der erste Schluck genommen wird. Produzentinnen und Produzenten können also mit haptisch gestalteten Etiketten die Wertigkeit eines Weins unterstreichen.
Bettina König, Betreuerin der Masterarbeit.
Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden waren unter 30 Jahre alt, weitere 28 Prozent zwischen 30 und 44 Jahren. Die Ergebnisse spiegeln damit vor allem die Perspektive einer jungen, weinaffinen Zielgruppe wider. Die Herkunft der Teilnehmenden war klar ostösterreichisch geprägt.