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Schiefer, Grauwacke und Sandstein prägen die Mineralität der Weine rund um das Anbaugebiet Savennières südwestlich von Angers.

Schiefer, Grauwacke und Sandstein prägen die Mineralität der Weine rund um das Anbaugebiet Savennières südwestlich von Angers.
© Adobe Stock, Gregor Beltzig

Klassiker mit globalem Charakter: Die Sieger der Chenin Blanc Trophy

Verkostung
Tasting
Deutschland

Manche Rebsorten erzählen Geschichten, andere verkörpern ganze Kontinente. Chenin Blanc gehört zu Letzteren: von den historischen Weinbergen der Loire über die sonnenverwöhnten Hänge Südafrikas bis zu aufstrebenden Lagen Deutschlands oder den kühlen Lagen der Schweiz zeigt er eine bemerkenswerte Fähigkeit, Klima und Terroir widerzuspiegeln – stets mit eigenem Charakter.

In Frankreich, wo der Chenin Blanc seine Wurzeln hat, entfaltet er Finesse und facettenreiche Eleganz. Winzer wie Thibaud Boudignon verleihen der Rebsorte mit Präzisionsweinbau eine unverwechselbare Handschrift – geprägt von kühler Mineralität, lebhafter Säure und einer eleganten Spannung. Die Bandbreite reicht von glasklaren, trockenen Weißweinen bis zu edelsüßen Klassikern. Auch die traditionsreichen Schaumweine von Bouvet Ladubay demonstrieren, wie perfekt Frische und Struktur harmonieren können.

Rund 9000 Kilometer weiter südlich hat die Sorte eine zweite, ebenso charakterstarke Heimat gefunden. In Südafrika – wo Chenin oft als Steen bekannt ist – wird er heute als nationale Paradesorte gefeiert. Dornier WinesStellenrust und Perdeberg Cellar stehen exemplarisch für Weingüter, die auf präzise Vinifikation und terroirgeprägte Eleganz setzen. Ihre Weine vereinen tropische Frucht, lebendige Säure und feine Würze – Ausdruck eines selbstbewussten Weinlands, das international für Furore sorgt. Dabei zeigt Chenin Blanc auch hier eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit und beweist, dass seine Persönlichkeit stets erkennbar bleibt, egal, in welchem Klima er gedeiht.

Auch in Deutschland zeigt Chenin Blanc sein Potenzial. Betriebe wie diejenigen von Christian Stahl oder Oliver Zeter beweisen, dass die Rebsorte selbst in kühleren Lagen kraftvolle, geradlinige und strukturreiche Weine hervorbringen kann. In der Schweiz entdecken immer mehr kleine Produzenten die Sorte: In alpinen Lagen verbinden die Weine frische Säure mit eleganter Mineralität – eine spannende Ergänzung zu den Loire- und Kap-Weinen.

Ob als puristischer Loire-Klassiker, charaktervoller Kap-Wein, kraftvoller deutscher Vertreter oder alpiner Schweizer Weißwein – Chenin Blanc bleibt ein globaler Botschafter für Vielfalt, Balance und Herkunft, der mit seiner Wandlungsfähigkeit, Ausdrucksstärke und Authentizität Weinliebhaber rund um den Globus begeistert.

1. Platz

Leuchtendes, helles Goldgelb. Zarte Rauchnoten, frischer Zitronenabrieb, Nektarine und Aprikose im Bukett. Kräftiger geradliniger Säurezug am Gaumen, mundwässernd und zugleich...
Frankreich

2. Platz

Holzbetonte Nase mit Aromen von getrockneten Kräutern, Reneklode, Birne, etwas Rauch, die sich mit Luft weiter entfalten. Am Gaumen entwickelt sich ein spannungsreiches Spiel:...
Deutschland

3. Platz

Markante Nase mit Noten von Heu, Quitte und Matcha-Tee, begleitet von einem Touch gelber Steinfrucht und zartem Rauchduft. Frischer Säurezug und einem feinherben Geschmack nach...
Frankreich

Sortenprofil


Chenin Blanc
Der Chenin Blanc stammt aus dem Loiretal, wo er seit dem 16. Jahrhundert kultiviert wird. Rund 90 Prozent der Rebflächen sind hier mit dieser Sorte be-stockt – besonders in Vouvray, Savennières, Saumur und Anjou. Charakteristisch sind die lebendige Säure, die ausgeprägte Mineralität und die grünen Fruchtaromen. Mit etwa 19.500 Hektar verfügt Frankreich über die größte Chenin-Anbaufläche weltweit, gefolgt von Südafrika mit rund 16.000 Hektar, wo der Wein milder, fruchtbetonter, oft tropisch-vollmundig ausfällt. In allen Regionen schätzt man seine bemerkenswerte Lagerfähigkeit.

 

Credit: Per Karlsson, BKWine 2 / Alamy Stock Photo
Foto beigestellt
Credit: Per Karlsson, BKWine 2 / Alamy Stock Photo

Erschienen in
Falstaff Magazin Schweiz Nr. 10/2025

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Gerhild Burkard
Redakteurin
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