Koriander: Deshalb liebt oder hasst man ihn
Entweder man hasst oder liebt ihn. Koriander spaltet die Geschmäcker wie kaum ein anderes Kraut. Tatsächlich schmeckt die Gewürzpflanze für einen Teil der Menschen wie Seife – Schuld daran sind die Gene.
Koriander ist aus vielen Küchen der Welt nicht wegzudenken. Die frischen Blätter und die getrockneten Samen finden in zahlreichen Gerichten Verwendung – von asiatischen Currys und vietnamesischen Pho-Suppen über mexikanische Salsas bis hin zu orientalischen Eintöpfen und Chutneys. Auch in der mediterranen Küche kommt Koriander zunehmend zum Einsatz, etwa in Salaten oder Marinaden.
Trotz seiner weiten Verbreitung spaltet Koriander die Geschmäcker wie kaum ein anderes Kraut. Für einen Teil der Weltbevölkerung schmeckt er – salopp gesagt – nach Seife. Skepsis gegenüber seinem intensiven Aroma wurde lange mit Sätzen wie »Man gewöhnt sich dran« oder »Früher mochte ich ihn auch nicht« abgetan. Doch kann man sich an diesen Geschmack wirklich gewöhnen – so wie an die umstrittene Kombination von Ananas auf Pizza?
Die Gene sagen »nein, danke«
Fraglich – denn nicht die persönliche Vorliebe ist hier ausschlaggebend, sondern die Genetik. Wie in vielen anderen Fällen spielt sie auch beim Geschmack von Koriander eine entscheidende Rolle. Bestimmte Menschen besitzen eine Variante des OR6A2-Gens, das besonders empfindlich auf Aldehyde reagiert. Also unter anderem auch auf Duft- und Geschmacksstoffe, die beispielsweise in Seife und Parfüm vorkommen. Aus diesem Grund schmeckt Koriander für sie weder frisch und zitronig, sondern viel mehr herb und unangenehm seifig. Daher stellt sich die Frage, ob man sich überhaupt an etwas gewöhnen kann – oder will –, wenn die Gene von Anfang an klar auf Ablehnung eingestellt sind.