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Viktoria Preiß

Viktoria Preiß
© Katja Preiß

W wie weiblich: Top Winzerinnen aus Niederösterreich

Niederösterreich Special 2025
Winzerin
Weltfrauentag
Niederösterreich

Wein war lange eine echte Männerdomäne, nun wird er von Jahr zu Jahr weiblicher. Diese Winzerinnen schaffen mit hohem Können, sehr viel Feingefühl und vielleicht der notwendigen »Prise« weiblicher Intuition unnachahmliche Weine mit eigenem Charakter und individueller Persönlichkeit.

Viktoria Preiss

Weinkultur Preiß, Theyern, Traisental 

Das Traisental, mit seinen sanften Hügeln und idyllischen Weinorten, bringt nicht nur hervorragende Grüne Veltliner hervor, sondern ist auch die Heimat junger kreativer Winzerinnen. Eine davon ist Viktoria Preiß. Aufgewachsen in einem alten Familienbetrieb mit Obst und Weinbau, hat es Preiß schon früh in die weite Welt gezogen, zu renommierten Weingütern in Südtirol und Neuseeland, um wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Mit dem FH-Studiengang Business Consultancy erweiterte sie nicht nur ihren beruflichen Horizont, sondern gründete auch das Winzerinnen Netzwerk »Frauenzimmer-Wein«. Seit 2014 liegt die Verantwortung für die »Weinkultur Preiß« in den Händen von Viktoria, die seither das 12-Hektar-Weingut in prämierte Höhen führt. Mit Liebe zum Detail vinifiziert sie große Veltliner, deren feine, fokussierte Aromen den Kalkeinfluss der Großlage »Parapluiberg« widerspiegeln.

Ausgezogen, um anzukommen 

Mittlerweile im Weingut fest verwurzelt und angekommen, ist Preiß der kreative Blick über den Tellerrand ein wichtiges Anliegen, bringt sie doch ihre Weltoffenheit und die internationalen Erfahrungen im eigenen Weingut ein: »Der Weitblick, die wichtigsten Dinge zu sehen, größer zu denken, den habe ich bei meinen Auslandsaufenthalten gelernt.« Diesen Weitblick lässt die Winzerin auch als Mitglied des regionalen Weinkomitees einfließen. »Slow Tourism« im Traisental  ist ihre Vision: »… denn erst beim Heimkommen habe ich den Wert der Region und des Weingutes erkannt.«


Silke Mayr

Vorspannhof, Droß, Kremstal 

Der Vorspannhof Mayr in Droß zählt mit seinem aus dem 15. Jahrhundert stammenden Winzerhaus zu den ältesten Weingütern im Kremstal. Er vereint nicht nur 500 Jahre Geschichte, sondern auch die Zukunft zweier Winzerbetriebe. Seit 2008 führt Silke Mayr mit Bedacht auf Authentizität und Herkunft das »Weingut Vorspannhof Mayr« mit Unterstützung ihrer Mutter Brigitta und eines engagierten Teams. Nach dem Tod ihres Partners Walter Buchegger übernahm Silke Mayr im Jahr 2018 auch das »Weingut Buchegger« und leitet heute beide Weingüter mit großem Erfolg. Doch zwei Betriebe unter einem Dach zu vereinen, stellte die Winzerin zu Beginn vor größere Herausforderungen: »Es war nicht einfach im männerdominierten Betrieb meine Position zu finden. Aber ich bin gewachsen in dieser Zeit und kann heute vieles gelassener sehen.«

Die Essenz Kremstal

Mit viel Gespür stellte Mayr die Weichen für eine nachhaltige Zukunft ihrer Weingüter. Der Weg zum biologischen Anbau ist geebnet, im behutsamen Umgang mit Traditionen und Ressourcen, der Pflege alter Weinstöcke oder der Erhaltung von Hecken und Rainen, die als Rückzugsgebiete für Nützlinge dienen. Heute kultiviert die Winzerin aus über 70 verschiedenen Parzellen große Veltliner und Rieslinge aus teils über 50 Jahre alten Rebstöcken, tiefgründig, elegant und strukturiert, welche unnachahmlich die Vielfalt und das einzigartige Terroir jeder einzelnen Lage des Kremstals widerspiegeln.

© Vorspannhof | Robert Herbst

Marion Ebner-Ebenauer

Weingut Ebner-Ebenauer, Poysdorf, Weinviertel

Wer von sich sagt, »Ich bin bekennende Krug-Liebhaberin«, der hat hohe Ansprüche an sich selbst und als Winzerin an den Wein. An den Schaumwein im Besonderen, denn der ist für Marion Ebner-Ebenauer eine Herzensangelegenheit. Als sie gemeinsam mit ihrem Mann Manfred das Weingut seiner Eltern in Poysdorf übernimmt, setzt sie von Anfang an kompromisslos auf höchste Qualität und realisiert ihren Traum vom perfekten Schaumwein. Ihr Blanc de Blancs Zero Dosage Vintage stellt so manchen Champagner in den Schatten. Sieben Jahre auf der Hefe gereift und ohne Dosage, setzen Marion und Manfred neue Maßstäbe für die Schaumweinkultur: »Es soll ein Spiegel des Jahrgangs, der Sorte und des Terroirs sein, Voila!«

Prickelndes Lebensgefühl

Schon mit 16 Jahren und nach einem Praktikum beim Weingut Wieninger, war für Ebner-Ebenauer ihr Lebensweg als Winzerin klar. In ihrem Mann Manfred fand sie den kongenialen Partner. Mit viel Geduld und Intuition gibt Manfred den Trauben Zeit, sich im 400 Jahre alten Keller zu entfalten, während Marion als bestens ausgebildete Weinfachfrau das Gesicht nach außen verkörpert. Gemeinsam erobern sie die Weinwelt, Auszeichnungen als Weingut und Winzerpaar des Jahres 2022 bestätigen diesen Erfolg. Die Liebe der Winzerin gilt jedoch ihren Blanc de Blancs und Blanc de Noirs: »Schaumwein ist mein Leben, man fühlt intensiver, die Lebensfreude kehrt zurück.«

© Christof Wagner

Barbara Öhlzelt

Die Weinberggeiß, Zöbing, Kamptal 

Als Winzerin ist sie eigentlich eine Spätberufene, denn ursprünglich hatte Barbara Öhlzelt anderes im Sinn als Wein zu machen. Nach ihrer Matura an der HBLA für Mode führte sie ihr Weg zuerst in die Textilbranche, dann in die glitzernde Welt der Medien nach München und Wien. Doch die Liebe zum Wein bahnte sich immer mehr ihren Weg. Barbara zog es vom Medienrummel in die Natur und so reifte ihr Entschluss, das kleine elterliche Weingut in Zöbing zu übernehmen. Es wurde rasch eine Erfolgsgeschichte und Barbara entwickelte sich zur leidenschaftlichen Winzerin mit besonderer Liebe zum Riesling vom Heiligenstein. Die Weinberggeiß, ein altes Symbol für Fruchtbarkeit und Erntedank, prangt nicht nur auf ihren Etiketten, sondern wurde auch zu Barbaras Hofnamen.

Kamptaler Verjus

Neben finessenreichen Weinen begeistert auch Verjus aus früh gelesenen Trauben die Gäste. Begonnen hatte alles 2007, als Öhlzelts Mann, der Spitzenkoch Karl Schwillinsky, im legendären Münchner »Tantris« bei einem Praktikum Verjus, die traditionelle Alternative zu Essig oder Zitronensaft, entdeckte und lieben lernte. Die erste eigene kleine Produktion ihres alkoholfreien Kamptaler Verjus begeisterte mit ihrer milden, eleganten Säure nicht nur die Spitzengastronomie, sondern durfte auch bei ihrem feinen Kulinarium »Zu Tisch im Weingarten« nicht fehlen. So begannen Barbara und Karl verschiedene Verjus-Spezialitäten zu kreieren. »Verjus ist für mich eine großartige kulinarische Kostbarkeit.«

Foto beigestellt

Maria & Anna Faber-Köchl

Weingut Faber-Köchl, Eibesthal, Weinviertel 

Am Weingut Faber-Köchl leben und arbeiten Mutter Maria und Tochter Anna. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein, und doch liegt in dieser Gegensätzlichkeit das Geheimnis der gemeinsamen Kraft. Maria, die ungeduldige, impulsive Gründerin und Anna, die Gelassene, die mit wohlüberlegten Entscheidungen das Weingut seit 2017 in eine biologisch-dynamische Zukunft führt. 1999 gründete Maria den Betrieb als Quereinsteigerin. Die dreifache Mutter absolvierte in Abendkursen die Prüfung zur Weinbau- und Kellermeisterin und startete den Betrieb mit einem einzigen Hektar Weingarten. »Manchmal wurde ich gefragt, ob mein Mann den Wein macht.« Doch ihre Leidenschaft für charakterstarke, langlebige Weine und die Liebe zum Weingarten, ließen Maria im Laufe der Jahre zur Ausnahme-Winzerin heranreifen.

Newcomer-Winzerin des Jahres

Genau 20 Jahre und 10 Hektar später erlebten die beiden eines der erfolgreichsten Jahre in der Geschichte des Weingutes, Anna wurde als Österreichs Newcomer-Winzerin des Jahres ausgezeichnet. Doch die Fußstapfen waren anfangs groß, und erst während ihres BOKU-Studiums fiel Annas Lebensentscheidung. Und heute ist das »Köchl-Verzeichnis 508« eine weiße Cuvée der Lieblingsrebsorten von Mutter und Tochter, das Herzstück des Weingutes. »Jede Sorte hat Zeit zu reifen und ihre Persönlichkeit zu zeigen.«

Foto beigestellt

Stefanie Böheim

Weingut Böheim, Arbesthal, Carnuntum 

In Carnuntum, im Ort Arbesthal, bringt Stefanie Böheim frischen Wind in althergebrachte Winzertraditionen. Seit zehn Jahren bewirtschaftet sie gemeinsam mit ihrem Vater das Weingut Böheim und trägt zum sanften Wandel bei. Das Gespann aus zwei Generationen bildet zwar eine Einheit, doch keine, die von vornherein perfekt und reibungslos abläuft. In ihren jeweiligen Eigenarten ergänzen sich Vater und Tochter dennoch perfekt in dem Wissen um Traditionen und der Experimentierfreude, aus der viele Innovationen geboren werden. Stefanie steht heute für eine leise, aber präzise Handschrift sowohl in kräftigen Rotweinen als auch in authentischen Weißweinen, die die feinen Facetten von Carnuntum betonen.

Wein & Kulinarik 

Eigentlich hatte Böheim ganz andere Pläne, schlägt ihr Herz doch für die Gastronomie und Kulinarik. Während ihrer Zeit als Jung-Sommelière an der Tourismusschule Pannoneum entdeckte sie dann die Freude, bei Verkostungen am eigenen Weingut mitzuwirken. So entschied sie sich zurückzukehren, um ihre Vorstellungen von Wein und Kulinarik mit ihrem beliebten Pop-Up-Heurigen oder bei Kulinarischen Events zu verwirklichen. »Ich muss mich nicht entscheiden, und kann Wein und Kulinarik auf hohem Niveau verbinden.« Ihre Inspirationen holt sich Böheim auf ihren Reisen, und sowohl in Küche als auch im Keller gilt ihr Motto: »Klarer Kurs, feine Linie.«

© Jolly Schwarz

Christine & Ilse Mazza

Weingut Mazza, Weißenkirchen, Wachau 

Als jüngste Tochter eines »Dreimäderlhauses« übernahm Ilse Mazza im Jahre 1982 im Alter von 21 Jahren als erste Weinbaumeisterin der Wachau das Weingut von ihren Eltern. Das Medieninteresse war groß, galt doch das Winzerhandwerk in den 80er-Jahren noch als reine Männerdomäne. Über ein Vierteljahrhundert führte sie mit fachkundiger Hand das kleine, aber feine Weingut. 1990 trat sie auch der Qualitätsvereinigung Vinea Wachau bei.

2016 gab Ilse die Kellerschlüssel an ihre Tochter Christine weiter. In der Verknüpfung von Wein, Handwerk und Kultur liegt die Philosophie der beiden Winzerinnen. Ihre Sondereditionen tragen nicht nur kunstvoll gestaltete Etiketten, sondern auch so klangvolle Namen wie »Ilses Lesung« für das vollmundige Zusammenspiel mehrerer Sorten, oder »Querkopf«, Christines Liebling. Er ist ein einzigartiger Riesling, anspruchsvoll und doch harmonisch. »Der Wein hat mich gefordert, aber so konnte ich meine Kreativität ausleben«. Denn das kunstvolle Gestalten ist für Christine ihr Lebenselixier im Weingut.

© Daniela Matejschek

Isa Svec
Autor
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