Nach der Übernahme durch den etablierten Gastrounternehmer Daniel Kehl, seiner Frau Ivona Kehl-Perkovic, Markus Stöckle vom Restaurant «Rosi» und dessen ehemaligen Souschef und «Capri»-Küchenchef Charlie Aggett erstrahlt das «Capri» in neuem Glanz. Das Interieur ist elegant und mondän, an den Wänden hängen ausgewählte Kunstobjekte, die Lockerheit ausstrahlen. Das Publikum ist durchmischt, von jungen Szenis bis zu Gästen, die bereits das «Capri 1.0» gerne besucht haben. Auf der Karte stehen klassische Gerichte, denen ein zeitgenössischer Anstrich verpasst wurde. Das junge Servicepersonal bringt zum Apéro Austern mit Rhabarber und Morita-Chili – erfrischend – und den spanischen Toast-Klassiker Bikini, gefüllt mit Manchego und Jamon, dazu ein süsslicher Dip. Die Vorspeisen bestehen aus einem bunten Mix verschiedenster Einflüsse, vor allem aus dem mediterranen Raum: Thunfisch-Crudo, Cecina de León mit Gremolata und sündhaft gute Gamberi Rossi vom Grill. Aber auch Gemüse kommt keineswegs zu kurz, denn es gibt Crudités und Pickles auf Eis, Kopfsalat, Spargel mit Sauerampfer und mehr. Nach einem schmackhaften Pasta-Intermezzo werden di Hauptgänge aufgetragen. Von herrlich nussbuttriger Rotzunge «grenobloise» bis zum klassischen Rinderfilet mit Pfeffersauce schmeckt alles genau so, wie es sollte. Ein weiteres Highlight ist das Pouletschnitzel mit Lattich und Sardellen – knusprig und nicht allzu fettig. Man könnte nach all diesen Speisen versucht sein, die Desserts zu überspringen. Das sollte man aber keinesfalls, denn sie sind hervorragend. Besonders Aggetts englisches Schichtdessert Trifle ist jede Sünde wert!