Lange stand die Lokalität der ehemaligen »Alma Gastrotheque« nicht leer. Zwei Herren mit bemerkenswertem Vorleben suchten genauso einen Platz, um ihr lang gehegtes Projekt eines entspannten Wein-Bistros aufzusperren. Der Wiener
Philip Radakovits werkte im Hotel-Management und war vor einem Jahrzehnt als »Head of Wine« Herr über die 40.000 Flaschen im legendären »Park Hotel Vitznau« am Vierwaldstättersee. Von dort kennt er den Schweizer Koch Florian Villiger, zuletzt in Wien Küchenchef im »brösl« und im »Hotel Andaz« am Belvedere. Soweit zur Vorgeschichte. In ihrem »frigo« wollen die zwei kulinarische Barrierefreiheit bieten – man kann auch nur auf einen Happen und ein Glas einkehren, alle Gerichte sind klein gehalten und somit auch günstig – bei
21 Euro ist Schluss. Unschlüssige können mit einem 5-Gang-Menü (59 Euro) die Auswahl an die Küche delegieren. Anchovis werden adrett auf Paprika-Coulis drapiert.
Spezialität des Hauses – und gerade sehr en vogue – sind Kroketten. Sehr zu empfehlen in der Spielart mit Schweinekopf, Liebstöckel und Beurre blanc. Oder die »Gazpacho 2.0« – gelierter Tomatensud, darin Wassermelone, Stangensellerie und Paprikawürfel, darüber Hobel von einer gefrorenen Tomate. Wie bei diesem Gericht blitzt immer wieder Villigers spitzengastronomische Vita durch. Dazu hat Radakovits stets den passenden Wein parat – statt Champagner setzt er auf eine Riesenauswahl an heimischem Sprudel oder zehn spannende katalonische Schäumer. Bouteillen mit bekannten Etiketten gibt’s auch – etwa Haart oder Gut Hermannsberg aus Deutschland. Das Gros kennt man noch nicht. Und man kann gefahrlos kosten. Schmeckt es nicht, macht Radakovits eben einen anderen auf.