Heidingers Gasthaus
Bei Gasthäusern, die wie ihre Wirte heißen, sind Namensänderungen so eine Sache. Wenn die Vorbesitzer den Nachfolgern ihre bestens eingeführte Trademark überlassen, können diese an deren Ruhm anknüpfen und müssen nur noch schauen, selbigen nicht zu ruinieren. So gestattete das Ehepaar Meixner die namentliche Weiterführung seiner Gastwirtschaft in Favoriten ebenso wie auch Hanno Pöschls Citybeisl viele Jahre nach der Übergabe weiterhin heißt wie er. Nun ist solcherlei aus dem Grätzel beim Meiselmarkt zu vermelden. »Heidingers Gasthaus« heißt ein Lokal, das genauso aussieht, wie ein altes Wiener Beisl zu sein hatte: dunkelbraune Lamperien, Resopaltische und das Riesengemälde »Weinlese in Matzen«. Susanne und Robert Heidinger suchten lange und fanden mit Ingobert Könczöl und seiner Frau Barbara würdige Nachfolger. In seiner ersten Karriere verkaufte der Tiroler deutsche Autos, nun als kochender Wirt bringt er unter dem Speisekartenmotto »Alpin trifft Wien« allerlei aus seiner ursprünglichen Heimat mit, ohne das Wienerische zu vernachlässigen. So gibt es nun Zillertaler Ofenleber (Achtung: XXXL-Portion!), der auch noch eine Schnitte vom Schopf beiliegt, schönes Saftl, Erdäpfelpüree, warmer Krautsalat – sehr gut. Auch das Knödeltris kennt man so aus den Alpen. Das tadellose Salonbeuschel mit Serviettenknödel (mit Fächergurkerl!) oder Altwiener Backfleisch bleiben dem hiesigen Kanon treu. Eine Legende: das »gebackene Gulasch«, stark einreduziertes Gulaschfleisch, als Nocke ausgestochen und dann doppelt gebacken. Gibt’s nur hier und noch irgendwo im Weinviertel. Weiters zu haben: freundlichste Bedienung. Eine Weinliste mit einigen feinen Flaschen und – exzellentes Zillertaler Helles vom Fass.