Seit Ende des Vorjahrs hat Schladming ein neues Lokal am Hauptplatz: die »Luther Alpenbrasserie und Bar«. Allein schon die dunkle Glasfassade erinnert ein wenig an das »Fabios« in Wien, und das kommt nicht ganz von ungefähr. Denn Lokalinhaber Patrick Sit-Vrece hat dort zwölf Jahre lang gearbeitet. Danach war er Geschäftsführer der Wiener »Eden Bar«. Und weil seine Frau Celine aus Schladming stammt, hat es die beiden hierher verschlagen. Davor befand sich hier eine »Bipa«-Filiale. Das Gebäude, eines der ältesten Schladmings aus dem 15. Jahrhundert, wurde generalsaniert, die Einrichtung mit Bögen und indirekter Beleuchtung stammt von Architekt Günther Gallob und dem Team GMP-Architektur. Ein Lokal mit Großstadtflair. Und auch was aus der Sichtküche kommt, erinnert ein wenig an das »Fabios« in Wien. Etwa ein fein mariniertes Tatar vom Thunfisch – das Ganze in einem 24 Stunden lang gekochten Sud aus Soja, Ingwer und Koriander, obendrauf eine Chili-Mayo. Die cremige Erbsensuppe wird durch die Röstaromen von knuspriger Pancetta aufgelockert, die Tagliatelle mit Salsiccia, Nduja, Tomaten und Rucola sind handgemacht. Herausragend aber ist vor allem die venezianische Kalbsleber mit Erdäpfelpüree und einem perfekten Majoran-Zwiebel-Saftl. Dieses Gericht wird tatsächlich streng nach jener Rezeptur zubereitet, die Patrick im »Fabios« beobachten konnte. Er versichert aber: »Eine ›Fabios‹-Kopie wollen wir aber nicht sein, wir haben schon eine eigene Küchenlinie.« Und die wird von einem jungen und ambitionierten Küchenteam streng nach seinen Vorgaben umgesetzt. Die freundlich kalkulierten Weinkarte listet viele allseits bekannte Namen. Die gut bestückte Bar ist unter Obhut von Ehefrau Celine.