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19 Dollar für eine Erdbeere: Bei »Erewhon« wird die Frucht zum Luxus

Erdbeere
Obst
Luxus

Extravagante Naschereien oder Lebensmittel gibt es zur Genüge, aber die gehobene Supermarktkette in Los Angeles macht jetzt alltägliche Früchte zum Luxusgut.

Zu teuer, zu wenig oder zu klein, das ist momentan der Gedanke beim Spaziergang durch den Supermarkt. Derzeit befinden sich die Lebensmittelpreise auf einem Allzeithoch, und scheinen sich dort auch sehr wohlzufühlen. In manchen Fällen werden alltägliche Nahrungsmittel zunehmend zum Luxusgut.

Besonders Obst und Gemüse sind von den Preisanstiegen betroffen, sodass selbst eine einfache Schale Erdbeeren schnell zum teuren Genuss wird. Ein zugegebenermaßen extremes Beispiel dafür liefert die US-Edel-Supermarktkette »Erewhon«: Dort sorgt eine einzelne Erdbeere für 19 Dollar für Aufsehen. Ist das pure Dekadenz oder steckt mehr dahinter?

Eine wahre Luxusbeere

Auf Social Media jedenfalls sorgt die Frucht für Aufsehen und Begeisterung – mehr noch: Viele Content-Creator:innen vertreten sogar die Meinung, dass die Frucht die beste Erdbeere ist, die sie je hatten. Während andere  den Hype relativieren und anmerken, dass die Frucht zwar köstlich ist, aber den Preis nicht wert ist.

Also was steckt hinter der Frucht? Bei den edlen Beeren handelt es sich um Tochiaika-Erdbeeren, die auf einer Farm nahe der japanischen Präfektur Tochigi angebaut werden. Die Tochiaika-Erdbeeren gelten als eine relativ neue Sorte, die schätzungsweise im Jahr 2011 durch eine neue Kreuzung entwickelt und angepflanzt wurde. Dabei hat es sich nicht um einen Zufall gehandelt, die Präfektur Tochigi gilt im Allgemeinen als Japans »Erdbeerkönigreich«.

Einfach makellos

Die japanischen Erdbeeren überzeugen visuell und geschmacklich: sie haben den »perfekt« süßen Geschmack, ein makelloses herzförmiges Profil und die charakteristische rote Färbung. Laut dem japanischen Luxusobstanbieter Elly Amai enthalten sie kaum Säure, was in Japan als Qualitätsmerkmal gilt. Die Saison reicht von Dezember bis Juni, weshalb sie aktuell im Handel erhältlich sind. Ihr hoher Preis lässt sich vermutlich durch die aufwendige Anbaumethode erklären: Japanische Luxusfrüchte werden in kleinen Mengen kultiviert und sorgfältig gepflegt, sodass nur makellose Exemplare in den Verkauf gelangen.

Und das Streben nach Perfektion geht sogar noch einen Schritt weiter – und zwar im Verkauf: Die Erdbeeren sind nur für kurze Zeit reif und werden innerhalb von 24-48 Stunden nach der Ernte bei »Erewhon« angeliefert, um sicherzustellen, dass ihre Qualität vor dem Kauf nicht abnimmt. Ob diese Makellosigkeit und das Streben nach Perfektion den stolzen Preis von 19 Dollar pro Erdbeere rechtfertigen, muss jeder für sich entscheiden.  Aber alleine schon die Verpackung der Beeren macht einen tollen Eindruck: Jede einzelne Beere »ruht« auf einem weichen Kissen und wird in einer Miniatur-Plastikcloche geschützt präsentiert. Warum auch bei der Verpackung einen drauf setzen? Ganz einfach: die Früchte sind so zart, dass sie sonst zu schnell zerquetscht werden und das wäre doch eine Schande.


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Tamara Kalny
Tamara Kalny
Autorin
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