»Mieze Schindler«: »Ballabeni« und Jan Hartwig launchen Drei-Sterne-Erdbeereis
Eine der seltensten Erdbeersorten Deutschlands trifft auf Münchens beste Eisdiele: Bei »Ballabeni« serviert Drei-Sternekoch Jan Hartwig ab heute ein exklusives Sorbet aus der legendären »Mieze Schindler« – streng limitiert und nur für kurze Zeit erhältlich.
Für die meisten Feinschmecker bleibt ein Menü im Restaurant »Jan« ein Traum: Drei Michelin-Sterne, limitierte Plätze und Preise, die nicht jeder Geldbeutel hergibt. Umso außergewöhnlicher ist es, dass man Jan Hartwigs kulinarische Handschrift jetzt für wenige Euro kosten kann – in Form einer Eiskugel.
In Kooperation mit der Münchner Eisdiele »Ballabeni« bringt Hartwig eine außergewöhnliche Sorte in die Theke – hergestellt aus einer der seltensten Erdbeeren Deutschlands: der Mieze Schindler.
Züchtung mit Geschichte
Der Name klingt zart, fast nostalgisch – und genau das ist sie auch. »Eine uralte Sorte, eine ganz wahre Frucht«, beschreibt Hartwig die kleine, empfindliche Erdbeere, die geschmacklich zwischen Walderdbeere und Himbeere liegt. Geerntet werden kann sie nur für wenige Wochen im Jahr, nach der Ernte bleibt sie höchstens zwei bis drei Tage frisch. Für den Spitzenkoch Grund genug, jedes Jahr zwischen 100 und 150 Kilo zu verarbeiten – meist zu Eis für sein eigenes Restaurant, bis jetzt.
Die Mieze Schindler wurde 1925 von Otto Schindler an der damaligen Lehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau in Dresden-Pillnitz gezüchtet – benannt nach seiner Frau »Mieze«. Ursprünglich als Liebhabersorte gedacht, verschwand sie lange Zeit fast vollständig vom Markt. Erst in den letzten Jahren wurde sie durch engagierte Gärtner und Biohöfe wiederentdeckt – nicht wegen ihres Ertrags, sondern wegen ihres einzigartigen Aromas.
Erdbeere ist langweilig?
Der Gedanke, diese Sorte einem größeren Publikum zugänglich zu machen, entstand zufällig: Bei einem Besuch bei »Ballabeni« im Lehel bemerkte Hartwig, dass Münchens beliebteste Eis-Adresse kein Erdbeereis im Sortiment hat. Die Begründung: Erdbeere sei zu langweilig. Hartwig hielt dagegen – mit einem Eis aus Mieze Schindler. Einen Tag später kam das »Ballabeni«-Team zum Probieren ins Restaurant »Jan«. Die Reaktion: Begeisterung. Die Konsequenz: eine Kooperation.
Für »Ballabeni« ist das Sorbet eine Premiere – seit ihrer Gründung 2006 hatten sie bewusst auf Erdbeereis verzichtet. Keine Sorte habe geschmacklich überzeugt. Die Mieze Schindler allerdings ist anders: intensiv, fein-säuerlich, mit einzigartigem Aroma. Die Erdbeere wurde nicht auf Ertrag oder Haltbarkeit gezüchtet, sondern auf Geschmack – ein Luxus, den man schmeckt.
Trotz hoher Warenkosten – laut »Ballabeni« eigentlich zu teuer für den Verkauf in Kugelform – ist das vegane Sorbet ab Dienstag (08.07.) 17 Uhr für 3,60 Euro pro Kugel erhältlich. Exklusiv in der Filiale in der Triftstraße 4 – und nur so lange der Vorrat reicht. Die Charge ist extrem limitiert, ein Nachschub angesichts der kurzen Erntezeit kaum möglich. Wichtig für Familien: Die Sorte enthält Alkohol und ist daher nicht für Kinder geeignet.
Wer die Kreation probieren will, sollte schnell sein. Denn schon in wenigen Tagen dürfte das Eis mit Sterne-Aroma wieder verschwunden sein. Bis vielleicht zum nächsten Sommer.