Aber bitte mit ohne: Die Sieger der ersten Alkoholfrei-Trophy
Man kann dem Wein den Alkohol – und damit leider oft auch viel Geschmack – entziehen. Oder man schafft alkoholfreie Getränke, bei denen intensive Aromatik keinen Gedanken aufkommen lässt, dass hier etwas fehlt. Althergebrachte Wiederentdeckungen und neue Kreationen bereichern gemeinsam die Getränkewelt.
Der Trend zu alkoholfreien Getränken wächst unaufhaltsam. In den letzten Jahren hat sich eine wahre Renaissance an Alternativen zum klassischen Alkohol etabliert, die nicht nur den Durst stillen, sondern auch den anspruchsvollen Gaumen erfreuen. Begriffe wie »Sober Curious« und »Zero Proof« sind mittlerweile fester Bestandteil der Getränkekultur, und immer mehr Marken und Produkte drängen auf den Markt.
Statt auf klassischen Alkohol zurückzugreifen, setzen immer mehr Menschen auf kreative und geschmackvolle Alternativen, die mit komplexen Aromen und einzigartigen Kombinationen punkten. Die Auswahl reicht dabei von »Sparkling Teas« bis zu innovativen »Proxies«, also Wein-Stellvertretern, die den Geschmack von Wein imitieren, jedoch ohne Alkohol auskommen.
Mit Zutaten wie Kefir, Kombucha oder durch Milchsäuregärung entstandene Erfrischungen bieten eine völlig neue Geschmackspalette, die oft eine überraschende Komplexität aufweist. Diese Getränke sind nicht nur ein Genuss für die Geschmacksknospen, sondern stehen oftmals auch für Nachhaltigkeit und Bioqualität.
Winzer wie Christof Winkler-Hermaden aus dem Vulkanland, der gemeinsam mit Sonja Grabner die alkoholfreie Weinalternative »Sein« ins Leben rief, beweisen, dass auch in der Welt der alkoholfreien Getränke hochwertige, handwerklich produzierte Produkte Platz finden.
Keine neue Erfindung
Ein weiterer Trend, der immer wiederkehrt, sind traditionelle Rezepte, die längst in Vergessenheit geraten schienen. Der Agrest, der Saft unreifer Trauben, erlebt heute ein Comeback als Basis für alkoholfreie Erfrischungen. Der Geschmack der frischen Weintraube erinnert, gepaart mit einer erfrischenden Säure und einer prickelnden Note, an das »Traubisoda« der 1970er-Jahre – nur eben ohne Zucker.
Auch Bitterlimonaden, die in Italien seit Jahrzehnten als Aperitivo genossen werden, finden immer mehr Anhänger jenseits der Alpen. Marken wie »Crodino« oder »Sanbittèr« setzen dabei auf eine Mischung aus Bitterkeit und Erfrischung, welche die perfekte Alternative zu klassischen alkoholischen Aperitifs darstellt. Die Vielzahl an neuen Getränken sorgt für eine enorme Vielfalt und spannende Geschmackserlebnisse.
Das große Interesse an alkoholfreien Weinen und Getränken zeigt sich auch im Handel: Lucas Matthies, Gründer und Inhaber von »kein & low«, spezialisierte sich auf den Vertrieb von Wein-Alternativen, die ohne oder mit wenig Alkohol auskommen. Gemeinsam mit Falstaff Sommelière des Jahres 2024 Friederike Duhme eröffnete er im April 2025 seinen ersten »kein & low«-Shop im 7. Bezirk. In Wien Landstraße gibt es mit »Freiwein« ebenfalls einen alkoholfreien Weinshop und auch der neue Online-Shop »Ohne Rausch« eröffnet in Kürze einen Ort für alkoholfreie Alternativen in Wien Währing. In Berlin verfolgen Jennifer Kießling und Max Lielje mit ihrem »Mindful Drinking Club« bereits seit 2021 das Ziel, eine inklusive Trinkkultur zu schaffen, die über das blosse Weglassen von Alkohol hinausgeht.
Falstaff stellt die besten Vertreter dieser neuen Getränkewelt vor.