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© Shutterstock (Symbolbild)

Mythos »Nightcap«: Lieber ein Manhattan oder heiße Milch als Betthupferl?

Cocktail
alkoholfrei
After Dinner
Afterwork

Die Überzeugung, dass ein Drink vor dem Schlafengehen für ein entspannteres Einschlafen sorgen soll, hält sich wacker. Ob mit oder ohne Alkohol – was ist dran am »Nightcap«?

Der Bildschirm im Büro flimmert, das Handy vibriert und vor dem Zu-Bett-Gehen läuft noch der Fernseher. Da fällt das Abschalten am Abend und Einschlafen oft schwer. Hier kommt der »Nightcap« ins Spiel – ob als »Betthupferl« oder »Schlummertrunk« bezeichnet, lautet die Idee dahinter: ein letzter Drink zum Ausklang des Tages soll beim Einschlafen unterstützen. Funktioniert das?

Sorgt Alkohol für entspannteren Schlaf?

Der Begriff tauchte erstmals im frühen 19. Jahrhundert auf und wurde im Laufe der Zeit zunehmend vom Begriff »Afterworkdrink« abgelöst. Als der »Nightcap« entstand, war Alkohol in der Volksmedizin noch ein fester Bestandteil und wurde auch gerne als Einschlafhilfe eingesetzt. Es wurde sogar gemunkelt, dass sie ehemalige englische Königin vor dem Schlafengehen zwei Gläser Champagner genoss. Aus heutiger medizinischer Sicht gilt jedoch: Alkohol kann in kleinen Mengen zwar das Einschlafen erleichtern, wirkt sich insgesamt aber eher negativ auf die Schlafqualität aus. Wer regelmäßig abends Alkohol konsumiert, muss damit rechnen, dass der Schlaf insgesamt unruhiger wird. Häufiges Erwachen, vermehrtes Schwitzen, Kopfschmerzen oder Mundtrockenheit können die Folge sein – entsprechend fühlt man sich am nächsten Morgen oft weniger erholt als am Abend zuvor. Wird der »Schlummertrunk« über längere Zeit zur Gewohnheit und dann plötzlich weggelassen, kann sich der Einschlafprozess vorübergehend sogar erschweren, weil  sich der Körper an die unterstützende Wirkung gewöhnt hat.

Manhattan oder doch lieber heiße Milch?

Es muss also nicht immer Alkohol sein: Für eine erholsame Nacht bietet sich eine alkoholfreie Variante wie warme Milch mit Honig und einem Hauch Muskatnuss an. Ebenfalls beliebte alkoholfreie Einschlafhilfen sind beruhigende Kräutertees, gelegentlich auch Varianten mit Lavendel.

Bei der alkoholischen Version des Schlummertrunks werden häufig vor allem dunkle Spirituosen wie Whisky, Cognac oder gereifter Rum gewählt – entweder in kleiner Menge pur oder als Cocktail. Diese Getränke werden traditionell oft mit der Rolle eines klassischen »Nightcaps« in Verbindung gebracht.

Tamara Kalny
Tamara Kalny
Autorin
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