Langzeitaffäre statt Takeover: »Sbagliata Affairs« bleibt vorerst in der »Mamas Bar«
Im Februar zogen Isabella Lombardo und ihr Team in die »Mamas Bar« im ersten Bezirk ein. Die Barkeeperin spricht mit Falstaff darüber, warum das Gastspiel nun doch in die Verlängerung geht – und wer bei ihr auf den Tischen tanzt.
Eigentlich wäre für die Falstaff-Barfrau des Jahres 2021, Isabella Lombardo, im Oktober 2025 die Eröffnung einer eigenen Bar, der »Sbagliata Bar«, angestanden. Das alte »Ludwig Van« stand erschwinglich zu Verkauf, doch technische Probleme in der Laimgrubengasse stoppten die Renovierungspläne. Halb so wild, denn ganz im Sinne ihres Konzepts sieht Lombardo darin keinen Rückschritt: »Wer braucht schon Perfektion, wenn Fehler so verdammt gut aussehen?«
Innerhalb von zwei Wochen stellte Lombardo in einer regelrechten »Nacht und Nebel-Aktion« ein neues Projekt auf die Beine: Sebastian von der »Mamas Bar« bot dem Team von »Sbagliata Affairs« von Montag bis Donnerstag ein vorläufiges Zuhause. Bis Februar stand am Wochenende noch Rokko, der Barkeeper der »Mama’s Bar« hinter der Theke. Dieser entschied, sich selbstständig zu machen. Nun sorgen Isabella Lombardo, Katharina Gazda und Solmaz Engelhardt in der Teinfaltstraße 9 auch von Dienstag bis Samstag von 17 bis 1 Uhr (freitags und samstags bis 2) für Betrieb. »Sbagliata Affairs« sorgt hier für ausgelassene Stimmung und einen mediterran inspirierten After-Work-Flair.
Wie wichtig ist es, wer hinter der Bar steht?
Das Trio setzt vor allem auf Authentizität und Gastfreundschaft – mit einer Handschrift und Atmosphäre, die für von einer Liebe für das Chaos geprägt sind. Die vier Tische und der Schanigarten des Lokals sind nach Feierabend fast durchgehend besetzt. Oft sind es Politiker:innen und Presseleute, aber auch Gastronom:innen und Karrierestarter:innen, die sich an dieser Location im ersten Bezirk besonders wohlfühlen. Auf den Tischen darf auch einmal getanzt werden – schief geschaut wird hier nicht. »Menschen wollen gesehen werden und es ist besonders wichtig, dass sie sich wohlfühlen«, so Lombardo.
Die Schönheit liegt im Chaos
Die »Sbagliata Bar« tritt selbstbewusst mit dem Slogan »Vienna’s best mistake« auf. »Sbagliato« bedeutet bekanntlich »Fehler« – und genau diese werden hier mit Charme zelebriert. Wie es mit der Bar in Zukunft weitergeht, steht noch offen. Lombardo strebt jedoch eine dauerhafte Übernahme an, um es ihren eigenen Standort nennen zu dürfen. Darüber hinaus bleibt die Barkeeperin mit italienischen Wurzeln kreativ: Die nächste Event-Kollaboration steht am Copa Beach von 1. Mai bis 30. September an – die »Pfuscheria« gemeinsam mit der »Bar Stœrt«.