Deutlicher Einbruch: Deutsche Weinernte 2024 auf Tiefstand
Wetterkapriolen und Pilzkrankheiten brachten für die deutschen Winzer einen dramatischen Ernteeinbruch. Vor allem kleinere Weinanbaugebiete kämpften mit erheblichen Verlusten.
Die Weinerzeugung in Deutschland hat 2024 einen markanten Rückgang verzeichnet. Laut Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) wurden im vergangenen Jahr lediglich 7,75 Millionen Hektoliter Wein und Most produziert. Dies entspricht einem Rückgang von 9,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und ist der drittniedrigste Wert in den letzten 15 Jahren. Im Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2023 lag die Produktion sogar 12 Prozent niedriger. Mit 841.800 Hektolitern weniger als 2023 ist der Rückgang eine der deutlicheren Schwankungen der letzten Jahre.
Das Jahr 2024 war von extremen Wetterbedingungen geprägt, die der Weinerzeugung stark zusetzten. Ein besonders feuchtes Frühjahr begünstigte das Auftreten von Pilzkrankheiten, der in vielen Weinbaugebieten großen Schaden anrichtete. Zusätzlich sorgten Spätfröste, Hagelstürme und Starkregen für weitere Verluste in den Weinbergen.
Prädikatsweine seltener
Nur 16,1 Prozent der gesamten Weinproduktion entfielen auf Prädikatsweine – eine deutliche Reduktion im Vergleich zu 2023, als noch 23,7 Prozent der Ernte diese Qualität erreichten. Prädikatsweine zeichnen sich durch besonders hohe Reife und Qualität aus und sind in der Regel das Ergebnis strengerer Weinbaustandards. Besonders stark betraf der Rückgang die süddeutschen Anbaugebiete. So verzeichnete das Weinanbaugebiet Baden mit einem Rückgang von 25,1 Prozent den größten Einbruch, aber auch Württemberg (minus 18,5 Prozent) und Franken (minus 26,5 Prozent) mussten erhebliche Ertragsminderungen hinnehmen. An der Mosel ging die Erzeugung um 7,9 Prozent zurück.
Im Gegensatz dazu konnte die Produktion in den größten deutschen Anbaugebieten, Rheinhessen und der Pfalz, relativ stabil gehalten werden. Beide Regionen steigerten ihre Erträge leicht um jeweils 0,4 Prozent. Diese Gebirgslagen haben von den regionalen Wetterbedingungen weniger Schaden genommen und konnten somit ihre Erntemengen weitgehend aufrechterhalten.
Kleine Anbaugebiete besonders betroffen
Die kleineren Weinanbaugebiete in Deutschland litten 2024 besonders stark unter den Wetterkapriolen. Sachsen, Saale-Unstrut und die Ahr, die mit weniger als 1.000 Hektar Rebfläche zu den kleineren Anbaugebieten zählen, verzeichneten dramatische Ertragsrückgänge. In Sachsen fiel die Ernte um 68,9 Prozent, in Saale-Unstrut um 63,8 Prozent und an der Ahr um 54,5 Prozent.