Die Sieger der Rotweinblends-Trophy Schweiz
Die Rotwein-Blends-Trophy von Falstaff beweist jedes Jahr aufs Neue: Wer mehrere Sorten gekonnt vereint, kann Grosses schaffen. Die Sieger 2026 kommen aus Genf, der Bündner Herrschaft und dem Wallis – und könnten stilistisch kaum unterschiedlicher sein.
Die Kunst der Assemblage ist Kalkül und Instinkt zugleich. Welche Sorten ergänzen sich? Welche Anteile erzeugen Harmonie, welche kippen das Gleichgewicht? Die Rotweinblends-Trophy von Falstaff stellt genau diese Frage Jahr für Jahr ins Zentrum. Einzige Bedingung an die eingereichten Weine: Mehrere rote Rebsorten müssen beteiligt sein. Das Resultat ist ein Teilnehmerfeld von bemerkenswerter Bandbreite.
Klassische Bordeaux-Blends stehen neben Piwi-Kreationen oder Cuvées, die Pinot Noir mit Rhônesorten kreuzen. Die Köpfe hinter den Kreationen suchen keine Perfektion im Einzelnen, sondern Ausgeglichenheit im Ganzen. Die Balance des Endresultats entscheidet über Mittelmass oder Grösse.
Wie besonders Grosses entsteht, zeigt ein Wein, der für Liebhaber dieser Kunst kein Geheimnis mehr sein dürfte, der jedoch immer wieder aufs Neue begeistert: Der Grand'Cour Rouge von Jean-Pierre Pellegrin aus Satigny im Kanton Genf, der im Jahrgang 2023 aus 75% Cabernet Franc, 20% Cabernet Sauvignon und 5% Merlot besteht. Pellegrin liefert ein Gesamtpaket, das zugleich kraftvoll und unglaublich elegant ist und von dem man spürt, dass er als Langstreckenläufer angelegt ist. Ein grosser Wein, der 24 Monate in französischen 400-Liter-Barriques und Tonamphoren reift, erst am Anfang seines langen Lebens steht und Sieger dieser Trophy ist.
Die Basis des zweitplatzierten Weins sind Syrah und Merlot. Zwei Sorten, die man nicht sofort mit der Bündner Herrschaft in Verbindung bringen würde. Jürg und Daniela Marugg aus Fläsch vereinen beide jedoch zu einem komplexen, perfekt ausbalancierten und unglaublich animierenden Topwein, der treffend Momentum heisst und ebenfalls aus dem Jahr 2023 stammt. Merlot spielt auch beim Complices Rouges vom Weingut Gérald Besse aus Martigny eine entscheidende Rolle. Gemeinsam mit Gamay und Gamaret macht die Sorte eine dermassen gute Figur, dass der Wein den dritten Platz des Tastings einheimste. Ein Gegenentwurf zu den beiden anderen Weinen auf dem Treppchen: frisch und saftig, mit kühler alpiner Frucht. Die Kunst der Assemblage ist eben vielfältig und bietet jedem etwas.
Top 3 Rotwein Blends
Weinprofil
Schweizer Blends
Mit dem Dôle hat die Schweiz eine traditionelle Rotwein-Cuvée, jedoch sind hierzulande alle erdenklichen Kombinationen roter Sorten zu finden. Insbesondere im Tessin sind Blends nach dem Vorbild des Bordeaux beliebt. In der Schweiz ist hierbei meist der Merlot dominierend, ergänzt von weiteren Sorten.