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© Roland Graf

Ein Wiener als »Meisterhunter«: Steven Daevel holt Jägermeister-Sieg

Cocktail
Wettbewerb
Österreich
London

Es war eine Premiere in der Wiener »Krugers Bar« – bislang gab es den Mix-Wettbewerb »Meisterhunter« nur für Großbritanniens Bar-Kreative. Zehn Finalisten sahen am Ende einen ersten österreichischen Gewinner aus der Großstadt.

Einen Kräuterlikör zur Basis von Cocktails zu machen, ist eine eigene Kunst. Hohe Süße und prägnante Bitternoten verlangen nach genau austarierten Partnern in Rührglas und Shaker. Wer das schafft, ist ein Mix-Meister. Oder eben ein »Meisterhunter«, wenn Jägermeisters »Manifest« im Spiel ist. So nannte Florian Beuren den Drink-Wettbewerb, den er als Global Brand Ambassador 2018 im Vereinigten Königreich ins Leben rief. Er schilderte die Vorgeschichte bei seinem Besuch in Wien, wo Beuren ebenfalls der Jury vorstand. Denn erstmals wurde 2024 auch international nach den besten Kreationen mit dem Premium-Produkt aus Wolfenbüttel gesucht. »150 Einreichungen waren es in den sechs Ländern«, ortet Beuren großes Interesse der Bar-Community.

Auf der Suche nach dem heimischen »Meisterhunter« unterstützten ihn in der von Importeur »Liquid Spirits« organisierten Competition Kan Zuo (»The Sign«, Wien) und FALSTAFF-Autor Roland Graf. Zehn Bartender hatten diesem Trio nicht nur ihre »Manifest«-Interpretation zu präsentieren, sondern auch einen spontan kreierten Highball, für den sie zuvor um maximal 30 Euro Gläser und Zutaten bei »Transgourmet« erwerben mussten. So sollte das maximale Ziel, das Brand Managerin Sophie Zorn ausgegeben hatte, erreicht werden: »Die unerschöpfliche Kreativität von Jägermeister zu fördern und die Vielfalt der österreichischen Talente feiern«.

Tiroler Wald und Asiens Aromen

Die zehn Besten der insgesamt 24 teilnehmenden Bartender trafen sich in der Wiener »Krugers Bar« zum geschmackvollen Kräftemessen. Bestens passend zum Kräuterlikör war dabei auch die »alpine« Abordnung stark: Mit einem Fichtensirup legte Yannik Seeber (»Adlers Bar«, Innsbruck) vor, während Sascha Riepl (»Ginhouse«, Zell am See) seine Jäger-Reise mit Moosbeeren und »flüssiger Erde« anlegte. Wie Seeber kam auch Anna Dorfmann aus der »Adlers Bar«, das Innsbrucker Trio vervollständigte Yegor Krasnokutskyi (»FloJo Bar«). Dass Gewürze und Kräuter aber auch anderswo in Fülle kombiniert werden, zeigte der Drink von Johanna »Jojo« Luger (»Burdock«, Salzburg) – sie ließ eine Bollywood-reife Mango-Lassi-Version mit »Manifest« vom Stapel.

Nicht minder exotisch schmeckte dann der japanisch inspirierte Cocktail »Shogun’s Elixir«. Alexander Malle, in der Küche versierter Teilnehmer aus dem »Christophers« in Maria, hatte Shiso und Miso-Paste als Zutaten mitgebracht. Jan Masek (»Frau Dietrich«, Linz) wiederum ergänzte die kräutrige Spirituose noch um Vanille und Safran, »die teuersten Gewürze«. Damit akzentuierte er in seinem zehnminütigen Spannungsbogen »die Reise eines armen Rehs, das mehr von der Welt sehen will als nur den Wald«. Für Florian Beuren waren Kreationen wie diese ein klarer Beweis, »wie vielseitig ›Manifest‹ als Mix-Spirituose sein kann«.

Premiere für »Schlossbar«-Rookie

Applaus gab es auch für den jüngsten Teilnehmer – Michael Kapferer aus der »Schlossbar« des Hotels Schloss Seefels. »Es ist nicht nur die erste Competition, an der ich teilnehme, sondern auch die erste, die ich sehe«. Doch beirren ließ sich der 21-Jahre aus Töschling nicht; sein Mix mit Birnen-Cordial und Walnuss-Bitter war tadellos. Dagegen ging Attila Szellhofer fast schon als Routinier bei Cocktail-Bewerben durch. Sein eigens geschriebenes Gedicht über Jägermeister unterstrich, dass der Salzburger auch an den Entertainment-Faktor an der Bar denkt. Der Chef der »Burdock«-Bar hatte aber auch die Geschichte der Hunnen und Rotkäppchen als Inspirationen in seine Drink-Geschichten verpackt.

Richtiggehend zum »Stand up-Comedian«, so Juror Kan Zuo, wurde dann Steven Daevel. Mit geklärtem Erdbeersaft und Sauerkraut (!) wollte er den »Cadillac of Wolfenbüttel« aromatisch aufpolieren. Optisch gelang das mit einem roten »J« auf der Kokosnuss-Espuma seines »Kraut-Pleaser«. Der Name passte bestens zum augenzwinkernden Werbe-Auftritt Jägermeisters.

»Kraut-Pleaser« und Jäger-Tee

Auch Daevels zweiter Drink »Don’t call it: Jägertee!« wurde vom Wiener »Soulmate«-Bartender launig und very British im Bowler Hat und aus der Teekanne gereicht. Am Ende überzeugten die vereinten Mix- und Entertainment-Qualitäten am meisten. »Damit wird Österreich in London top repräsentiert«, so die Jury. Stark schnitten aber auch die Bartenderinnen ab: Platz zwei ging an »JoJo« Luger, Platz drei an die Innsbruckerin Anna Dorfmann. Insofern wurde die »Manifest«-Competition auch ein Manifest für alle Frauen am Shaker!


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