Geburtstag im Stadtdschungel: 11 Jahre »25hours Hotel Bikini Berlin«
Elf Jahre, zehn Etagen, unzählige Eindrücke: Das »25hours Hotel Bikini Berlin« hat Geburtstag gefeiert. Und zeigte, wie treffsicher das Haus den Geschmack der Hauptstadt trifft.
Dass es im Zoo laut, wild und bunt zugeht, ist nichts Neues. Doch am vergangenen Freitag schien das tierische Spektakel in Berlin kurzzeitig die Straßenseite gewechselt zu haben, denn: Das »25hours Hotel Bikini Berlin« lud zum elften Geburtstag. Und bewies, dass »Urban Jungle« nicht nur Einrichtungskonzept, sondern Haltung ist.
Ein »25hours Hotel« irgendwann in Berlin auf die Karte schreiben zu können, lag auf der Hand. Die eigentliche Überraschung lag in der Wahl der Adresse: nicht im hippen Osten, sondern in direkter Nachbarschaft zum Bahnhof Zoo, untergebracht in der Concept-Mall »Bikini Berlin«. Während andere Teile der City West noch um ihr Comeback ringen, hat das Team hinter »25hours« hier Fakten geschaffen.
Zwischen Pflanzen, Pavianen und Pita
Das Hotel selbst trägt diesen Standort selbstbewusst mit: Einige Zimmer blicken direkt auf das nahegelegene Affengehege, andere auf den Ku’damm und die Gedächtniskirche. Die Einrichtung: gemütlich, verspielt, aber durchdacht. Kissenfenster, Regenduschen, Hängematten, Leihräder, Badewannen mit Weitblick. Jedes Detail scheint auf Instagram-Freundlichkeit getestet, ohne zu nerven.
Zur eigentlichen Party gab es einen offiziellen Programmplan, der schnell zur Art urbanem Schnitzeljagd-Leitfaden wurde. Unter anderem darauf: Drag-Performances, Karaoke, Hip-Hop-Floor, Live-Musik und Shibari. Wer sich von letzterem musikalische Unterhaltung versprach und neugierig in die siebte Etage fuhr, fand sich plötzlich in einem dunkelen Hotelzimmer wieder und stellte fest: keine Band, sondern Bondage. Japanische Fessel-Kunst. In der Sauna wartete die nächste Überraschung: eine temporäre Red-Bull-Bar und ein DJ. Dazu eine tropenartige Dusche voller Pflanzen, die ununterbrochen plätscherte. Warum auch nicht.
Wem das zu viel menschliche Nähe bedeutete, der konnte sich in den zehnten Stock ins »Neni« retten. Dort servierte Küchenchefin Haya Molcho mit ihrem Team ein aromatisch ausbalanciertes Buffet: gerösteter Blumenkohl mit Harissa, cremiger Hummus, Labneh, marinierte Pilze, frisches Pita. Direkt nebenan in der »Monkey Bar« gab es Signature Cocktails wie den Sicilian Sunset, einer Kombination aus Orange und Amaretto, sowie Naturweine.
Kein Rückzugsort, sondern Einladung zur Verirrung
Wozu das ganze Spektakel, könnte man sich fragen: all die Etagen, das Bühnenprogramm, die Bar in der Sauna? Die Antwort ist vielleicht genau diese: Es geht nicht ums Abschotten, sondern ums Aufmachen.
Denn was das »25hours Hotel Bikini Berlin« auch nach über einem Jahrzehnt so besonders macht, ist seine Offenheit und zwar in jeder Hinsicht: Die Lobby funktioniert wie ein öffentlicher Platz, auf dem DJs statt Rezeptionisten für Stimmung sorgen. Und wer in der »Monkey Bar« keine Berliner:innen trifft, war einfach nicht lang genug da. Selbst wer kein Zimmer bucht, fühlt sich als Teil des Hauses – spätestens, wenn er mit einem Klebetattoo auf dem Handrücken und einem Drink in der Hand in der Sauna steht.
Man könnte sagen: Während draußen Zebras, Paviane und Lamas wohnen, laufen drinnen genauso bunte Exemplare herum – bloß mit mehr Glitzer und einem Glas Alkohol in der Hand. Und genau darin liegt die Kunst dieses Hotels: Es bleibt nicht außen vor, sondern wird selbst Teil der Stadt. Offen, zugänglich, leicht verrückt, aber immer mit Haltung.
10787 Berlin
Deutschland