Gewaltvorwürfe gegen Noma-Chef: René Redzepi tritt zurück
Seit Jahren prägt René Redzepi die internationale Spitzengastronomie. Nach Berichten über Gewalt in seiner Küche tritt der »Noma«-Chef nun von der operativen Leitung zurück.
Der dänische Starkoch René Redzepi tritt nach Missbrauchsvorwürfen von der operativen Leitung des Kopenhagener Spitzenrestaurants Noma zurück. Er kündigte diesen Schritt auf seinem persönlichen Social-Media-Account an. Redzepi war gemeinsam mit dem Mitbegründer Claus Meyer mehr als 20 Jahre lang für die Leitung des Restaurants zuständig.
Redzepi gilt als einer der einflussreichsten Köche der Gegenwart. Das »Noma« wurde fünfmal zum besten Restaurant der Welt gewählt und prägte mit seiner Küche die internationale Spitzengastronomie. Jetzt steht das Haus wegen seines Arbeitsklimas in der Kritik.
Gewaltvorwürfe seitens ehemaliger Mitarbeiter
Auslöser sind Berichte ehemaliger Mitarbeiter:innen über Gewalt und Demütigungen in der Küche. Laut Recherchen der New York Times schilderten mehrere frühere Beschäftigte einen rauen Führungsstil und Vorfälle, bei denen es zu körperlichen Übergriffen gekommen sein soll. Die Zeitung berichtet, einige Mitarbeiter:innen hätten erzählt, »dass der Küchenchef sie geschubst oder Gegenstände geworfen habe.« Die New York Times hat mit 35 Ex-Angestellten gesprochen, um sich ein Bild über die Arbeitsbedingungen zu machen. Diese berichteten von Bodyshaming, Belästigungen sowie Demütigungen vor dem Team. Eine ehemalige Angestellte sagte in dem Artikel, in die »Arbeit zu gehen fühle sich an, wie in den Krieg zu ziehen.«
Redzepi selbst ist der Meinung, dass sein Rückzug keine Auswirkungen auf das Restaurant haben werde. »Für alle, die sich fragen, was das für das Restaurant bedeutet, möchte ich klar sagen: Das Noma-Team ist heute so stark und inspirierend wie nie zuvor. Wir sind seit 23 Jahren geöffnet, und ich bin unglaublich stolz auf unsere Mitarbeiter, unsere Kreativität und die Richtung, in die sich das Noma entwickelt«, schreibt er auf Instagram.
Weiters erklärt der 48-Jährige in dem Instagram-Posting, dass er in der Vergangenheit bereits Schritte unternommen habe, sein Verhalten zu bessern: »Ich habe daran gearbeitet, eine bessere Führungskraft zu werden, und Noma hat über viele Jahre hinweg große Schritte unternommen, um die Unternehmenskultur zu verändern. Ich bin mir bewusst, dass diese Veränderungen die Vergangenheit nicht ungeschehen machen können. Eine Entschuldigung reicht nicht aus; ich übernehme die Verantwortung für mein eigenes Handeln.«
Die Debatte trifft das Restaurant kurz vor dem Start des Pop-ups in Los Angeles, bei dem ein Menü 1.500 US-Dollar kostet. Trotz des hohen Preises waren die Plätze nach Minuten ausverkauft.