Immer mehr Christkindlmärkte schließen aus Kostengründen
Steigende Sicherheitsauflagen, höhere Strompreise, Personalmangel. Und auch das Geld ist knapp. In Österreich müssen heuer mehrere kleine Christkindlmärkte pausieren oder ganz schließen. Der Advent wird leiser.
In der Steiermark bleibt es heuer still auf dem Hauptplatz von Thal, Arnold Schwarzeneggers Heimatgemeinde. Der kleine Christkindlmarkt dort wurde aus Kostengründen abgesagt, berichtet die Kleine Zeitung. Die Gemeinde könne die steigenden Ausgaben nicht mehr stemmen.
Thal ist kein Einzelfall. Doch Thal steht damit nicht alleine da. Landesweit – und auch in Deutschland – sehen sich viele Veranstalter immer größeren finanziellen, organisatorischen und sicherheitstechnischen Hürden gegenüber. Auch in Wien bleibt der »Advent im Gartenpalais Liechtenstein« heuer geschlossen.
Auch Schließungen in Wien
Die Ursachen für das Aus vieler Weihnachtsmärkte sind unterschiedlich: In Wien sorgte etwa beim traditionsreichen Christkindlmarkt im Schloss Neugebäude die Insolvenz des Trägervereins für das Aus. Der Verein, seit Jahrzehnten für Adventmärkte und andere Events verantwortlich, geriet durch massive Schulden und wegfallende Subventionen in Schieflage. Mit dem Auslaufen des Mietvertrags mit der Stadt brach die wichtigste Einnahmequelle weg – ein Weiterbetrieb war unmöglich, berichtet die Heute.
Am Maria-Theresien-Platz beginnen die Umbauarbeiten für mehr Barrierefreiheit erst 2026, aber bereits 2025 gibt es keinen Markt, weil Verträge ausgelaufen und Ausschreibungen verzögert wurden, die genauen Gründe bleiben im Dunkeln, hat die Presse berichtet. Die Museen selbst hätten eine Durchführung noch für möglich gehalten.
Teure Sicherheit
In Deutschland zeigen sich ähnliche Tendenzen: Nicht nur Sicherheitsauflagen, sondern auch Kombinationen aus gestiegenen Kosten, Personalnot, auslaufenden Verträgen oder auch Baustellen führen zur Streichung selbst traditionsreicher Märkte, berichtet die Frankfurter Rundschau. Veranstalter sehen sich gezwungen, bereits geplante Märkte erneut auszusetzen, wie beim historischen Markt im Rostocker Iga Park.
Ein entscheidender Kostentreiber sind die in den letzten Jahren verschärften Auflagen für Veranstalter. Nach den jüngsten Terroranschlägen in Europa müssen Weihnachtsmärkte aufwändige Sicherheitsmaßnahmen wie Poller, Taschenkontrollen und teure Überfahrsperren realisieren. Während große Städte wie Wien oder Salzburg professionelle Sicherheitsfirmen engagieren, müssen Dorfgemeinden auf Freiwillige setzen. Und sollte es die nicht geben, eben ganz absagen. Die Kosten für technische Sicherungen steigen kontinuierlich: In Köln sollen die Ausgaben dafür allein 2025 auf 1,1 Millionen Euro steigen, auch für neue Standorte werden erhebliche Summen investiert
In Thal will man 2026 einen Neustart wagen – ob sich das ausgehen wird, bleibt aber noch offen.