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Milliardenschwere Bauprojekte: Wird Lombok das »Miami Indonesiens«?

Indonesien
Reise

Indonesien will den Erfolg Balis auf seine Nachbarinsel Lombok übertragen: Milliardenschwere Bauprojekte sollen die bisher weitgehend unberührte Insel zum »Miami Indonesiens« machen. Die Bevölkerung ist gespalten – zwischen Hoffnung auf Arbeitsplätze und Sorge um die Zerstörung ihrer Heimat.

Mit dem Bau von »Marina Bay City« will Balis Nachbarinsel die touristische Anziehungskraft ihres berühmten Pendants nachahmen. Das Projekt – 850 Millionen Euro schwer – gilt bereits jetzt als Indonesiens Antwort auf Miami, wie die dpa zuletzt berichtete.

Unberührtheit Lomboks lockt Investoren

Türkisblaues Wasser, fast menschenleere Strände und üppige Vegetation entlang staubiger Straßen – Lombok präsentierte sich bislang als idyllisches Paradies für Reisende. Doch dieses beschauliche Bild könnte bald der Vergangenheit angehören:

Auf 149 Hektar Küstenland entsteht das Projekt »Marina Bay City«, das von australischen Investoren als »Miami Indonesiens« beworben wird. Geplant sind Marina, Hotels, Luxusvillen und Freizeitangebote. Für die Dorfbewohner von Buwun Mas bedeutet dies eine drastische Veränderung ihres bisherigen Lebens, geprägt von Fischerei, Kokospalmen und traditionellen Strukturen.

Die Regierung setzt auf eine Kombination aus Infrastruktur und Tourismusförderung, um Lombok neben Bali als Reiseziel zu etablieren. Gleichzeitig gibt es Konflikte zwischen kleinen, lokalen Betreibern und internationalen Hotelketten, ähnlich wie auf Bali oder europäischen Inseln wie Mallorca. Kritiker warnen vor Umweltbelastungen, Verlust von Kultur und Gentrifizierung der Küstendörfer.

Indonesien erwartet 2025 rund 2,5 Millionen Touristen auf Lombok und hofft, vom wachsenden Inlandstourismus wie von internationalen Besuchern zu profitieren. Ob die Insel jedoch den Balanceakt zwischen Schutz und Entwicklung meistern kann, bleibt umstritten.

Travel-Redaktion
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