Mixologie trifft Minimalismus: Trends aus New Yorks Barwelt
Im Rahmen einer »Guestshift« konnten die Wiener Barkeeper Dominik Möller und David Kranabitl (»Truth and Dare«) ihre Cocktails in der New Yorker Bar »Overstory« mit einem Schuss Österreich im Glas präsentieren.
»Wir lieben New York und wir lieben die Barszene. Aber das hier ist etwas ganz Besonderes.«
Dominik Möller und David Kranabitl sind begeistert. Die beiden österreichischen Barkeeper haben für einen Abend im Dezember ihren Arbeitsplatz getauscht: Statt in ihrer noch jungen charmanten Bar »Truth and Dare« in der Wiener Innenstadt mixen im eleganten »Overstory« im 64. Stock eines kultigen Art-Deco-Wolkenkratzers, einem der höchsten der Stadt, Drinks für die Gäste.
Die spektakuläre Location von Overstory
Die Bar ist einzigartig, die Aussicht spektakulär: Ein 360-Grad-Blick über die Skyline von Manhattan – von der Freiheitsstatue bis zum Empire State Building. Gäste können die beeindruckende Kulisse sogar vom umlaufenden Balkon aus genießen. Zugang? Nur über eine private Lobby durch das 2-Sterne-Restaurant Saga und einen speziellen Aufzug. Die Bar »Overstory« im Financial District liegt nicht nur in luftiger Höhe, sondern sie zählt auch mit Platz 15 auch zu den »World’s 50 Best Bars«. Hier oben wird Cocktailmixen zur Kunst.
New York ist das Epizentrum der Cocktail-Innovation
Die New Yorker lieben Cocktails und die Cocktailkultur der Stadt ist tief verwurzelt. Tradition verbindet sich mit Innovation und Lifestyle - eine einzigartige Mischung, die die Cocktailkultur so ausgeprägt und weltweit einflussreich macht.
Bars in Luxushotels wie dem »Waldorf Astoria« oder dem »Plaza Hotel« sind seit jeher Treffpunkte der Reichen und Berühmten. So wurde einer der kultigsten Drinks, der »Manhattan«, Ende des 19. Jahrhunderts im »Manhattan Club« erfunden. So jedenfalls lautet die populärste Entstehungsgeschichte.
Die Geschichte der Cocktailkultur in New York
Während der Prohibition (1920-1933) wurde New York zum Zentrum der geheimen Bars. Ironischerweise förderte das Alkoholverbot die Cocktailkultur. Die illegalen »Speakeasies« nutzten Cocktails, um den Geschmack des minderwertigen Schwarzmarkt-Alkohols zu überdecken.
Klassiker und moderne Trends
Cocktails wie der »Old Fashioned« oder der »Cosmopolitan« haben durch Serien wie Mad Men oder Sex and the City eine Renaissance erlebt.
Hinzu kommt eine hohe Konzentration an preisgekrönten Bars und erfahrenen Mixologen, die neue Kreationen auf die Karte setzen, sowie eine große kulturelle Vielfalt. Bei After-Work-Events und in der gehobenen Gastronomie sind Cocktails Teil des urbanen Lifestyles, ein Statement. New Yorker geben gerne Geld für hochwertige Erlebnisse aus, und Cocktails in gehobenen Bars gehören dazu.
Die Bar ist heute eine der ultimativen Ausdrucksformen amerikanischer Werte. Sie vereint Freiheit, Individualismus, Kapitalismus, Kreativität und Genuss. Eine Mischung aus Tradition und Innovation.
Warum New York die Wiege der Cocktailkultur bleibt
»Die Vielfalt der Bars hier ist überwältigend«, sagt David Kranabitl, »New York ist die Wiege der Cocktailkultur. Wir lassen uns inspirieren und bringen Trends mit nach Hause.« Und welche Trends sind das im Moment?
»Minimalismus«, sagt Dominik Möller. »In New York geht es um das, was im Glas ist - ohne viel Chi-Chi.« Keine überladene Dekoration, keine zehn Zutaten. »Zum Beispiel ein Likör aus Frankreich, Zitrusfrüchte, eine Spirituose, ein Bitterlikör - das reicht.«
Beliebte Cocktails und Spirituosen
Derzeit im Trend? »Espresso Martinis« und »Margaritas« - das ganze Jahr über. Tequila und Mezcal sind nicht nur in Bars beliebt, sondern auch im Handel ein Verkaufsschlager: Mit einem Umsatz von 6,5 Milliarden Dollar (plus acht Prozent bis 2023) allein in den USA, so der Distilled Spirits Council. Denn nicht nur an der Bar, auch zu Hause genießt man Cocktails. Das ist der »American Way of Life«. In den Spirituosengeschäften verkaufen sich beispielsweise »Grey Goose Vodka« oder »Jim Beam Bourbon Whiskey« auch in der 1,75-Liter-Flasche gut.
Cocktails als Teil des Alltags
»Cocktails trinken gehört hier zum Alltag«, sagt Kranabitl. Während man in Österreich oft Wein, Bier oder Sekt bestellt, werden Cocktails in New York auch gerne vor dem Essen oder einfach anstelle eines Desserts bestellt.
Und auch in Wien ziehen immer mehr Bars und Restaurants nach, unterstützt von neuen internationalen Luxushotels wie dem »Rosewood« oder demnächst dem »Mandarin Oriental«. »Diese Häuser setzen stark auf hochwertige Cocktails«, sagt Moritz Niederstrasser von Top Spirit, Österreichs größtem Spirituosenhändler.
Österreichische Einflüsse in New York
Niederstrasser hat den Austausch nach New York ermöglicht: Im Rahmen einer sogenannten »Guestshift« konnten die Wiener Barkeeper ihre Cocktails mit einem Schuss Österreich im Glas präsentieren - darunter den »Jumpseat«, eine Variation des »Sidecar« mit Rémy Martin Cognac, Mirabelle, Kardamom, Zitrone und Cointreau Noir.
Und wie kam der Drink an? »Schön frisch, leicht zu trinken, aber angenehm erdig«, lobt ein New Yorker Branchenkollege.
Fazit: New York bleibt unangefochten
Und alle sind sich einig: New York bleibt unangefochten: ein Schmelztiegel aus Tradition, Innovation und Lifestyle - und eine der Cocktail-Hauptstädte der Welt.