Rauch aus der Küche: Die Davidoff »Chefs Edition«
Aromazauber einmal nicht am Teller: Spitzenköche wie Christian Bau, Kirk Westaway und Nick Bril erstellten die neue »Chefs Edition« für Davidoff. Die Subtilität der Abstimmung ist in der Zigarre der Köche deutlich spürbar.
Was hat ein Perlhuhn mit Tabak zu tun? Diese Frage beantwortete Kirk Westaway (»Jaan«, Singapur) mit einer gewissen Zeitverzögerung. Denn sein Gericht beim Zürcher Gourmetfestival »Epicure« lieferte ebenso eine Nuance der »Chefs Edition« wie zuvor Nick Brils gegrillter Kohl mit eingelegter Zitrone. Nach drei Jahren Pause legte Davidoff als der Weltmarktführer für Premiumzigarren erneut ein »Unikat, das sich auf die Köche bezieht«, auf.
Zum Abschluss des Menüs hatte dann die Zigarre Premiere in Zürich. »Wir haben alle ein großes Brainstorming hinter uns«, erklärte der Antwerpener Chef Nick Bril (»The Jane«) die Vorarbeiten. »Viele Köche verbessern den Blend«, könnte man ein Sprichwort umdeuten, wenn es um die Zusammenarbeit des insgesamt mit elf Michelin-Sternen ausgezeichneten Quintetts geht.
Neben Westaway und Bril gaben auch Christian Bau (»Victor’s Fine Dining«) aus dem Saarland, der US-Amerikaner Michael Beltran (»Ariete«, Miami) sowie Paolo Casagrande (»Lasarte«, Barcelona) Inputs zur Erstellung der limitierten Zigarre im Toro-Format. »Zum Glück haben wir uns alle für den selben Blend entschieden«, so Bril am Rande des Menüs zu Ehren der »Chefs Edition 2025« in Zürich.
Gastgeber dabei war mit Heiko Nieder im »The Dolder Grand« ein Sternekoch, der selbst bereits an einem Blend, der »Chefs Edition 2022«, mitgewirkt hatte. Auch er servierte zwei Gänge, die eine Geschmacksnuance der Zigarre aufgriffen. Beim Dessert mit Kaffeecreme setzte Nieder auf die feine, cremige Würzigkeit der Toro. Statt wuchtiger Bitterschokolade überraschten belebende Noten von Robusta-Kaffee.
Komplex und frisch
Sie ist das Ergebnis einer sorgfältigen Auswahl aus drei Tabaksorten, die für die Einlage – das »Herz« jeder Zigarre – gewählt wurden. Dabei spielen ein 15 Jahre (!) gereifter dominikanischer San Vicente ebenso eine Rolle wie ein speziell im Palmblattballen gereifter dominikanischer Piloto-Tabak. Die ungewöhnlichste Note brachte Kirk Westaway mit eingelegter Zitrone zum Spitzkohl vom Rost ein – eine Reminiszenz an eine neue Züchtung aus der Dominikanischen Republik. Zitrus ist in der von reifen Gewürznoten geprägten Welt der Handgerollten selten, doch die Frische der Zitronenschale war klar erkennbar (siehe auch Falstaff-Bewertung).
Für Laien besticht die neue Davidoff durch ihre Leichtigkeit trotz großen Formats. Sie mag die Köche im Namen tragen, doch die »Chefs Edition 2025« ist ein Genuss für alle – allerdings streng limitiert: weltweit 17.500 Kisten à zehn Stück, davon 200 in Österreich. Präsentiert wird sie in edlen Massivholzkisten mit Marmordeckel. Denn bei einer Chefkoch-würdigen Zigarre zählt schließlich auch die edle Präsentation!
»Chefs Edition« im Test
Die typischen Tabake von Davidoffs Feldern in der Dominikanischen Republik bilden den Filler der fast 16 Zentimeter langen Neuheit. Darunter sorgte ein 15 Jahre gereifter dominikanischer San-Vicente-Tabak für das Rückgrat, dazu kommt eine Neuheit – erstmals wurde Tabak in Palmblätter gerollt und fünf Jahre gereift. Das Umblatt stammt aus Mexiko, während für die Deckblätter nur die beste Qualität aus dem auf »wrapper« spezialisierten Ecuador infrage kam. Verkostet hat Davidoffs »Chefs Edition 2025« für Falstaff Roland Graf bei der Präsentation in Zürich.
Schwerelos und elegant
Aromatisch ist die Toro sofort da! Helles Getreide geht in Haselnussakkorde über und wird von einer persistenten Würze begleitet – auch im letzten Drittel fällt sie nicht ab: Robusta-Kaffee, etwas geflämmte Limette und ein generell ohne Schwere auskommender Eindruck werden von zartem Muskatnuss-Nachhall abgerundet. »Technisch« betrachtet erhöhen ein sehr heller Aschehut und schön regelmäßiger Abbrand die Freude an der neuen »Chefs Edition« noch.