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Restaurant der Woche: Gasthaus Lege

Restaurant der Woche Deutschland
Restaurant
Kritik

In Burgwedel kochen Claudia und Hinrich Schulze mit Liebe und Leidenschaft, abgerundet wird das Ensemble mit einer ausgezeichneten Weinkarte.

Was lockt eine junge Frau vom schönen Bodensee in ein kleines Dörfchen nahe Hannover, dort, wo für einige Beobachter die norddeutsche Rübensteppe beginnt? Na klar, die Liebe! Der auch für Dritte faszinierende Effekt dieser Lovestory: Sie hat das kulinarische Angebot im weiten Umkreis um jenes Dorf Thönse erheblich verbessert. Denn als sich Claudia und Hinrich – sie im Service, er in der Küche des Konstanzer Seehotels »Siber« – zum ersten Mal so richtig in die Augen sahen, war klar, was die Idealbesetzung im elterlichen Landgasthaus von Hinrich Schulze sein würde. 1994 wagten Claudia und Hinrich ihr Experiment, im kulinarischen Niemandsland mehr als nur Hochzeitssuppe und Spargel mit Schinken auf die Karte zu setzen. Und rasch etablierte sich der äußerlich kaum veränderte Dorfkrug als Geheimtipp. Sogar aus dem fernen Hannover reisten Gourmets nach Thönse. Sie freuten sich über die hierzulande eher ungewohnte Herzlichkeit der Hausherrin, die fabelhafte Fischküche des Chefs, die klugen Weinempfehlungen von Frau Claudia – und die (zunächst) fantastisch niedrigen Preise.

Der Abschluss eines gelungenen Abends: Ofenschlupfer, Rhabarber und Sauerrahmeis.
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Der Abschluss eines gelungenen Abends: Ofenschlupfer, Rhabarber und Sauerrahmeis.

Etwas teurer ist es schon geworden, der Rest stimmt immer noch. Auf der Karte ein Doppelspiel Dorf/Welt (nur von den Gourmets können die Schulzes nicht leben). Zwischen klarer Ochsenschwanzsuppe und Spargel finden sich Köstlichkeiten wie Jakobsmuschel auf Couscous mit Gurke und Minze als Vorspeise, dann ein Kalbskotelett, von Grillkräutern und Tumbet, dem mallorquinischen Schmorgemüse, eingefasst. Der Rascasse im Hummersud, unkonventionell mit Blumenkohl und Radieschen serviert, erzählt von der traumhaft sicheren Fischküche des Binnenländers. Ein Ofenschlupfer mit Rhabarber und Sauerrahmeis darf als wohlschmeckende Erinnerung an den schönen Bodensee – und Reverenz an die Liebe – interpretiert werden.

Bewertung

Essen: 44 von 50
Service: 19 von 20
Weinkarte: 15 von 20
Ambiente: 7 von 10
Gesamt: 85 von 100

Gasthaus Lege
Engenser Str. 2
30938 Burgwedel
gasthaus-lege.de
T: +49 40 29996669

Erschienen in
Falstaff Magazin Deutschland Nr. 5/2017

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Jan Brinkmann
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