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Das Zusammentreffen einzigartiger Böden an der Mosel macht die Crémants zu etwas ganz Besonderem.

Das Zusammentreffen einzigartiger Böden an der Mosel macht die Crémants zu etwas ganz Besonderem.
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Schaumwein-Trophy: Best of Crémant aus Luxemburg

Schaumwein Special 2024
Schaumwein
Tasting
Crémant

Wer denkt, dass das kleine Großherzogtum Luxemburg nur für seine Banken und EU-Institutionen bekannt ist, der sollte unbedingt auch einen Blick auf die überraschende Vielfalt und Qualität ­einer langen Weinbautradition werfen.

Luxemburgs Weinkultur ist im Aufschwung, und das mit gutem Grund: In den steilen Weinbergen zieht sich das Anbaugebiet mit seinen hervorragenden Tropfen von Schengen an der Mosel über 1300 Hektar entlang des Flusses bis nach Wasserbillig. Am Fuße der grenznahen Weinberge liegt das Weingut Schumacher-Knepper. Dort trifft altes Erbe auf Moderne.

»Unsere Weinbautradition reicht bis ins Jahr 1714 zurück. Ich führe jetzt das Familienweingut zusammen mit meiner Schwester in der zehnten Generation« erklärt Winzer Frank Schumacher. »Unser besonderer Crémant 1714, ein 100-prozentiger Spätburgunder, ist mit 30 Monaten Hefelager und Holzausbau dieser langen Tradition verhaftet.« Besonders bemerkenswert ist die Saftigkeit am Gaumen, die durch die Zugabe eines Strohweins in der Dosage einen Frischekick erhält.

Nicht weit entfernt liegt die Domaine Henri Ruppert, die nicht nur mit Crémants, sondern auch mit dem in exponierter Hanglage gebauten Weingut beeindruckt. Nicolas Ruppert, der mit seinem Onkel das Weingut leitet, schwört auf die Philosophie »Qualität vor Quantität«. Der Grundwein des Crémant »La Brute« wird in alten Barriquefässern gelagert und reift mindestens 36 Monate auf der Hefe. »Das verleiht ihm Komplexität und Finesse«, erklärt Ruppert.

Ein weiteres Aushängeschild ist die Domaine Alice Hartmann. »Die Grundweine für unsere Schaumweine reifen neun Monate auf der Vollhefe ohne Schwefelzusatz«, sagt Kellermeister Hans-Jörg Befort. »Zusätzlich benutzen wir beim Ausbau des Crémant Brut NV und des Rosé-Crémants gebrauchte Holzfässer, bei dem Grande Cuvée überwiegend neues Holz.« Die sehr gut bewerteten Schaumweine aus Chardonnay und Pinot Noir sind vollmundig, saftig und reifen mindestens zwei Jahre auf der Hefe. Beim signifikant opulenten und vom Holz geprägten Grande Cuvée erfolgt sogar ein sechsjähriges Hefelager. Es ist ein echter »Langläufer« mit großem Reifepotenzial.

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Ab 2027 werden die Anforderungen an die Reifezeiten der Crémants gesetzlich erhöht: Weine ohne Jahrgang müssen dann mindestens zwölf Monate, Jahrgangs-Crémants sogar 24 Monate auf der Hefe lagern. Das zeigt, wie ernst es Luxemburg mit der Qualität ist.

Luxemburgs Crémants, hergestellt nach der traditionellen Methode der Flaschengärung, können sich mit einem Anteil von 30 Prozent an der gesamten Weinproduktion des Landes mühelos mit anderen Spitzenweinen Europas messen. Ein weiterer Faktor, der die Crémants so besonders macht, sind die einzigartigen Bodenverhältnisse an den Moselhängen. Keuper- und Muschelkalkböden verleihen den Weinen eine bemerkenswerte Mineralität. Auch durch die Vielfalt der zugelassenen Rebsorten – Weißburgunder, Chardonnay, Grauburgunder, Auxerrois, Riesling oder Pinot Noir – werden Schaumweine von außergewöhnlicher Eleganz und Tiefe erzeugt.

Ein junges Weingut, das in der Crémant-Szene auf sich aufmerksam macht, ist Clos Jangli. Man setzt auf biologische Bewirtschaftung und überzeugt mit einem eleganten Rosé-Crémant. »Unsere Crémants reifen mindestens zwei bis drei Jahre auf der Hefe«, erläutert Stéphane Singery. »Als gebürtiger Champenois bringe ich dabei viel Erfahrung aus der Champagne mit. Außerdem geben die ton- und kalkhaltigen Böden mit Gipsuntergrund den Weinen eine einzigartige mineralische Prägung.«

In Luxemburg setzt sich der Trend zur biologischen Bewirtschaftung verstärkt durch. Das Weingut Sunnen-Hoffmann gehört zu den Pionieren. Bereits 2001 erfolgte die Umstellung. Der hoch bewertete »Brut Nature« besticht durch seinen geradlinigen, puristischen Gaumenzug. Auch bei der Domaine Laurent & Rita Kox geht es um nachhaltiges Wirtschaften. Durch Baumpflanzungen und andere Maßnahmen soll die Biodiversität in den Weinbergen erhöht werden.

In der diesjährigen Verkostung haben sich die Crémants aus Luxemburg als wahre Perlen der Mosel erwiesen. Nicht nur mit der Kombination von Komplexität und Balance beeindrucken sie, sondern auch durch ihre Authentizität und regionale Verbundenheit. Wer die Gelegenheit hat, sollte diese Schaumweine unbedingt probieren – sie sind eine Entdeckung wert!

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Erschienen in
Falstaff Sparkling Special 2024

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Gerhild Burkard
Redakteurin
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