Zum Inhalt springen
© Weingut Bründlmayer. Anna Stöcher | Xenia Trampusch | Foto beigestellt

Bründlmayer, Moric & Tement starten Offenen Brief zur Zukunft des Weins

Weinbau
Politik
Winzer

Unter dem Motto »where do you go my lovely?« starten Andreas Wickhoff, Roland Velich und Armin Tement einen Offenen Brief zur Zukunft der österreichischen Weinkultur – für mehr Vielfalt und Herkunft und der Forderung nach stilistischer Offenheit.

Erst vergangene Woche stieß die höchste Auszeichnung eines burgenländischen Weines durch James Suckling Diskussionen rund um die Notwendigkeit eines neuen Weingesetzes an: Erstmals erhielt ein Rotwein aus Österreich 100 Punkte vom renommierten Weinkritiker James Suckling. In Österreich bekommt der »Blaufränkisch Alte Reben Lutzmannsburg 2023« vom Weingut Moric allerdings keine staatliche Prüfnummer vom Bundesamt für Weinbau. Roland Velich vom Weingut Moric sprach sich daher für eine Reform des Weingesetzes aus: Die sensorische Prüfung sollte entweder abgeschafft oder deutlich professionalisiert werden. 

Forderung nach stilistischer Offenheit

Nun präsentiert Velich gemeinsam mit Winzer Armin Tement vom Weingut Tement in der Südsteiermark und Andreas Wickhoff, Geschäftsführer des Weinguts Bründlmayer in Langenlois, einen Offenen Brief mit der Forderung nach stilistischer Offenheit: »Gleiches Recht für alle! Herkunft darf absolut verständlich schmecken, gleichzeitig aber auch anders«, heißt es in einem Statement der Initiative »Tu Felix Austria« von den drei Winzern. »Die stilistische Frage muss in der Obhut der Produzent:innen bleiben.«

Suche nach Herkunft und Ausdruck

Vierzig Jahre nach dem Weinskandal würde der österreichische Wein nun erneut an einem Wendepunkt stehen: »Fachleute und Genießer in aller Welt schätzen Weine aus Österreich, denen es gelingt, ihre Herkunft auf eigenwillige und kompromisslose Weise darzustellen. Im eigenen Land hingegen begegnet man dieser Entwicklung mit Zurückhaltung«, heißt es in dem Offenen Brief. »Zwischen Eisenberg, Wachau, Weinviertel und Südsteiermark entstehen heute Weine, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Aber sie teilen eine gemeinsame Haltung: die entschlossene, leidenschaftliche Suche nach Herkunft und Ausdruck. Manche dieser Weine polarisieren. Aber das ist kein Makel, sondern ein Zeichen von Charakter und Eigenständigkeit

Genau das sollte das neue Weingesetz, den Winzern zufolge, auch festschreiben: »Als Ausdruck einer neuen, über Jahrzehnte gewachsenen Weinkultur, die neue Maßstäbe setzt.« Zudem gehen sie auf die sensorische Prüfung der Weine ein, die derzeit nicht mehr funktionieren würde: »Konform zum EU-Gesetz bedarf es nicht mehr als einer fünf prozentigen stichprobenartigen Überprüfung. Entwicklung von Herkunftscharakteren ist ein Resultat von Erfahrung, Zeit und handwerklicher Zuwendung. Das Prüfungskomitee von heute hat es daher schwer, die einst geformten Qualitätsparameter noch als solche zu überprüfen.«

Zum Offenen Brief: docs.google.com

Eingebettet in den Zieregg gibt das Familienweingut Tement eine beeindruckende Aussicht auf die Weingärten der Südsteiermark sowie auf die Reben im benachbarten Slowenien frei....
Zieregg 13
8461 Ehrenhausen
Österreich
Nur wenige andere Winzer haben in den letzten Jahren für so viel Gesprächsstoff gesorgt wie Roland Velich. Er hat es sich zum erklärten Ziel gesetzt, der Sorte Blaufränkisch...
Kirchengasse 3
7051 Großhöflein
Österreich
Im Hause Bründlmayer ist vieles beeindruckend: die Menschen, die Güte der hier in Langenlois erzeugten Weine und schließlich das freundliche und bescheidene Wesen des Mannes,...
Zwettler Straße 23
3550 Langenlois
Österreich
Redaktion
Mehr zum Thema
1 / 12