»The Lonely Broccoli«: neuer Küchenchef und neues Herbstmenü
Im »The Lonely Broccoli« in München gibt es gleich zwei Neuigkeiten: Daniel Filacchione übernimmt die Küche und bringt ein Herbst- und Wintermenü voller saisonaler Gerichte auf den Tisch.
Im »The Lonely Broccoli« hat sich die Karte zum Herbst und Winter hin verändert – und mit dem neuen Küchenchef Daniel Filacchione gleich auch die Handschrift. Der gebürtige Münchner kennt das Haus seit der Eröffnung und setzt nun erstmals selbst den Ton: saisonaler, etwas mutiger, aber ohne das Grundkonzept umzudrehen. Das Restaurant bleibt ein Modern Meat House, das offen kocht, offen grillt und offen zeigt, woher das Fleisch kommt. »Unsere Küche erzählt Geschichten vom Land, von den Produzenten, von den Saisonen und allen bisherigen Küchenchefs«, sagt Filacchione.
Herzstück ist der große Josper-Grill, auf dem nicht nur Steaks, sondern auch Gemüse, Fisch und Salatherzen landen. Die Dry-Age-Kammer steht sichtbar im Raum, in der Hereford-, Pinzgauer- und Simmentaler-Cuts aus Bayern bis zu 80 Tage reifen.
Herbst auf dem Teller
Unter den Vorspeisen finden sich Gerichte wie Burrata mit Feige und eingelegtem Kürbis, ein handgeschnittenes Rindertatar mit Trüffel-Ei-Crème (eines der Highlights) oder die TNT Shrimps, die mit Chili, Säure und Knusper so gut ausbalanciert sind, dass man sie sofort wieder bestellen würde. Das Saiblings-Ceviche ist frisch und aromatisch, könnte aber ein paar Scoville weniger vertragen.
Bei den Hauptgerichten zeigt sich die ganze Vielfalt des Hauses: Wer es klassisch mag, kann zwischen Rinderfilet, Chateaubriand, Ribeye oder Bavette wählen. Besonderheiten wie Whiskey-Ribeye, Wiesenlamm-Karree oder das halbe Maishendl im Jalapeño-Style setzen Akzente, während Pork Tomahawk und Spareribs vom Strohschwein den Grillcharakter unterstreichen. Für alle, die sich nicht entscheiden können und am liebsten alles probieren wollen, gibt es die »Broccoli’s Meat Selection« – Filetspitzen, Stubenküken, Tomahawk und King Prawns – inklusive sechs Dips.
Fisch und Seafood kommen ebenfalls frisch vom Grill: Zedernholz-Lachsforelle, ganze Bachforellen oder gegrillte Riesengarnelen ergänzen die Karte, dazu Hummerschwänze, die sich als kleine Luxusportionen einfügen. Auch Gemüse und Beilagen bekommen hier Aufmerksamkeit: getrüffeltes Kartoffelpüree, Rosenkohl, gegrillte Avocado oder Pommes ergänzen die Gänge, dazu eine breite Soßenpalette vom Portweinjus über Chimichurri bis zu Piri-Piri oder Aioli.
Süßer Abschluss zum Teilen
Abgerundet wird das Menü von verschiedenen Desserts. Eine große Empfehlung: »Lonely Island« – dabei handelt es sich um einen Schoko-Dattelkaramell-Kuchen, der am Tisch zerhackt und anschließend mit Vanillesauce, frischen Beeren und Brownie-Stückchen geschichtet wird.
Ergänzend zur Küche ist der Service ebenso erwähnenswert: aufmerksam, freundlich und angenehm unaufgeregt. Die Gerichte kommen zum richtigen Moment, die Weinempfehlungen passen perfekt – vom Riesling »Drei Sterne« (Weingut Egon Schmitt) bis zum spanischen Tempranillo harmonieren die Weine hervorragend mit der Vielfalt der Grillgerichte.