Weinreise Franken: Volkach – Wo der Main seine Schleifen zieht
Zwischen sanften Hügeln und den legendären Mainschleifen offenbart Volkach die Seele des fränkischen Weinlands.
Nächster Stopp: Volkach an der Mainschleife – Bayerns größte Flussmäanderlandschaft. Das Auto bleibt am besten stehen, denn die charmanten Gassen der Altstadt laden zum Bummeln ein. Wer die Landschaft vom Wasser aus erkunden möchte, mietet sich ein Kanu und paddelt los – vorbei an Weinbergen, idyllischen Dörfern und Natur.
Einen Blick auf die Mainschleife aus der Vogelperspektive bietet die Vogelsburg, ein ehemaliges Kloster in den Weinbergen. Der kurze Aufstieg lohnt sich: Oben warten ein spektakulärer Ausblick und ein Restaurant mit sonniger Terrasse. Die »Vogelsburg« ist übrigens auch Startpunkt für weitere Wanderungen oder Radtouren.
In dieser Ecke Frankens prägt der Muschelkalk die Böden – ein spannender Kontrast zum Keuper in Iphofen. Wer die Weine von dort noch im Kopf hat, wird hier schnell merken, wie sehr das Terroir den Charakter der Weine prägt: Der Muschelkalk verleiht dem Silvaner intensive Frucht, ohne dass die Weine süß wirken.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich das im malerischen Escherndorf, umgeben von der Spitzenlage Lump. Hier findet man gleich mehrere Weingüter mit dem Namen Sauer. Bei Hans Sauer trifft man Kellermeisterin Sandra Sauer. Das Weingut ist bekannt für fruchtbetonte, trockene Silvaner und Rieslinge, aber auch für edelsüße Weine von Auslese bis Eiswein, die regelmäßig Top-Bewertungen im Falstaff erzielen. Beim Bio-Weingut Rainer Sauer gibt es vibrierende, salzig-trockene Spitzenweine zu entdecken.
Genuss erleben
Zurück in Volkach lohnt sich ein Besuch beim Weingut Max Müller I. Hier trifft klassische Eleganz auf Experimentierfreude: Rainer Müller und sein Sohn Christian zeigen mit der Serie »Charakterweine«, wie vielseitig der Silvaner ist. Der »Eigenart« reift im Holzfass zu burgundischer Fülle, der »Mainstoff« ist ein Orange-Wein – dabei vergärt der Silvaner wie ein Rotwein auf der Maische. Da Silvaner deutlich weniger Gerbstoffe besitzt als viele andere weiße Rebsorten, entsteht hier ein Orange-Wein, der auch Skeptiker überzeugen könnte.
Für eine genussvolle Auszeit empfiehlt sich das Hotel-Restaurant »Zur Schwane«. Seit dem 15. Jahrhundert werden in dem Anwesen Gäste empfangen. Heute ist es ein stilvolles Romantik-Hotel mit historischem Flair, Gasthaus und Sternerestaurant – selbstverständlich mit großer Weinkarte. Wer es lockerer mag, besucht die kultige Weinbar »Fahr Away« – hier genießt man fränkische Tapas zum Glas Wein, was den Genuss erst so richtig perfektioniert.