Wird die Banane bald die Food-Szene überrollen?
Bananen sind praktisch. Aber als cool würde man sie nicht beschreiben im Gegensatz zu der aktuell angesagten Yuzu. Jedoch könnte sich das bald ändern, denn das Obst ist nicht zu unterschätzen.
Ausgerechnet die Frucht, die jahrzehntelang vor allem als unkomplizierter Pausensnack galt, erlebt derzeit eine bemerkenswerte Renaissance. Sie taucht in Specialty Cafés auf, veredelt Matcha-Getränke, findet ihren Weg in Proteinprodukte und inspiriert sogar Barkeeper zu neuen Cocktailkreationen. Der Trend macht sich zwar gerade in den USA bemerkbar – seine Wurzeln liegen jedoch deutlich weiter östlich.
Südkorea macht die Banane wieder cool
Längst bevor amerikanische Coffeeshops auf den Geschmack kamen, war die Banane in Südkorea fester Bestandteil der Snack- und Getränkekultur. Bananenmilch gehört dort seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Convenience-Drinks, ebenso Snacks mit Bananengeschmack.
Den internationalen Schub erhielt das Aroma schließlich durch Social Media: Videos, in denen Kaffee mit südkoreanischer Bananenmilch kombiniert wird, verbreiteten sich millionenfach. Auch der K-Pop verstärkte den Hype. Als die Sängerin Jennie mit knapp 90 Millionen Instagram-Follower:innen ihre Vorliebe für den beliebten Snack »Banana Kick« in einer US-Talkshow verriet, schnellten dessen Exporte in die Vereinigten Staaten deutlich nach oben.
Alles Banane!
Dass ausgerechnet die Banane zum Trendgeschmack wird, überrascht auf den ersten Blick. Schließlich gehört sie zu den alltäglichsten Lebensmitteln überhaupt. Genau darin sehen Marktbeobachter:innen laut der New York Times jedoch ihren größten Vorteil.
Während exotische Aromen wie Ube, Pandan oder Yuzu für viele Verbraucher:innen noch erklärungsbedürftig sind, bleibt die Banane vertraut. Gleichzeitig bietet ihre cremige Konsistenz genügend Spielraum für neue Kombinationen – ob mit Kaffee, Matcha, Kokos oder Schokolade. Gerade in Zeiten, in denen cremige Kaffeegetränke und Matcha-Kreationen den Ton angeben, passt sie perfekt ins Bild.
Auch die aktuelle Fitness- und Health-Food-Bewegung ist nicht zu unterschätzen. Kaum eine Frucht genießt in der Sporternährung einen ähnlich guten Ruf: Sie liefert schnell verfügbare Kohlenhydrate, enthält Kalium und gilt als idealer Snack vor oder nach dem Training. Gleichzeitig wächst die Beliebtheit proteinreicher Getränke, Smoothies und Bowls – Formate, in denen sich die Banane aufgrund ihrer natürlichen Süße und cremigen Konsistenz besonders gut einfügt.
Von Starbucks bis zum Supermarkt
Große Marken haben in den USA genau dieses Potenzial erkannt und bringen immer mehr Produkte mit Bananenaroma auf den Markt – von Proteinriegeln (Barebells Banana Nut Bread Protein Bar) über Bananenwasser (Banagua) bis hin zu Limonaden (Olipop Banana Cream Soda). Auch internationale Kaffeeketten wie Starbucks experimentieren bereits mit neuen Kreationen wie dem »Banana Protein Cold Foam«.
Und in Europa? Unter den europäischen Ländern zählt Deutschland zu den größten Importeuren und Verbrauchern von Bananen. Kaum eine andere Frucht landet so selbstverständlich im Einkaufskorb. Doch ob die Banane auch in Deutschland, Österreich oder der Schweiz den Durchbruch zur Superstar-Obstsorte schafft, bleibt abzuwarten.