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© Shutterstock (Symbolbild)

Wissen Sie, welche Cocktails die letzten Jahrzehnte geprägt haben?

Cocktail
alkoholisch
Trend

Falstaff hat einen Blick in die bisherige Bargeschichte geworfen und sich die Drinks der vergangenen Dekaden genauer angesehen.

Was wäre die Welt eigentlich ohne Trends? Wir scheinen ihnen einfach nicht zu entkommen – vom Kleidungsstil, über Frisuren bis hin zur Einrichtung und nicht zu vergessen in der Kulinarik und der Barszene. Spätestens seit dem großen Hype um die Dubai-Schokolade wird deutlich, wie stark Trends unser Genussverhalten beeinflussen können. Und manche von ihnen halten sich sogar deutlich länger als nur ein paar Jahre.

1930er Jahre: Die Bloody Mary

Bevor sie zum Brunchklassiker, oder sogar zum Katermittel wurde, war die Bloody Mary der Drink schlechthin. Überlieferungen zufolge entstand der Drink zwischen den 1920ern in Europa, bevor er seine Erfolgsgeschichte in den 1930ern in Amerika begann. Der Cocktail vereint Wodka, Tomatensaft, einen Schuss Worcestershire Sauce und Tabasco und verkörpert für Befürworter:innen das Katermittel schlechthin. Serviert er meistens mit einer Stange Sellerie.

1940er Jahre: Der Daiquiri

Ob in fruchtiger Form, gefroren oder in seiner natürlichen Version: der Daiquiri ist in (fast) allen Bars ein Fixstarter und versprüht eine ordentliche Portion Urlaubsfeeling. Der »Legende« nach waren Ernest Hemingway und Franklin Roosevelt maßgeblich am Erfolg des Daiquiri beteiligt. Während der Schriftsteller den Cocktail mithilfe seiner Barbesuche berühmt gemacht hat, hat die »Good Neighbor Policy« von Präsident Roosevelt dabei geholfen den hellen Rum, das Herzstück des Drinks, einfacher zugänglich zu machen.

1950er Jahre: Der Mai Tai

Der tropische Cocktail wurde zum Symbol schlechthin der »Tiki-Szene« und zur Realitätsflucht des damaligen politischen Geschehens. Schöpfer des tropischen Cocktails war der Geschichte zufolge Victor »Trader Vic« Bergeron. Die Idee zu dem Drink soll ihm 1944 gekommen sein, während er die Barwelt um 1955 erobert hat. Der Name Mai Tai leitet sich übrigens aus dem Tahitianischem ab und bedeutet übersetzt etwas wie »das Beste«.

1960er Jahre: Der Old Fashioned

In dieser Dekade waren die Haus-Cocktailparties groß in Mode – und die Gastgeber:innen waren in den meisten Fällen die Barkeeper. Da lag der Gedanke, Drinks zu mixen, die einfach und schnell waren sehr nahe – just war der Old Fashioned geboren. Zugegebenermaßen lag der Erfolg des Old Fashioned vielleicht auch im Erfolg der Serie »Mad Man« mit Don Draper begründet.

1970er-Jahre: Der Tequila Sunrise

In den 1970er-Jahren erreichte die Cocktailkultur mit den sogenannten »Disco-Drinks« ihren kitschigen Höhepunkt – und kaum ein Drink steht so sehr dafür wie der Tequila Sunrise. Mit seiner auffälligen Optik und Zutaten wie Orangensaft verkörpert er den Zeitgeist perfekt. Kultstatus erhielt der Cocktail spätestens durch The Rolling Stones.

1980er-Jahre: Der Sex on the Beach

Die 1980er-Jahre – das Jahrzehnt von Cocktail – gelten zugleich als Tiefpunkt der Cocktailkultur. Neonfarbene Drinks aus Fertigmischungen und Dosensäften dominierten die Barszene. Kaum ein Cocktail steht so sehr für diese Ära wie der Sex on the Beach: süß, bunt und mit Zutaten wie Wodka, Pfirsichlikör, Orangen- und Cranberrysaft typisch für den Zeitgeist. Auch der provokante Name spiegelt den damaligen Trend wider, Drinks mit möglichst anzüglichen Titeln zu versehen.

1990er-Jahre: Der Appletini

Der Appletini war einer der absoluten Cocktailstars der 1990er-Jahre – und ehrlich gesagt völlig zu Recht. Mit frischen Zutaten kann der Drink nämlich überraschend gut schmecken. Gleichzeitig steht er perfekt für den damaligen »-tini«-Hype: Alles, was im Martiniglas serviert wurde, bekam plötzlich ein »Martini« oder »-tini« im Namen verpasst. Und auch wenn dieser Trend heute oft belächelt wird, entstanden daraus echte moderne Klassiker – zum Beispiel der Breakfast Martini oder der Espresso Martini.

2000er-Jahre: Der Cosmopolitan

Der Cosmopolitan prägte zwar schon die New Yorker Barszene der 1990er-Jahre, seinen weltweiten Durchbruch verdankte er aber erst der Serie »Sex and the City« ab 1999.  Der Cosmo blieb auch nach der Jahrtausendwende populär und wurde erst mit dem Ende der Serie 2004 langsam vom nächsten Trend abgelöst.

2010er-Jahre: Der Aperol Spritz

Ach ja, der Aperol Spritz – was wäre so mancher Nachmittag im Schanigarten oder auf der Terrasse, ohne diesen leuchtend orangefarbenen Drink? In den 2010er-Jahren stand die Aperitivo-Kultur verstärkt im Vordergrund und mit ihr auch der Aperol Spritz. Der bittersüße Sommerdrink wurde zum Symbol entspannter Nachmittage und machte Aperol schlagartig populär. Gleichzeitig ebnete der Spritz vielen den Weg zu bitteren Klassikern wie dem Negroni und inspirierte moderne Varianten wie den Hugo Spritz.

2020er-Jahre: Espresso Martini

Dunkel, süß, stark und mit perfekter Kaffeenote: Der Espresso Martini ist der It-Drink der 2020er-Jahre. Lange Zeit wurde der von Barkeeper-Legende Dick Bradsell erfundene Cocktail eher belächelt, bis er dank hochwertigem Kaffee und Craft-Likören ein beeindruckendes Comeback feierte. Heute wird der Espresso Martini in zahlreichen Varianten serviert – eine der ungewöhnlichsten und zugleich beliebtesten: mit Parmesan.

Bleibt abzuwarten, welche Cocktails sich in den nächsten Jahren noch weiter durchsetzen und die Barwelt weiter prägen.

Tamara Kalny
Tamara Kalny
Autorin
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