Comptoir gourmand nennt sich das «DéCi» im Untertitel, was ein wenig in die Irre führt, denn es handelt sich durchaus um ein ernstzunehmendes Restaurant. Um eines, das zwar ein fünf- oder siebengängiges Menu unter dem Oberbegriff Table bistronomique serviert – für mindestens zwei Personen um 75 respektive 95 Franken –, das aber auch unkomplizierte Besuche ermöglicht. Wir hatten lediglich für die Bar à vins reserviert, bekamen einen Tisch zugewiesen, durften frei von der kleinen Karte bestellen. Also her mit Spargel samt Bärlauch und Farina Bóna. Her auch mit Sushi vaudois samt Riz du Vully, Omble chevalier und Shiso. Prima. Der Spargel, geflämmt, mit Crumble sowie Tacos serviert, gefiel uns sogar noch besser als die Reis-Fisch-Kreation. Artischocke mit Foie gras und Rhabarber oder Erbsen mit Minze und Speck standen an diesem Abend ebenfalls auf dem Menu. Anschliessend an Käse (besonders der Burtignon gefiel) fanden wir dann noch heraus, dass sich hinter Rhabarber, Orangenblüte, Mandel, Schweizer Ricotta ein sehr durchdachtes Dessert verbarg – auf zwei Tellern serviert, fruchtig-frisch auf der einen, gebacken auf der anderen Seite. Zu allem Überfluss ist auch die Weinkarte im «DéCi» überdurchschnittlich gut und alles andere als Mainstream. Wir blieben in der Region, liessen den 2018er Champagner der Domaine Charpentier und den Silvaner Vinz Alte Reben vom Würzburger Weingut am Stein aus, bestellten aber einen als Orange Wine ausgebauten Pinot Gris der Domaine de la Ville de Morges. Nächstes Mal wird’s dann einer der Chasselas aus der Rubrik Vieux Millésimes! Wir kommen sicher wieder.