Auf die Frage, was »The Kent« mit den anderen Lokalen der türkischen »Kent«-Gruppe zu tun habe, erfährt man: »Wir gehören dazu, machen aber unser eigenes Ding.« Das Restaurant mit dem wohl innerstädtische Noblesse suggerierenden Artikel »The« folgt nach geringen Adaptionen auf den Italiener »a Frisella«. Der war im Stillen damals schon Teil des »Kent«-Imperiums der Familie Tütüncü. Vor drei Jahren landete man mit der Übernahme des legendären Domenig-Hauses in Favoriten einen Coup. Und nun der Schritt in die City, wobei das neue Outlet in der Liste auf der Stammhomepage fehlt. »The Kent« hat seinen eigenen Auftritt. Und tatsächlich ist hier von der Tischkultur bis zur Speisekarte alles ein wenig anders. Die Eigendefinition »Fine Dining trifft auf türkische Eleganz« mag ein wenig aufgesetzt wirken. Für rustikale Köstlichkeiten wie Kuttelflecksuppe muss man andere Filialen aufsuchen, hier kommt alles auf feschen Tellern. Und so manche Gerichte wie »Ali Nazk«, Lammfilet-Würfel von außergewöhnlicher Fleischqualität mit schmelzigem Melanzani-Püree und Kartoffeln, gibt’s nur hier – Gerichte zu 28 Euro stehen in den Außenbezirken nicht auf der Karte. Aber zuvor heißt es natürlich, so viele Meze wie möglich durchzukosten. Großartig gewürzt und auch nur in der City vorrätig: »The Kent« Mezesi, karamellisierte Zwiebel mit Joghurt und Sesam. Oder »Arnavut Ciğeri«, Leberwürfel gebraten. Ein Klassiker: »Citir Manti«, türkische Ravioli und hierorts in knusprig frittierter Spielart auf scharfem Joghurt. Auch die Grilladen-Liste ist gewaltig, am besten, man kommt, wie in der Türkei üblich, zu mehrt. Auch nur hier: Weinkühlschränke mit »Luce«, Gaja Barbaresco oder Battonage.