© Shutterstock
Gastronomie-Trends 2024: Ein Ausblick auf das neue Jahr
2024 verspricht ein Jahr der Anpassungsfähigkeit, Datensteuerung, Nachhaltigkeit und kreativen Ansätze zu werden.
von Alexandra Gorsche
04. Januar 2024
Blicken wir der Realität ins Auge: Die Gastronomie-Trends sind zum Teil unvorhersehbar. Dieses Jahr hat uns gezeigt, dass Wandel die einzige Konstante in der Welt von Gastronomie und Hotellerie ist. Die einzige Sache, die sich nicht geändert hat, ist die Fähigkeit der Unternehmer, sich an den ständigen Wandel anzupassen. Die vergangenen zwei Jahre haben bewiesen, dass sie in der Lage sind, sich auf Veränderungen wie steigende Lebensmittelkosten, Gesundheitskrisen oder zunehmendes Umweltbewusstsein einzustellen.
Die Gastronomie-Trends 2024 versprechen ein Jahr der Anpassungsfähigkeit, Datensteuerung, Nachhaltigkeit und kreativen Ansätze. In einer Branche, die durch ihre Beharrlichkeit und Innovationskraft glänzt, stehen die Zeichen auf Erfolg.
No-Shows steigen
In Metropolen wie Berlin, London und Paris ist es bereits gängige Praxis, und auch gehobene Gastronomie setzt vermehrt auf Maßnahmen gegen No-Shows. Dabei hinterlegen Gäste, die Reservierungen vornehmen, zunehmend Kreditkarteninformationen oder eine Kaution. Manchmal wird sogar mit Gebühren gedroht, wenn die Gäste nicht erscheinen.
Zwar mag dies als negativer Trend betrachtet werden, jedoch ist es oft eine notwendige Maßnahme. Laut Lunchgate lag die No-Show-Rate von 2013 bis 2020 bei stabilen 0.1 Prozent. Ziemlich augenfällig ist dann der ansteigende Trend nach der Wiedereröffnung der Gastronomie im Jahr 2021. Die No-Show-Rate verfünffachte sich seitdem kontinuierlich auf über 0.5 Prozent. Einem Trend, dem die Gastronomie entgegenwirken sollte. Denn No-Shows haben erhebliche Auswirkungen auf Umsatz, Lebensmittelverschwendung und Effizienz im Service. Eine transparente Kommunikation mit den Gästen über diese Richtlinien ist entscheidend.
Schrumpflation in Zeiten der Inflation
Eine YouGov-Umfrage zeigt, dass 43 Prozent der Verbraucher weniger Geld zur freien Verfügung haben. Die Schrumpflation, eine Form der Preissteigerung durch Verringerung der Produktmenge bei gleichbleibendem Preis, wird sich bis 2024 in der Gastronomie fortsetzen. Dies dient als Schutz vor steigenden Kosten für Rohstoffe, Energie und Löhne.
Digitalisierung
Der Harvard Business Review veröffentlichte einen Artikel, der aufzeigt, wie datengestützte Entscheidungen dem Gastgewerbe zu Gute kommen. Inflation, steigende Kosten und Gewinnmargen hängen damit unweigerlich zusammen. Die Nutzung von datengesteuerten Entscheidungen wird zu einem der Haupttrends in der Gastronomie 2024.
Gastronomen müssen effektive Tools nutzen, um Daten in fundierte Entscheidungen umzuwandeln und die Effizienz zu steigern. Digitale Tools ermöglichen einen besseren Überblick über Kennzahlen und können dadurch Schwachstellen ausmerzen und Vorgehensweisen verbessern. Vor allem im administrativen Bereich gibt es großes Einsparpotenzial sowie in den Bereichen Personalmanagement, Gästeanalysen und Warenwirtschaft.
Restaurant-Abonnements
Restaurant-Abonnements stellen eine Reaktion auf die steigende Nachfrage nach personalisierten Angeboten dar. Ähnlich wie bei bekannten Streaming-Diensten oder Fitnessstudios zahlen Gäste einen monatlichen Betrag und erhalten dafür ausgewählte Leistungen, Vergünstigungen und Exklusivitäten, die von Rabatten bis hin zu Gratisgerichten reichen können. Diese Abonnements dienen nicht nur als willkommene Kostenersparnis für treue Gäste, sondern bieten Gastronomen auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten eine konstante und vorhersehbare Einnahmequelle.
Das Konzept der Restaurant-Abonnements ist in den Vereinigten Staaten entstanden, ist aber im Laufe des vergangenen Jahres zu uns gekommen und hat in Ländern wie Frankreich, dem Vereinigten Königreich und auch in Deutschland bereits gut Fuß gefasst. Zum Beispiel bietet die Pizzakette »Del Arte« ein Abonnement an, bei dem Gäste für 34,99 Euro pro Monat (bei einer Laufzeit von sechs Monaten) täglich eine kostenlose Pizza oder ein Pasta-Gericht genießen können.
Der Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung
PROFI hat bereits über Unternehmen berichtet, die sich gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen. Die zunehmende Nachfrage nach Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit beeinflusst auch das Gastgewerbe. Lokale Beschaffung, kurze Lieferwege und umweltfreundliche Praktiken sind auf dem Vormarsch.
Lesenswert
Vegetarische Gäste freuen sich: Die Ravioli bieten eine hochwertige Alternative zur aufwendigen Eigenproduktion.
© Hilcona
Schweizer Manufakturpasta gibt es jetzt auch für die Österreichische Profiküche
Die Gran Ravioli der Schweizer Manufaktur »LA PASTERIA« kommen mit einem Füllungsanteil von 60 Prozent und sind tiefgekühlt lieferbar. Die Premium-Pastalinie von Hilcona Foodservice ist jetzt erstmals auch in Österreich erhältlich.
Einer von fünf neuen Mitgliedsbetrieben: Die »Weinstube im Nikolaihof Wachau« ist jetzt Teil der »Wirtshauskultur Niederösterreich«.
© Nicolaihof
Die »Wirtshauskultur Niederösterreich« wächst weiter: 5 neue Mitgliedsbetriebe stellen sich vor
Rund 200 Betriebe aus ganz Niederösterreich verbindet ein gemeinsames Bekenntnis zu regionalen Produkten, handwerklicher Qualität und gelebter Gastlichkeit. Die »Wirtshauskultur Niederösterreich« wächst weiter und begrüßt kürzlich fünf neue Häuser.
Moderner Luxus: Geberit verbindet im Palais Chotek Wiener Flair mit Spa-Erlebnis im Bad. © Raphael Fasching
Palais trifft Spa
Im neu eröffneten »EST Hotel Palais Chotek Wien« verbindet Geberit klassisches Wiener Flair mit Luxuserlebnis im Bad. Der Umbau des historischen Gebäudes war fordernd, doch die Investition zahlt sich aus.
Genuss funktioniert: 16.593 Euro Reinerlös für Krebspatienten in finanzieller Not.
© Rene Strasser
Beim »Fest der Sinne« wird klar: Genuss und der gute Zweck passen zusammen
Auf Schloss Kornberg versammelten sich rund 200 Gäste, 18 Spitzenköche und 18 Winzer, um gemeinsam eine kulinarische Bühne für die Österreichische Krebshilfe zu schaffen – mit Erfolg.
Ein geprüfter Brot-Sommelier im Team stärkt den Betrieb als Experte für Brotkarte, Gästeberatung und Qualitätskommunikation.
© LMAk
Brot-Expertise als Wettbewerbsvorteil: Jetzt zum »Brot-Sommelier« ausbilden lassen
Bereits zum dritten Mal bietet die Lebensmittelakademie des österreichischen Gewerbes in Kooperation mit der Bundesakademie Weinheim die Ausbildung zum »Geprüften Brot-Sommelier« an – Anmeldeschluss ist der 10. August 2026.
Sechs Finalisten, eine Blackbox-Challenge und eine fünfköpfige Jury: So läuft das Finale von »Next Generation« bei der Messe »Alles für den GAST« ab.
© Falstaff PROFI
Der große PROFI-Wettbewerb ist zurück: Bühne frei für die »Next Generation«!
Bereits in der Vergangenheit sorgte der Wettbewerb für Gastro-Karrieren. Komplett überarbeitet sucht nun die »Next Generation« gemeinsam mit »Lohberger« die Besten unter den jungen Talenten!
Meist gelesen
Hohe Ansprüche: Sauerteig, lange Teigführungen, handwerkliche Optik. Auch bei Großbäckern zählen wichtige Qualitätsmerkmale.
© Sonja Priller
Die Kraft der Kruste: Brot wird in der Gastronomie zum Qualitätsversprechen
Der Brot-Gang macht Image! Vom Frühstückskorb bis zum Signature-Burger ist gutes Gebäck wichtiger denn je. Wie Bäcker und Gastronomen gemeinsam an Qualität und Geschmack arbeiten.
In der »Freundschaft« Berlin hält man die besten Plätze für Stammgäste frei.
© Ingo Pertramer
Katzentisch oder »the perfect table«: Welche Gäste bekommen im Lokal welchen Platz?
Wer sitzt in der »Auslage«? Wer bekommt den Platz bei der Klotür? Das Gastro-Credo »Alle Gäste sind gleich« scheitert schlicht an begrenzten Plätzen: PROFI fragte nach, wie gefragte Lokale es mit der Tischvergabe halten.
Allein in Deutschland hat sich die Zahl der Sternerestaurants von 201 im Jahr 2000 auf 328 im Jahr 2025 erhöht – doch bringen mehr Auszeichnungen zwingend mehr Erfolg?
© Malte Mueller/Getty Images
Sternchen oder Superstar? PROFI macht den Check: Das nutzen Auszeichnungen wirklich
Bewertungen gehören zur Gastronomie wie die Hitze zur Küche. Entsprechend viel Arbeits- und Lebenskraft verschlingen der Kampf um Auszeichnungen. Doch zahlt er sich auch in barer Münze aus? Sind am Ende die Bewertungen selbst überbewertet?
Der Bau des »Elfercoaster« wurde überwiegend mit regionalen Partnern aus dem Stubaital und der näheren Umgebung realisiert.
© Elferbahnen / Oss
Stubaital setzt auf Erlebnistourismus: Der »Elfercoaster« ist eröffnet
An der Bergstation Elfer in Neustift im Stubaital wurde eine der modernsten Schienenrodelbahnen Tirols eröffnet. Der »Elfercoaster« soll die Aufenthaltsdauer erhöhen und neue Gäste ins Tal bringen.
Laut »EcoAustria« könnte der Prozentpunkt langfristig bis zu 12.000 zusätzliche Arbeitsplätze ermöglichen.
© shutterstock.com/groviapoto
Beschlossene Sache: Die Lohnnebenkosten sinken ab 2028 um einen Prozentpunkt – reicht das?
Österreich zählt bei den Lohnnebenkosten zu den teuersten Standorten Europas. Der Nationalrat hat nun eine Senkung um einen Prozentpunkt ab 2028 festgesetzt. Das ist ein Signal, das die Wirtschaft lange gefordert hat.
Ein Hotel, bei dem die Servicearbeiten ausschließlich von Robotern gemacht werden? Auf der »West Artificial Island« in China wird das bald Realität (Symbolbild).
© shutterstock.com/Jihun Sim
Roboter statt Rezeption: In China entsteht erstes vollautomatisiertes Hotel
»Pudu Robotics« und »Shenzhen CTID« planen das weltweit erste vollständig robotergestützte Hotel, ein Testbetrieb ist noch für Ende 2026 geplant. Die Frage, in welchem Maß Roboter auch in europäischen Betrieben Einzug halten, wird immer relevanter.
Der Newsletter für echte Profis
Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!

