O’zapft is‘ das Festbier! Landeshauptmann-Stv. Martin Gruber führte den Schlag, mit Pipe und Gläsern halfen WK-Kärnten-Chef Jürgen Mandl und Landeshauptmann Peter Kaiser (v.l.n.r.).
© Roland Graf
Zum 755er: »Hirter« mit neuem Look und 22 Mio. schwerem Ausbau
Die Zeichen bei der 1270 gegründeten Privatbrauerei stehen auf Wachstum: Mit der neuen Abfüllanlage wurde auch die »Hirter«-Flotte erneuert – und Bier wie Limos (»Crush«) einem kompletten Re-Design unterzogen.
von Roland Graf
14. Juli 2025
Die Eckdaten der Brauerei Hirt rief Geschäftsführer Niki Riegler gleich zu Beginn in Erinnerung: 1270 gegründet, führt seine Familie nun auch bereits 179 Jahre die Privatbrauerei. Den berühmten Eintrag im Anlagenverzeichnis des Gurker Bistums (»Item taberna in Hurde solvit talentum«) zitierte dann Landeshauptmann Peter Kaiser – und interpretierte ihn gleich um: »Schon damals hat hier offenbar ein Kaiser Steuern verlangt«, so seine moderne Lesart. Denn tatsächlich ging es bei diesem 755. Geburtstag nicht um die Rückschau. Sondern ein Investment in der Höhe von 22 Mio. Euro, »das ein starkes Zeichen für die Zukunft darstellt«, wie es Riegler formulierte. Die Flaschenfüll- und Waschanlage ist das Herzstück davon, die Logistik erleichtert das ebenfalls neue Lagergebäude.

30.000 Bierflaschen in der Stunde
Insgesamt drei Jahre Vorlauf hatte dieser vom Planungsbüro »skape architects« um Stefan Kogler begleitete Ausbau. »Mit der neuen Anlage investieren wir gezielt in die Zukunft unserer Privatbrauerei und in die Qualität unserer Biere», erläutertet Braumeister Raimund Linzer bei der Führung die Vorteile. So erhöht die »Krones«-Anlage nicht nur die Effizienz dank einer Stunden-Leistung von bis zu 30.000 Flaschen. Zugleich reduziert sich der Energieverbrauch und Wasserverbrauch bei »Hirter«.
Am meisten Diskussionsstoff allerdings boten lokal nicht die baulichen Investitionen, sondern die Umgestaltung der »Hirter«–Optik. Ihr sichtbarstes Zeichen stellt der Abschied von der Frakturschrift dar. Die neue Optik soll auch jüngeren Zielgruppen ansprechen. Dazu kommt als neues Dach für alle Limonaden aus Hirt die Marke »Crush«. Sie verbindet die traditionellen alkoholfreien Angebote wie das »Malzmandl« oder das Zitronen-Cola-Gemisch »Ravilla« mit den neueren Geschmacksrichtungen wie »Apfel-Rosenblüte«.

»Slow Brewing« für Genießer
Mit zum neuen Markenauftritt gehört aber auch der Slogan, den die elektrische Flotte an Außendienst-Fahrzeugen bereits durch Kärnten trägt. Mit dem Wunschkennzeichen SV-PILS und Nummern von 1 bis 9 hat man sich bei Porsche mit schnittigen »Cupras« eingedeckt. Richtig Freude mit dem neuen Slogan «Die Zeit nehm ich mir» hatte auch der Gründer der »Slow Brewing«-Bewegung August Gresser. Er war Teil der Bier-Familie, die vor Ort zum Investment in Micheldorf-Hirt gratulierte. Darunter fanden sich auch die »Culturbrauer«-Kollegen Hubert Stöhr (»Eggenberger«), Seppi Sigl (»Trumer«) und »Freistädter«-Braumeister Johannes Leitner.

Besonders dankten die Brauerei-Eigentümer Klaus Möller und Niki Riegler aber den »Hirter«-Gastropartnern, die den Rekordausstoß von 150.000 Hektolitern im Vorjahr ermöglicht haben. Unter anderem stießen darauf Stefan Sternad (»Messnerei«), Hubert Wallner vom gleichnamigen Gourmet-Restaurant oder Elisabeth und Michael Berndl (»Hotel Seefischer«) mit den neuen Flaschen an. Und natürlich durfte auch der selbsternannte »Werkstrinker« Franz Klammer nicht fehlen. Die Ski-Legende ist Hirter seit den 1970er Jahren verbunden, wie Niki Riegler stolz ausführte. Tradition und moderner Auftritt sind eben kein Wiederspruch bei der 755 Jahre alten Brauerei.
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