Fanny Breuill und Thomas Reinisch demonstrierten die Einsatzmöglichkeiten trockener Jahrgangschampagner.
© Roland Graf
Very Dry January: Champagner-Pairing ohne Dosage im »Thomas« Tattendorf
Gelobt wird es oft, probiert selten: Champagner als Begleitung eines ganzen Menüs. Im »Thomas« der Familie Reinisch demonstrierte man die feine Abstimmung mit einer Besonderheit – ausschließlich Jahrgangschampagner!
von Roland Graf
22. Januar 2026
Am Anfang stand der Heurigen, den Johann »J. R.« Reinisch am modernen Weingut mitten in den Tattendorfer Rieden etabliert hat. Mittlerweile hat sein Enkel Thomas das gleichnamige Restaurant zu einem Geheimtipp südlich von Wien gemacht. Der nächste Ausbauschritt, Zimmer direkt beim Winzer, steht bereits an. Und natürlich wird auch die Weinliebe weiter zelebriert bei den bekannten Burgunder-Machern. Die vertrauten Sorten Chardonnay und Pinot Noir kamen diesmal aber in prickelnder Form zu einem Sechs-Gänge-Menü zum Einsatz.
Mehr Vielfalt für den Sommelier
Die Partner dafür waren Champagner aus dem Haus »Louise Brison«. Gemeinsam mit Exklusivimporteur »Schaumweinkontor« stellte Fanny Breuill eine ungewöhnliche Zugangsweise vor: »Alle unsere Weine sind Jahrgangschampagner«. Damit steht dem Sommelier nicht jedes Jahr ein möglichst ähnlicher Stil (wie bei vielen Prestige-Cuvées) zur Verfügung. Die Unterschiede eines Jahres werden in Abfüllungen wie dem Flaggschiff »A l’Aube de la Côte des Bars« zu Spielmöglichkeiten des Services. Daher hatte man in Tattendorf auch stets zwei Jahrgänge als Speisenbegleiter eingestellt. Dank der ohne Füll-Dosage auskommenden trockenen Mach-Art stellte sich trotz der 12 gereichten Weine keine Müdigkeit ein. Denn zu fachsimpeln gab es nicht nur für die anwesenden Sommeliers einiges.

Werbung für die reifen Jahrgänge
Die Unterschiede der beiden Speisenbegleiter waren markant, auch dank der Vorauswahl durch »Schaumweinkontor«-Repräsentant Oliver Fischer und dem Champagner-Haus aus Noé les Mallets. Die Duos ergaben eine spannende Diskussionsgrundlage, die von Winzer Hannes Reinisch – u. a. mit einer Demonstration der Reifung auf der Hefe – unterstützt wurde. Denn alle Champagner lagern bei »Brison«-Eigentümerin Delphine Brulez fünf Jahre auf der Hefe, »die Magnums sogar zehn Jahr«, wie Madame Breuill ausführte. Zum Stunden-Ei mit Spinat und Kaviar setzte so der Jahrgang 2012 mit Säure und dezenten Fruchtnoten (Marille und Grapefruit) Glanzlichter zu einem sämig-salzigen Gericht. Der als deutlich Pinot Noir-lastiger empfundene 2012er mit seinen Himbeer-Akkorden punktete pur mehr.
Faszinierend war dies auch bei einem zuvor als sicheres Match angesehenen Pairing. Denn zu Thomas Reinischs Spitzkraut-Raviolo mit Pumpernickel-Kümmel-Espuma kam ein reinsortiges Chardonnay-Match zum Einsatz. Der jüngere Millésime (2009) duftete bereits nach Kümmel und Schwarzbrot. Und doch waren es die breiten Schultern eines »fast schon zu warmem Jahrgang«, auf dem die würzigen Aromen besser ruhten: 2005.
Und wie man sehr reifen Champagner einsetzen kann, zeigte sich, als Dustin Reiß den Jahrgang 1998 einschenkte. Er begleitete den reichhaltigen Dessertklassiker Crêpe Suzette nämlich bestens. »Wie bei uns daheim«, lobte auch Fanny Breuill. Wobei man dort zum ganzen »Thomas«-Menü wohl »encore une fois!« sagen würde.
Lesenswert
Winzige Weißfische, mit Gewürzen knusprig gebraten: Damit können Sie Ihre Gäste im Sommer überraschen!
© NICO SCHINCO
Streetfood aus der Karibik: Rawlston Williams’ Tri Tri Fritters
Karibische Küche lebt von Gewürzen, Texturen und mutigen Aromen. Rawlston Williams bringt mit seinen Tri Tri Fritters ein Stück Saint Vincent auf den Teller. Ihre Gäste werden das Gericht lieben, vor allem im Sommer!
So bunt wie die Karibik sind auch die Rezepte in Rawlston Williams »Caribbean Cookbook«.
© Phaidon Verlag, canva.com
Buch der Karibik: Rawlston Williams exotisches Koch-Kompendium
Am Image kann es nicht liegen! Und doch erfuhr die Karibik als eine der wenigen Weltgegenden kaum Beachtung als Kücheninspiration. Der New Yorker Chef Rawlston Williams ändert das. Bunte Rezepte, die ideal für den Sommer sind und die er in 28 Inselnationen sammelte.
Tausende Besucher strömten in den kleinen oberfränkischen Ort Wirsberg.
© Jesper Hilbig
Genuss und Wissen: »ZU TISCH!« zeigt, wie Foodfestivals heute funktionieren
Über 80 Manufakturen und Köche sowie mehr als 50 Workshops, Tastings und Talks: Das Festival »ZU TISCH!« erzeugt Aufmerksamkeit weit über die Grenzen Frankens hinaus – und hat sich längst vom Genuss-Event zur Plattform entwickelt.
TVB Paznaun-Ischgl
© Von Juli bis Oktober 2026 verwandeln sich neun ausgewählte Hütten und Almen im Paznaun in besondere Genussstationen.
Gipfel der Genüsse: Gourmetköche warten im Paznaun auf 2.000 Metern
Regionale Produkte allein reichen oft nicht mehr aus, um Gäste zu begeistern. Im Paznaun setzt man deshalb auf eine enge Zusammenarbeit von Produzenten, Hüttenwirten und Spitzenköchen – und macht daraus ein touristisches Gesamtkonzept.
Optisches Highlight: Diese Lasagne erfreut nicht nur den Gaumen, sondern auch das Auge.
© Lena Staal / STAAL & JOHS
Lasagne à la Bottura – italienische Glückseligkeit für Gaumen und Auge
Spitzenkoch Massimo Bottura verwandelt die klassische Lasagne in ein komplexes Gericht für Profis – vielschichtig, geschmacklich ausbalanciert und perfekt ausgeführt. Falstaff empfiehlt dazu einen rubinfarbenen Roten vom Weingut »Drei Donà« in der Emilia-Romagna.
Wer seine Karte modernisieren, jüngere Zielgruppen ansprechen oder einfach einen starken Eyecatcher braucht, liegt mit dem Crunchy Kimchi Burger genau richtig.
© Foto beigestellt
Produkt der Woche: Crunchy Kimchi Burger
Advertorial
Der Crunchy Kimchi Burger bringt frischen Wind auf Ihre Karte – laut, bunt und maximal im Trend. Der Food-Hype aus Südkorea liefert genau das, was Gäste heute lieben: echte Gemüsestücke, internationale Trendgeschmäcker und richtig viel Crunch.
Meist gelesen
Prominente Unterstützung für die »Österreichische Krebshilfe«: Jenny Frankl und Bernhard Murg vom »Kabarett Simpl« mit Bio-Spitzenköchin Clara Aue und ihrer Charity-Kreation.
© Moving Stills
Im Marktrestaurant Gutes tun: »HEU & GABEL« kocht für die »Krebshilfe«
Bio-Spitzenköchin Clara Aue, Jenny Frankl und Bernhard Murg vom Kabarett Simpl zeigten bei Sonnenschein am Meidlinger Markt, wie viel Wärme entsteht, wenn Genuss und guter Zweck aufeinandertreffen.
Ein Schmuckstück sind die »Princes«-Flaschen, die Philippe Manfredini in Wien vorstellte.
© Roland Graf
Champagner zum Steak? De Venoge und »El Gaucho« zeigen es vor
Sommeliers predigen es, gemacht wird es meist doch nicht: Ein komplettes Menü mit Champagner zu begleiten. Philippe Manfredini tat zur Erstpräsentation von »de Venoge« genau das. Und er regt zu Pairings abseits der sicheren Kandidaten an – es gab Rind.
Milch übrig: Georg und Andrea Blochberger machten aus einer kreativen Idee eine erfolgreiches Unternehmen.
© Eis-Greissler
15-Jahr-Jubiläum: Wie der »Eis-Greissler« aus einer Notlösung ein Geschäftsmodell machte
Mit »Schnitzel«- und »Grammeleis«: Der »Eis-Greissler« feiert Jubiläum und zeigt, wie sich aus einem einfachen Produkt durch Storytelling, Erlebnisse und mutige Ideen eine starke Freizeitmarke entwickeln lässt.
Hommage an die Mama: Thi Ba Nguyen (links) und ihre Suppe dürfen auch auf dem Top-Level nicht fehlen!
© Roland Graf
Fine Dining auf Vietnamesisch: Das »Vina« Graz schwimmt gegen den Strom
Es ist ein Statement gegen Spar-Wahn. Und eines, das dem Gästewunsch folgt: Zusätzlich zu den Streetfood-Klassikern bietet Robert Nguyen ein aufwändiges Sechs-Gang-Menü. Mit dabei natürlich auch: die Suppe von seiner 85-jährigen Mutter.
Manfred Ronge präsentiert bei der 17. Branchentagung der Österreichischen Gemeinschaftsverpfleger Zukunftsthemen – darunter KI, Robotik und Digitalisierung.
© Schörg VISUALS
KI, Kosten und Robotik – das treibt Österreichs Gemeinschaftsverpfleger derzeit um
»Zukunft nicht abstrakt diskutieren, sondern gemeinsam greifbar machen« – unter diesem Motto trifft man sich bei der 17. Branchentagung der Gemeinschaftsverpflegung zum Austausch über Digitalisierung, Automatisierung und Sicherheit.
Nach 47 Jahren in der österreichischen Spitzengastronomie treten die Brüder Karl und Rudi Obauer am Nationalfeiertag den Ruhestand an.
© Marco Riebler
»Restaurant-Hotel Obauer« schließt nach 47 Jahren seine Türen
Fast ein halbes Jahrhundert bieten Karl und Rudi Obauer in Werfen im Salzburger Land feinste Kulinarik – bis Oktober. Die Brüder treten den wohlverdienten Ruhestand an.
Der Newsletter für echte Profis
Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!



