Milch übrig: Georg und Andrea Blochberger machten aus einer kreativen Idee eine erfolgreiches Unternehmen.
© Eis-Greissler
15-Jahr-Jubiläum: Wie der »Eis-Greissler« aus einer Notlösung ein Geschäftsmodell machte
Mit »Schnitzel«- und »Grammeleis«: Der »Eis-Greissler« feiert Jubiläum und zeigt, wie sich aus einem einfachen Produkt durch Storytelling, Erlebnisse und mutige Ideen eine starke Freizeitmarke entwickeln lässt.
von Brigitte Radl
23. Mai 2026
Was heute als fixe Größe in Österreichs Gastro- und Freizeitlandschaft gilt, begann ursprünglich als pragmatische Lösung auf einem Milchbauernhof in der Buckligen Welt. Weil in den Sommerferien die Nachfrage nach Schulmilch wegfiel, suchte die Familie Blochberger nach einer Möglichkeit, die überschüssige Milch sinnvoll zu verwerten – und investierte in eine kleine Eismaschine. Daraus entstand 2011 der erste »Eis-Greissler«-Standort in Wien.
Bemerkenswert ist dabei weniger das Produkt selbst als die konsequente Weiterentwicklung des Konzepts. Statt ausschließlich auf klassischen Eisverkauf zu setzen, wurde rund um die Marke ein emotionales Erlebnis geschaffen: ungewöhnliche Sorten, klare Herkunftsgeschichten, bäuerliche Authentizität und später eine eigene Erlebniswelt in Krumbach. Heute beschäftigt das Unternehmen laut eigenen Angaben bis zu 220 Mitarbeiter und betreibt mehrere Standorte in Österreich.

Erlebnisgastronomie statt Preiskampf
Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zeigt die Entwicklung des »Eis-Greisslers«, worin für viele Betriebe die Chance liegen kann: nicht im billigeren Angebot, sondern in einer stärkeren Inszenierung. Die Kombination aus Kulinarik, Freizeitangebot und Markenwelt sorgt dafür, dass Gäste nicht nur wegen einer Kugel Eis kommen, sondern wegen des Gesamterlebnisses.
Dazu passt auch die aktuelle Jubiläumswoche (26. bis 31. Mai 2026) zum 15-jährigen Bestehen. Neben Gratis-Eis und Preisen wie im Jahr 2011 setzt der Betrieb bewusst auf Aufmerksamkeit durch außergewöhnliche Sorten wie »Schnitzel mit Zitrone«, »Grammeln« oder »Schimmelkäse mit Trauben«. Der eigentliche wirtschaftliche Hebel dahinter ist jedoch ein anderer: Gesprächswert, Social-Media-Reichweite und Markenbindung.
»Jede Sorte erzählt dabei ein Stück unserer Geschichte: vom bäuerlichen Erbe bis hin zu unserem modernen Betrieb. Zudem kehrt die Preisliste in der Jubiläumswoche zu ihren Ursprüngen zurück. Eine Kugel Eis kostet lediglich 1,20 Euro – genau wie im Gründungsjahr 2011“.«
Andrea und Georg Blochberger
Gastro-Erfolg durch permanente Weiterentwicklung
Der »Eis-Greissler« liefert damit auch ein Beispiel dafür, wie sich gastronomische Konzepte laufend weiterentwickeln müssen, um relevant zu bleiben. Vom Direktvermarkter zum urbanen Eisladen, vom Eissalon zur Erlebniswelt und schließlich zur österreichweiten Freizeit- und Gastro-Marke: Entscheidend war weniger die Ausgangsidee als die Bereitschaft, daraus Schritt für Schritt neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Dass dabei bewusst auf Emotionalisierung, Familienerlebnis und regionale Verankerung gesetzt wird, zeigt, wie stark sich Gastronomie heute über Geschichten und Erlebnisse definiert – und nicht mehr nur über das Produkt allein.
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